Bundesliga

Geiger, ein "Gehfehler" und eine Rote Karte

Hitzige Diskussionen beim 1:1 zwischen Mainz und Hoffenheim

Geiger, ein "Gehfehler" und eine Rote Karte

Sah nach einem Tritt von hinten in die Beine von Karim Onisiwo (l.) die Rote Karte: Dennis Geiger.

Sah nach einem Tritt von hinten in die Beine von Karim Onisiwo (l.) die Rote Karte: Dennis Geiger. imago images

Was war passiert? In der 80. Minute wollte Karim Onisiwo noch in der eigenen Hälfte zu einem Konter durchstarten, Geiger erkannte, dass er nicht mehr an den Ball kommen würde und stoppte den Österreicher mit einem heftigen, wenngleich nicht brutalen Tritt ans Bein, sodass Onisiwo zu Fall kam. Ein taktisches Foul der herberen Sorte, dass Referee Sascha Stegemann, der ansonsten im gesamten Spiel keine einzige Gelbe Karte gezeigt hatte, mit der Roten Karte ahndete.

Waren die Diskussionen unmittelbar nach der Aktion und ihrer Konsequenz auf dem Feld noch recht hitzig gewesen, so präsentierten sich die Akteure beider Seiten nach dem Spiel recht abgeklärt. "Da gibt es immer zwei Sichtweisen. Er tritt ihm von hinten in die Beine. Meiner Meinung nach kann man die Rote Karte schon geben", meinte etwa der Mainzer Daniel Brosinski bei "Sky" - und erhielt Zustimmung von Hoffenheims Torschützen Ihlas Bebou: "Er geht in den Mann rein, man kann Gelb geben, auch Rot, das liegt dann am Ende beim Schiedsrichter. Ich denke, es geht in Ordnung."

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Schröder: "Junge Leute, Emotionen"

Der Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder sah dies ähnlich - und ordnete zudem die dem Foul und Platzverweis folgenden lautstarken Diskussionen ein: "Junge Leute, Emotionen, er wollte es nicht so wahrhaben. Auf dem Sportplatz fallen schon mal harte Worte, das sollte man nicht so hochhängen. In der Live-Aktion von der Bank aus war es ein ganz klarer Tritt in die Beine, ohne den Ball erwischen zu können. Den Angriff unterbinden zu wollen kann man machen, aber so was ist für mich eine Rote Karte."

FSV-Coach Jan-Moritz Lichte nahm derweil Geiger ein wenig in Schutz: "Ich glaube, dass die Entscheidung okay war. Wir haben danach noch kurz gesprochen. Ich glaube ihm, dass er keinen verletzen wollte."

Hoeneß: "Leider eine harte Auslegung"

Auch Sebastian Hoeneß sprang seinem Schützling bei. "Ich glaube, es geht darum, dass er den Konter unterbinden möchte; nicht, den Spieler zu verletzen. Ich sage nicht, dass es eine Fehlentscheidung ist, aber leider eine harte Auslegung. Wenn wir es schlau machen, machen wir es an der Schulter, dann springt nicht gleich die ganze Bank auf." Geiger habe Onisiwo lediglich einen "Gehfehler" beibringen wollen, so Hoeneß weiter, also eine Berührung am Bein, die ihn zum Hinfallen bringt.

So sah es auch Oliver Baumann, der indes die Erklärung mitlieferte, warum die Aktion letztlich trotz fehlender bösartiger Intention mit einem Platzverweise endete: "Er will ihm einen Gehfehler geben. Es ist die Dynamik, die es ausmacht, weil es direkt in den Gegner geht", so der TSG-Keeper, der anfügte, dass der Ärger der Hoffenheimer auch mit einer anderen Zweikampfbeurteilung durch den Schiedsrichter zutun hatte. "Wir hatten danach noch über eine Aktion gegen Andrej (Kramaric; d. Red.) direkt zuvor geredet, bei der er (Stegemann) gesagt hat, dass es ihm zu wenig war. Dann war es ihm dann zu viel."

jom

Bilder zur Partie 1. FSV Mainz 05 - TSG Hoffenheim