Bundesliga

Ginczeks Kabinen-Qualität

Wolfsburg Angreifer feierte sein Champions-League-Debüt

Ginczeks Kabinen-Qualität

Kam mal wieder zum Zug: Daniel Ginczek (#33).

Kam mal wieder zum Zug: Daniel Ginczek (#33). imago images/regios24

Es waren nur noch ein paar Minuten, groß gerissen hat Daniel Ginczek auf dem Rasen des Estadio Ramon Sanchez-Pizjuan nichts mehr. Die Enttäuschung über das 0:2 in Sevilla überwog gewiss auch bei dem Joker, für den die Partie dennoch etwas ganz Besonderes war. Mit 30 Jahren feierte der Stürmer seine Premiere in der Champions League. Ein Spiel in der Statistik, das er vielleicht eines Tages als kleine Entschädigung ansehen kann für die vielen Monate in der Reha, die er in seiner bisherigen Karriere so häufig bewältigen musste. Jetzt ist Ginczek weitgehend fit - sportlich aber spielt er nur noch eine untergeordnete Rolle.

Die paar Minuten in Spanien bedeuteten den dritten Saisoneinsatz für den Angreifer, der zuvor lediglich in der Liga zweimal eingewechselt worden war und dort eine Einsatzzeit von 13 Minuten in diesem Jahr aufweisen kann. Vom Ziel, endlich mal 34 Saisonspiele absolvieren zu können, ist er trotz körperlicher Unversehrtheit in seinem letzten Wolfsburger Vertragsjahr meilenweit entfernt. Dennoch baut Neu-Trainer Florian Kohfeldt, der bemüht ist, keinen seiner Spieler im Kader links liegen zu lassen, auf Ginczek. Wenn auch voraussichtlich kaum dauerhaft auf dem Rasen.

Kohfeldt über Ginczeks besondere Qualität

"Ich hatte mit Ginni ein gutes Gespräch", berichtet der Coach. "Darüber, was ich erwarte, wie ich seine Rolle in der Mannschaft sehe." Und da hat der Knipser noch eine besondere Qualität. "Er kann der Mannschaft mit seiner Erfahrung einiges geben, auch in der Kabine", sagt Kohfeldt. "Er ist ein wichtiger Ansprechpartner im Kabineninnenleben." Ginczeks Wort hat Gewicht. "Ich schätze seine Meinung und habe das Gefühl, dass wir da einen sehr guten Weg miteinander gefunden haben."

Ginczeks sportlicher Weg wird eher nur noch selten auf den Rasen führen. Die Konkurrenz in der Offensive ist riesig, im Januar soll mit Bartosz Bialek (nach Kreuzbandriss) ein weiterer Stürmer zurück sein. Abschreiben will ihn Teamplayer Kohfeldt dennoch nicht: "Gerade in Situationen, wo wir sehr nahe an der gegnerischen Box sind, hat er nach wie vor eine unglaubliche Abschlussqualität. Er ist für mich da durchaus eine Option." Vielleicht ja auch am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Borussia Dortmund, für die Ginczek von 2007 bis 2011 seine ersten Schritte im Profibereich machte.

Wohin der Schritt im Sommer führt, ist hingegen noch unbekannt. Eine Zukunft in Wolfsburg gilt als ausgeschlossen, wenngleich Marcel Schäfer noch zurückhaltend bleibt. "Da gibt es keinen Stand."

Thomas Hiete

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