Bundesliga

1.FC Köln-Trainer Markus Gisdol mit Siegzwang im Keller-Derby

Köln: Spiel gegen Mainz entscheidet über des Trainers Zukunft - Mögliche Kandidaten sind auf dem Markt

Gisdol: Siegzwang im Keller-Derby

Kölns Trainer Markus Gisdol steht unter Zugzwang.

Kölns Trainer Markus Gisdol steht unter Zugzwang. imago images

Überraschend ging das Votum aus, keine Frage. "Ist es richtig, dass Köln an Gisdol festhält?", hatte der kicker gefragt und knapp 35000 User stimmten ab - davon rund 54 Prozent mit "Ja". Sie halten es in der Mehrzahl also für richtig, dass Markus Gisdol immer noch beim 1. FC Köln an der Seitenlinie steht.

Funkel gilt als mögliche kurzfristige Option

Allerdings gilt als sicher: alles andere als ein Sieg am Sonntag gegen den direkten Konkurrenten aus Mainz wird eine Ablösung des 51-Jährigen zur Folge haben. Und alles andere als eine kurzfristige Lösung mit Routinier Friedhelm Funkel (67) wäre dann eine Überraschung. Er passt aus mehreren Gründen: Funkel kennt den FC aus dem effeff. Er kann Abstiegskampf wie wenig andere, vor allen Dingen aber lugt er nicht auf eine Weiterbeschäftigung. Für ihn wäre nach 34 Spieltagen Schluss, ob gerettet oder nicht.

Und dann? Thorsten Fink wird genannt als Kandidat. Ein Trainer, der auf Ballbesitzfußball steht, auf Dominanz, der situativ schnelle Passfolgen in der Umschaltsituation fordert und viele Abschlüsse. Ein schwieriges Unterfangen mit dem Kader, den sich der 1. FC Köln gebastelt hat. Da bräuchte es erhebliche Umbauarbeiten.

Drei längerfristige Lösungen im Gespräch

Schwer einzuschätzen ist Steffen Baumgart. Er verlängert seinen Vertrag in Paderborn bekanntlich nicht, in Köln gilt er als Kandidat. Baumgart - er stieg mit Paderborn aus der Drittklassigkeit in die Bundesliga auf liebt den offensiven, wuchtigen Fußball mit Gegenpressing, hohem Anlaufen und viel Tempo. Er gilt als Fachmann für die Weiterentwicklung von Profis, die anderswo scheiterten. Dazu mag er ein offenes Wort, schert sich wenig um das Umfeld, sieht sich aber selbst durchaus als Diener des Vereins. Baumgart gilt beispielsweise nicht als Trainer, der neues Personal fordert.

Bleibt Peter Stöger. Ein alter Bekannter, immer noch überaus beliebt in Köln. Ein Vertreter des eher realistischen Fußballs, der sich immer am Machbaren orientiert und damit während seiner Zeit beim FC mehr als gut fuhr. Seine Erfolge von damals sah er nicht immer genügend gewürdigt. Dieses Problem dürfte ihm bei einem zweiten Engagement nicht mehr begegnen. In Köln ist man bescheiden geworden. Und von den Erfolgen seiner Ära kann man aktuell nicht einmal träumen.

Drei Trainer, drei mögliche Kandidaten. Aber auch: drei verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Ansätzen, das Spiel zu spielen. Die Verantwortlichen in Köln sollten sich vor einer Verpflichtung klar darüber werden, wie der Fußball aussehen soll, den die "Geißböcke" in den kommenden Jahren spielen wollen. Und dann in Ruhe ein Fundament schaffen. Es bleibt spannend.

Frank Lußem

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