Champions League

Genervter Klopp erklärt Keita-Auswechslung in der 42. Minute

Liverpool-Trainer freut sich auf "richtiges Stadion"

Genervter Klopp erklärt Keita-Auswechslung in der 42. Minute

"Es war taktisch": Jürgen Klopp brachte Thiago für Naby Keita in Madrid schon kurz vor der Pause.

"Es war taktisch": Jürgen Klopp brachte Thiago für Naby Keita in Madrid schon kurz vor der Pause. Getty Images (2)

Gleich mehrfach gab Jürgen Klopp am Dienstagabend zu, wie verdient der FC Liverpool das Champions-League-Viertelfinalhinspiel bei Real Madrid verloren hatte. Doch weil er sich noch an ein paar anderen Punkten abarbeitete, blieb einmal mehr ein anderes Bild hängen: das vom "Jammerer aus Liverpool", wie sich Klopp einmal selbst genannt hatte.

Der FIFA-Welttrainer attackierte Schiedsrichter Felix Brych und warf ihm vor, persönlich etwas gegen Sadio Mané zu haben. Ein "Okay-Referee" hätte ihm "schon gereicht", grollte Klopp.

Klopp: "Wenigstens ist Anfield ein richtiges Stadion"

Dass Real die Partie wie alle Heimspiele seit Beginn der Corona-Pandemie im kleinen Estadio Alfredo Di Stefano auf dem Trainingsgelände austrug, passte Klopp ebenfalls nicht. Schon vor dem Anpfiff hatte er sich beklagt, und als er nach der 1:3-Niederlage die Schwierigkeiten eines Barça-ähnlichen Comebacks im Rückspiel vor leeren Rängen umriss, meinte er: "Wenigstens ist Anfield ein richtiges Stadion."

Und dann war da noch die Sache mit Naby Keita. Klopp hatte den Ex-Leipziger überraschend und erst zum zweiten Mal in diesem Kalenderjahr von Beginn an aufgestellt, ihn dann jedoch bereits in der 42. Minute wieder ausgewechselt. Als ein Reporter wissen wollte, ob der Wechsel gesundheitliche oder taktische Gründen hatte, witterte Klopp gleich eine Art Anti-Keita-Kampagne.

Klopp genervt von Keita-Frage: "Es ging nicht um Naby"

"Ja, es war taktisch. Es war taktisch. Das sind die Dinge, die ich an meinem Job nicht mag", nämlich, dass dann alle so täten, "als sei dieser Spieler allein für die Leistung in der ersten Hälfte verantwortlich", sagte Klopp und behauptete: "Sie tun das."

Keita, der seinen Platz kurz vor der Halbzeitpause für Thiago hatte räumen müssen, habe "einige Zeit nicht gespielt, vor allem nicht von Beginn an", nahm Klopp ihn in Schutz. "Wir waren nicht richtig gut im Spiel, Naby war nicht gut im Spiel. Aber wir haben das Spiel alle gesehen: Ich hätte in dem Moment ehrlicherweise noch ein paar Wechsel mehr vornehmen können, es ging nicht um Naby. Aber ich habe es gemacht und bin jetzt nicht glücklich darüber, weil wir jetzt darüber reden, als wäre er verantwortlich."

In der Tat hatte die gesamte Liverpooler Elf vor der Pause erhebliche Probleme, Georginio Wijnaldum etwa beklagte die vielen schnellen und einfachen Ballverluste, die Unkonzentriertheiten vor den Gegentoren. Und auch Keita, der seit seinem 60-Millionen-Euro-Wechsel 2018 noch auf seinen großen Durchbruch wartet, erfüllte Klopps Anforderungen nicht.

Keita erfüllt Klopps Wünsche nicht

"Ich konnte ihn nach all seinen Trainingsleistungen nicht mehr umgehen. Naby bringt besondere Eigenschaften mit", hatte Klopp den Startelfeinsatz vor dem Anpfiff erklärt und sich von Keita "Dribblings, Schüsse, Kampf" erhofft. Einen Torschuss oder eine Torschussvorlage verzeichnete der 26-Jährige bei nur 27 Ballkontakten dann jedoch nicht und gewann in seinem Kurzeinsatz nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe.

Doch damit war er nicht allein: Nach 90 Minuten war die Zweikampfquote des gesamten Liverpooler Teams sogar noch um zwei Prozentpunkte schlechter.

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jpe