Bundesliga

Gelb nach rüdem Foul an Haberer? Fischer versteht's nicht

Berliner Mittelfeldmann verletzt - VAR-Chef Drees bezieht Stellung

Gelb nach rüdem Foul an Haberer? Fischer versteht's nicht

Hartes Einsteigen: Ivan Ordets foult Janik Haberer (re.).

Hartes Einsteigen: Ivan Ordets foult Janik Haberer (re.). IMAGO/Matthias Koch

Es lief die 17. Minute, Janik Haberer war über die linke Seite gen Grundlinie gelaufen und dann von Ordets rücksichtslos von den Beinen geholt worden. Für den Berliner war das Spiel im Anschluss gelaufen, der Ukrainer wiederum kam mit Gelb davon, durfte weitermachen und am Ende den 2:1-Sieg bejubeln. Wie es um Haberer genau steht, war nach Abpfiff nicht ganz klar. Unions Trainer Urs Fischer meinte aber, dass es dem 28-Jährigen "den Umständen entsprechend" gut gehe.

Zum Foul hatte der Eidgenosse aber eine klare Meinung. "Ich habe mir die Szene angeschaut und da gibt es nur eine Meinung: Aus meiner Sicht ist das eine Rote Karte", sagte Fischer bei DAZN und führte aus: "Mit einem solchen Tempo, offener Sohle und gestrecktem Bein, da gibt es für mich keine zwei Meinungen. So darf man nicht in den Zweikampf gehen." Allerdings war das trotz der Intensität und des hohen Risikos nicht ganz so eindeutig, denn Gelb war noch vertretbar, weil Ordets seinen Fuß am Boden hatte und das Foul im Kampf um den Ball passierte.

Ähnlich sah das auch VAR-Chef Dr. Jochen Drees, den DAZN wie folgt zitierte: "Er trifft den Gegner mit links am Knöchel und befördert den Ball mit rechts ins Aus. Trefferhöhe und Ballorientierung sprechen nur für ein rücksichtsloses Foul, von daher regeltechnisch noch mit Gelb zu bewerten." Es sei zwar eng gewesen, aber die Entscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin sei korrekt, folglich habe der VAR auch keinen Grund gehabt, einzugreifen.

Diese Begründung sorgte bei Fischer für Stirnrunzeln und Unverständnis. "Nein, damit kann ich nichts anfangen", sagte der Schweizer. "Wir hatten eine Schulung bekommen, da wurde sowas ganz klar angesprochen. Ich will aber nicht über die Leistung des Schiedsrichters diskutieren, weil er das Spiel gut geleitet hat, aber bei dieser Aktion lag er falsch." Ohnehin sei das Foul nicht ausschlaggebend für den Ausgang des Spiels gewesen.

Sie haben uns ein bisschen aufgefressen.

Urs Fischer

Dafür waren andere Dinge ursächlich, Rani Khedira monierte "fehlende Basics", während Kapitän Christopher Trimmel auf Probleme ganz vorne verwies. "Im letzten Drittel haben wir normalerweise viel mehr Intensität und viel mehr Läufe", sagte der Österreicher und stellte fest, dass es diesmal nicht der Fall war, "aber das kommt vor". Vorwürfe an seine Sturmkollegen Sheraldo Becker und Jordan wollte er aber nicht machen. "Wenn man sieht, was Sheraldo und Jordan normalerweise abliefern, dann darf das auch denen mal passieren."

Fischer wiederum redete nicht um den heißen Brei herum, stellte vielmehr klipp und klar fest: "Bochum war einfach besser. Sie haben uns ein bisschen aufgefressen. Wir hatten keine Antworten, wir waren im letzten Drittel zu harmlos. Da muss man auch mal eine Niederlage akzeptieren."

drm

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