Handball

Handball-WM 2023: Alfred Gislason fehlt die Breite beim DHB

Gollas Eingeständnis beim Thema "Weltspitze"

Gislason: "Es ist nicht zu übersehen, dass uns die Breite fehlt"

Sieht nicht die nötige Breite im DHB-Kader: Bundestrainer Alfred Gislason.

Sieht nicht die nötige Breite im DHB-Kader: Bundestrainer Alfred Gislason. imago images

Das formulierte Ziel Viertelfinale hatte die deutsche Mannschaft bereits nach fünf WM-Spielen abhaken können. Es folgten allerdings die Niederlagen gegen Norwegen (26:28) und Frankreich (28:35). Der Medaillentraum ist ausgeträumt. Die Pleite gegen Norwegen kann als "vermeidbar" eingestuft werden, in der zweiten Hälfte gegen Rekordweltmeister Frankreich zahlte die DHB-Auswahl ordentlich Lehrgeld.

Viele Leistungsträger, die in den ersten fünf WM-Partien offensichtlich zu viele Körner gelassen hatten, waren plötzlich weit weg von ihrem Leistungsmaximum. Da der Europameister von 2016 eine nahezu "perfekte Tagesform" (Johannes Golla) gebraucht hätte, um die Franzosen zu schlagen, fiel das Ergebnis am Ende recht deutlich aus.

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Bundestrainer Alfred Gislason war hin- und hergerissen. Seine Mannschaft sei zwar ein "großes Stück weitergekommen", doch: "Es nicht zu übersehen, dass uns die Breite fehlt." Vielleicht auch ein Grund, warum sich der Isländer nach Spielschluss derart lobend über Hendrik Pekeler äußerte. An der Breite im Kader "können wir arbeiten", fügte Gislason nur an.

Gislasons Beispiel mit Köster

Das erste kleinere WM-Fazit Gislasons blieb ein Wechselbad der Gefühle. "Die Mannschaft hat sich gut entwickelt aus meiner Sicht", wiederholte der 63-Jährige, um anzufügen: "Wir konnten aber auch sehen, dass zum Beispiel bei Julian Köster die Kraft nicht für den Angriff gereicht hat. Er musste so viel in der Abwehr ackern." Philipp Weber, der dafür häufiger im linken Rückraum agierte, konnte die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllen. "Da sind wir nicht so breit aufgestellt wie zum Beispiel die Franzosen", schloss Gislason.

Kapitän Johannes Golla schlug in die gleiche Kerbe: "Es ist sicherlich mitentscheidend, dass sie auf jeder Position adäquat wechseln können, aber ich finde, wir hatten heute trotzdem die Möglichkeit, sie über eine stabile Abwehr in Bedrängnis zu bringen." Den 20:18-Vorsprung verspielte die deutsche Mannschaft allerdings fahrlässig, lag anschließend 20:23 zurück und fiel in ein Loch.

Auf den Fortschritt des DHB-Teams angesprochen begann Golla: "Ich glaube, wir haben den nächsten Schritt gemacht und ein Erfolgserlebnis als Mannschaft gefeiert, indem wir die K.-o.-Runde erreicht haben." Um mehrere Mannschaften wie Frankreich, Schweden oder Dänemark aus dem Weg zu räumen, reicht es noch nicht. "Man sieht heute, dass es zur absoluten Weltspitze noch ein weiter Weg ist", gestand deswegen auch Golla offen und ehrlich ein. "Wir müssen als Mannschaft und individuell wachsen."

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