Bundesliga

1. FC Köln: Gisdol nimmt Modeste in Schutz

FC-Coach: "Es geht um Zugriff und Einstellung"

Gisdol nimmt Modeste in Schutz

"Der Junge tut mir leid": Markus Gisdol (r.) über Anthony Modeste.

"Der Junge tut mir leid": Markus Gisdol (r.) über Anthony Modeste. imago images

Seit vier Partien wartet der FC auf einen Treffer, eine solche Serie hatte Köln zuletzt vom 3. bis zum 6. Spieltag der Saison 2017/18. In den vorherigen 34 Partien unter Trainer Markus Gisdol war dessen Team nur insgesamt zweimal torlos geblieben. Abhilfe ist auf den ersten Blick nicht zu erwarten: Sebastian Andersson ist weiter verletzt, Tolu Arokodare kämpft nach dem Wechsel aus Lettland noch um Anschluss an das neue Level und Anthony Modeste blieb zuletzt in Freiburg sehr blass.

Die Diskussionen um den Rückkehrer, der in der laufenden Saison bisher nur im Pokal getroffen hat, nerven Trainer Gisdol zunehmend. "Der Junge tut mir leid, lasst den mal in Ruhe und wieder zu sich zu finden", forderte der Coach am Donnerstag die Journalisten auf und nahm den glücklosen Angreifer in Schutz: "Er gibt im Training Gas, hängt sich rein und schiebt sogar Extra-Schichten. Ich hoffe, dass er seine Form wiederfindet. Das ist aber viel Arbeit und geht nicht auf Knopfdruck." Trotzdem könnte dem Franzosen am Samstag gegen Hertha BSC (15.30 Uhr LIVE! bei kicker) die Degradierung auf die Bank erwarten, dabei liegt ihm Hertha: In sieben Duellen mit den Berlinern erzielte Modeste fünf Tore - vier davon in Heimspielen. Wahrscheinlicher ist aber, dass der Coach statt auf einen Stoßstürmer wieder auf eine "falsche Neun" setzt, zum Beispiel in Form des Ex-Herthaners Ondrej Duda.

Die Grundlagen müssen stimmen

Der Frage nach Grundordnungen und taktischen Feinheiten will Gisdol ohnehin nicht so viel Bedeutung beiwohnen und nennt das Beispiel der Abwehrformationen: "In Dortmund haben wir mit Dreierkette gewonnen, in Leipzig mit einer Viererkette gepunktet." Es gehe vielmehr um "den richtigen Zugriff und die Einstellung, unabhängig von der Formation". Und die fehlte zuletzt: "Wir brauchen wieder die Gier, müssen über das zweikampforientierte Spiel Zugriff finden, und die Duelle im Eins-gegen-eins gewinnen." Das sei die Grundlage "vernünftig Fußball zu spielen". Und wenn diese Grundlagen nicht stimmen, endet ein Spiel eben so wie das Kölner 0:5 in Freiburg: "Das hat uns eindrucksvoll gezeigt, dass keine Mannschaft in der Bundesliga ohne richtig gutes Spiel gegen den Ball eine Chance hat."

Patrick Kleinmann

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