Bundesliga

Gisdol: "Horn ist und bleibt die Nummer eins!"

Köln: Torhüter sah beim Gegentor erneut nicht wirklich gut aus

Gisdol: "Horn ist und bleibt die Nummer eins!"

Kölns Keeper Timo Horn

Sah beim 0:1 in Bielefeld wieder unglücklich aus: Kölns Keeper Timo Horn. imago images

Timo Horn verkörpert das, was man früher den "untadeligen Sportsmann" nannte. Stets fair, nie auffällig, nach getaner Arbeit auskunftsbereit, auch Niederlagen änderten daran nichts. Kölns Torhüter, ein Eigengewächs des FC und Kind der Südkurve, steht seit acht Jahren im Tor des Profiteams, galt lange Zeit als einer der Kronprinzen von Manuel Neuer, es gab Kontakte nach England, mit dem deutschen Team holte er als Stammkeeper die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio.

Die großartige Zukunft, die sich auftat, die scheint aktuell verbaut. Timo Horn entwickelte sich in den vergangenen Monaten zu einem Torhüter, der immer wieder gut war für einen Patzer, einen Fehlgriff, eine falsche Entscheidung. So auch in Bielefeld: sein Ausflug aus dem Tor vor dem 1:0 durch Edmundsson war unnötig, wie er sich beim verunglückten Schuss des Arminen-Jokers düpieren ließ, zeigte das komplette Dilemma auf - Timo Horn, dies wurde in dieser Szene deutlich, bildet nicht mehr den Rückhalt, den ein Abstiegskandidat so dringend benötigt, sein Spielglück scheint aufgebraucht. Bereits in der vergangenen Woche sah er beim dritten Tor der Hoffenheimer nicht glücklich aus, als er Kramarics flach geschossenen Ball mittig passieren ließ. Zwar hatte er vorher im Spiel mehrmals stark pariert, diesen entscheidenden Treffer allerdings begünstigt.

Zieler bleibt der Herausforderer

Was tun? Mit Ron-Robert Zieler verpflichteten die Kölner einen neuen zweiten Keeper, dessen Ansprüche klar formuliert wurden. Er soll der Herausforderer sein. Eine Ablösung allerdings steht nicht bevor: "Timo ist und bleibt die Nummer eins", stellte Trainer Markus Gisdol nach der Partie in Bielefeld klar, er sieht den Keeper zu schnell in der Kritik: "Er wird besonders bemessen." Horn habe einen Fehler gemacht, daran ließ Gisdol keinen Zweifel: "Damit muss er jetzt fertig werden", forderte er seinen Schützling auf, nahm dessen Kollegen in die Pflicht mit dem Hinweis: "Die Abwehrspieler hätten ihm helfen können."

In der Tat ließ sich die Kölner Viererkette vor dem Tor von einem langen Ball von Horns Kollegen Stefan Ortega überrumpeln. "Das ist bitter, beide Teams hatten nicht wirklich viele Chancen. Und am Ende reicht ein Ball über die Abwehr, um uns auszuhebeln. Das darf nicht passieren", schimpfte Abwehrchef Rafael Czichos.

Es wartet der Angstgegner: Gladbach kommt

Zwei Punkte hätten realistisch gesehen auf der Habenseite stehen können nach den Spielen gegen Hoffenheim und in Bielefeld, null Zähler sind es tatsächlich. Die Sinne sollten geschärft sein, der Abstiegskampf ist nach zwei Spieltagen harte Realität. Dass mit Borussia Mönchengladbach kommende Woche ausgerechnet der Angstgegner zum Derby kommt, lässt den Optimismus nicht wirklich ins Kraut schießen.

Frank Lußem

Bilder zur Partie Arminia Bielefeld - 1. FC Köln