Olympia

"Geheul und Geschrei" - Ohren-Biss in Tokio - Wirbel um Party im olympischen Dorf

Olympia-Splitter vom Dienstag

"Geheul und Geschrei" - Ohren-Biss in Tokio - Wirbel um Party im olympischen Dorf

Sorgte mit Bilder auf Instagram für Wirbel: Cristina Ouvina.

Sorgte mit Bilder auf Instagram für Wirbel: Cristina Ouvina. imago images/Xinhua

+++ Nach Party-Bilder: Ouvina bittet um Verzeihung +++

Nachdem die Cristina Ouvina brisante Fotos von feiernden Athleten und Athletinnen aus dem olympischen Dorf via Instagram geteilt hatte, war Kritik aufgekommen. Auf den Aufnahmen waren Alkohol-Flaschen zu sehen, ebenso wurden keine Abstände eingehalten oder Masken getragen. Mittlerweile hat die spanische Basketball-Nationalspielerin die Fotos und Videos wieder gelöscht, allerdings war die Büchse der Pandora bereits geöffnet. Ouvina bat nun um Entschuldigung. "Es war falsch von mir, diesen Teil meiner olympischen Erlebnisse zu teilen, aber ich möchte betonen, dass wir Sportler in Tokio uns alle der pandemischen Situation bewusst sind, in der wir leben, und dass wir mit niemandem außerhalb der großen Blase im Dorf Kontakt aufnehmen sollten", schrieb die 30-Jährige auf Instagram. "Ich möchte mich bei denjenigen entschuldigen, die durch die Bilder (...) möglicherweise verärgert wurden", schrieb sie weiter. Alle Athleten respektierten "sehr die Gesundheitsprotokolle, die vom IOC und den japanischen Behörden festgelegt wurden."

+++ Gold für Deutschland in der Dressur +++

Die deutsche Dressur-Equipe gewinnt bei den Olympischen Spielen in Tokio erneut Gold. Es ist der 14. Olympia-Sieg für ein deutsches Team in dieser Disziplin. Und am Mittwoch winkt im Einzel weiteres Edelmetall. Isabell Werth strahlte bereits, bevor das Ergebnis offiziell war. Die 52 Jahre alte Rekordreiterin feierte am Dienstag mit dem deutschen Dressur-Dreamteam in Tokio erneut Edelmetall. Gemeinsam mit Dorothee Schneider aus Framersheim und Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen siegte die Rheinbergerin überlegen und sammelte bereits ihre siebte goldene Medaille bei Olympischen Spielen ein. Team-Silber ging an das US-Trio vor Großbritannien. "Wir sind ein Super-Team", schwärmte Schneider und lobte zudem: "Super-Pferde, Super-Reiter!" Die ebenfalls 52 Jahre alte Start-Reiterin, die wegen eines Sturzes Olympia beinahe verpasst hätte, zeigte nach einem kleinen Fehler in der Qualifikation im Grand Prix Special einen starken Auftritt. Mit Showtime gelang ihr ein fast fehlerfreier Ritt und die Führung für ihr Team.

+++ Turnen: Biles steigt aus Mehrkampf-Finale aus +++

Simone Biles

Ist nicht mehr in Tokio am Start: US-Star Simone Biles. imago images/Agencia EFE

Kunstturn-Superstar Simone Biles ist beim Mannschafts-Finale in Tokio nach dem ersten von vier Geräten ausgestiegen. Dies gab der US-Verband via Twitter bekannt. Die Rekord-Weltmeisterin absolvierte nur den Sprung und blieb unter ihren Möglichkeiten. Anschließend verschwand sie in den Katakomben, kehrte mit einem Trainingsanzug bekleidet zurück und verfolgte den Wettkampf als Zuschauerin. Laut erster Meldungen aus den USA soll sie keine Verletzung erlitten haben, sondern vielmehr mentale Probleme haben.

+++ Ein Biss erinnert an Tyson +++

Da wurden Erinnerungen an Mike Tyson wach: Wie einst der legendäre Schwergewichts-Champion biss nun bei den Olympischen Spielen in Tokio auch der marokkanische Boxer Youness Baalla (22) nach dem Ohr seines Gegners. Der Neuseeländer David Nyika (25) hatte aber etwas mehr Glück als Evander Holyfield im Juni 1997, als Tyson ihm ein Stück aus dem rechten Ohr biss. "Er hat mich zum Glück nicht erwischt, weil er seinen Mundschutz trug und ich ein bisschen verschwitzt war", sagte Nyika nach dem Achtelfinal-Kampf im Schwergewicht über die Attacke seines Gegners. Baalla hatte in der dritten Runde ein paar Treffer kassiert, ehe er seine Arme um Nyika legte und nach dessen rechtem Ohr schnappte. "Ich bin bei den Commonwealth Games schon mal in die Brust gebissen worden", sagte Nyika, "aber komm schon, Mann - das sind die Olympischen Spiele!" Nach dem Angriff hatte er protestierend zur Ringrichterin geblickt, die Baala ermahnte, aber weiterboxen ließ. Der Übeltäter verlor den Kampf 0:5. Tyson wurde vor 24 Jahren disqualifiziert, der Kampf nach der dritten Runde abgebrochen. Dem US-Amerikaner wurde daraufhin seine Lizenz zunächst auf unbestimmte Zeit entzogen.

+++ Tennis-Doppel Zverev/Struff erreicht olympisches Viertelfinale +++

Die deutschen Tennisprofis Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff haben ihre Chance auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen im Doppel gewahrt. Das Duo gewann am Dienstagabend in Tokio gegen die Franzosen Jeremy Chardy und Gael Monfils 6:4, 7:5. Dank des zweiten Siegs zog das letzte im Wettbewerb verbliebene deutsche Herren-Doppel ins Viertelfinale ein. Unter Flutlicht auf Außenplatz vier und unterstützt von der kleinen deutschen Tennis-Delegation auf den Zuschauerplätzen ließ die Paarung bei 5:3-Führung zunächst drei Satzbälle in Serie aus. Bei Aufschlag von Struff gelang der erste Satzgewinn. Auch im zweiten Durchgang reichte ein Break. Im Viertelfinale treffen Zverev und Struff nun auf die US-Profis Austin Krajicek und Tennys Sandgren. Zuvor waren Kevin Krawietz und Tim Pütz im Doppel-Achtelfinale ausgeschieden. Im Einzel-Achtelfinale ist der Deutsche Tennis Bund noch mit Zverev und Dominik Koepfer vertreten.

+++ "Geheul und Geschrei": Nach Triathlon-Gold klingelt die Polizei +++

Kristian Blummenfelt

Da darf laut Polizei auch mal gefeiert werden: Kristian Blummenfelt hat im Triathlon gewonnen und seine Familie glücklich gemacht. imago images/Kyodo News

Da hat jemand wohl zu laut gejubelt. Als Kristian Blummenfelt in Tokio wie entfesselt zu Triathlon-Gold rannte, ließ auch die Familie des Norwegers daheim in Bergen (fast) alle Hemmungen fallen. Doch die überbordende Freude über den Olympiasieg rief in der Nacht auf Montag die Polizei auf den Plan. Um 1.25 Uhr klingelte ein Nachbar im Stadtteil Aarstad bei der örtlichen Wache durch und meldete "viel Geheul und Geschrei sowohl von Frauen als auch Männern" aus einem nahen Garten, wie die Polizei mitteilte. Dort hatte Papa Trond Blummenfelt ein Zelt aufgebaut für die Olympia-Party, die dann etwas aus dem Ruder lief. Die Polizisten gingen dem Hinweis nach, zeigten sich aber nachsichtig mit den Ruhestörern. "Das muss erlaubt sein", sagte Knut Dahl-Michelsen von der zuständigen Wache. "Wenn ein Bergenser Olympia-Gold holt, ist es innerhalb des Erlaubten, ein bisschen zu rufen und zu schreien - auch mitten in der Nacht."

+++ Triathletin Duffy holt erstes Gold für Bermuda +++

Flora Duffy wirkte nach ihrer historischen Goldmedaille etwas verlegen. Fast schon schüchtern winkte die Triathletin als erste Olympiasiegerin Bermudas den Fotografen im Odaiba Marine Park von Tokio am Dienstag zu. "Das ist so viel größer als ich. Das ist ein cooler Moment", sagte sie nach dem Rennen ihres Lebens.

+++ Showtime: Schneider bringt Deutschland auf Goldkurs +++

Dorothee Schneider hat die deutsche Dressur-Equipe mit einer tollen Vorstellung auf Goldkurs gebracht. Auf ihrem Hannoveraner Wallach Showtime leistete sich die 52-Jährige aus Framersheim als erste deutsche Reiterin im Grand Prix Special lediglich einen kleinen Wackler bei der Piaffe-Passage und vergaloppierte sich kurz, kam aber auf starke 80,608 Prozentpunkte und sorgte für die zwischenzeitliche Führung. Die deutsche Equipe hat in Tokio das 14. Mannschaftsgold seit 1928 im Visier. Als zweite deutsche Reiterin geht am Dienstag die sechsmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) mit Bella Rose auf das Viereck im Baji Koen Equestrian Park, den Abschluss macht die im Grand Prix überragende Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) mit Dalera.

+++ Ressel muss sich mit Rang fünf begnügen +++

Dominic Ressel hat die erste Medaille für die deutschen Judoka knapp verpasst. Der 28-Jährige aus Wiesbaden verlor das kleine Finale in der Klasse bis 81 kg gegen den Österreicher Shamil Borchashvili und wurde damit Fünfter. Es wäre die erste Männer-Medaille im Judo seit dem Silber von Ole Bischof 2012 in London gewesen. Im Viertelfinale hatte Ressel zuvor unglücklich in der Verlängerung nach Videoentscheidung gegen den japanischen Ex-Weltmeister Takanori Nagase verloren, danach zog er mit einem Trostrunden-Sieg über Alan Chubezow ins kleine Finale ein. Seine ersten beiden Gegner Wesam Abu Rmilah aus Palästina und Frank de Wit aus den Niederlanden hatte der frühere EM-Zweite bezwungen. Damit war Ressel am vierten Wettkampftag der erste DJB-Starter, der in Tokio einen Kampf gewann.

+++ Ferreira erster Olympia-Sieger im Surfen +++

Italo Ferreira

Übergroße Freude: Italo Ferreira hebt nach seinem Surf-Triumph ab. POOL/AFP via Getty Images

Der Brasilianer Italo Ferreira hat die Olympia-Premiere im Surfen gewonnen. Der 27 Jahre alte Wellenreiter setzte sich am Dienstag im Finale am Tsurigasaki Surfing Beach klar gegen den Japaner Kanoa Igarashi (23) durch. Dritter wurde der 31 Jahre alte Australier Owen Wright. Der einzige deutsche Surfer Leon Glatzer (24) war bei der Olympia-Premiere bereits in der zweiten Runde ausgeschieden.

+++ Zahl der Corona-Infektionen in Tokio steigt auf Rekord +++

Während der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio auf einen Rekordstand gestiegen. Am Dienstag meldete die Hauptstadt 2848 Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit wurde der vorherige Höchststand vom 7. Januar mit 2520 Fällen übertroffen. Experten hatten schon vor dem Beginn der Spiele gewarnt, dass die Neuinfektionen binnen eines Tages während des Spektakels auf über 3000 steigen könnten. Die Lage könnte "kritisch" werden, hieß es. Tokio befindet sich im mittlerweile vierten Corona-Notstand.

Nicht die Olympia-Teilnehmer seien aber das Hauptproblem, hatte der Politikprofessor Koichi Nakano von der Sophia University in Tokio kürzlich der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Vielmehr sei es der Umstand, dass die Spiele überhaupt stattfinden zu einem Zeitpunkt, da die Bevölkerung über den immer wieder verlängerten Corona-Notstand zunehmend "frustriert" sei. "Die Leute werden ungeduldig und hören nicht mehr auf die Regierung". Das durch Japans Medien geschürte Interesse an den Spielen trage dazu bei, dass viele Bürger ungeachtet der Appelle der Regierung nicht zu Hause blieben, sondern wie bei den Radrennen so nah wie möglich etwas von Olympia mitbekommen wollten.

+++ Boll scheitert im Achtelfinale +++

Für Tischtennis-Altmeister Timo Boll ist der Traum von seiner ersten Olympia-Medaille im Einzel geplatzt. Der 40 Jahre alte Europameister schied durch ein 1:4 gegen den Südkoreaner Jeoung Young Sik zum vierten Mal in Folge im Achtelfinale aus. Ob die Spiele 2024 für ihn in Frage kommen - es wäre dann seine siebte Olympia-Teilnahme -, ließ das Ass an der Platte noch offen: "Es ist noch lange hin bis Paris. Und gerade in meinem Alter wird jedes Jahr länger und länger. Ich schaue einfach von Jahr zu Jahr." Noch im Rennen ist dagegen sein Kollege Dimitrij Ovtcharov, der ab 14.30 MESZ um den Einzug ins Viertelfinale kämpft.

+++ Überraschendes Aus: Osaka ist genervt +++

Naomi Osaka

Hat sich verfrüht verabschiedet: Japans Tennis-Star Naomi Osaka. AFP via Getty Images

Für einen Topstar der Olympia-Gastgeber sind die Sommerspiele in Tokio vorbei. Naomi Osaka, Goldmedaillen-Favoritin im Tennis, verliert überraschend früh. Ihre Rückkehr nach ihrem Rückzug von den French Open endet mit einer Enttäuschung. "Ich habe definitiv das Gefühl, dass es eine Menge Druck gab", sagte Osaka am Dienstag nach dem 1:6, 4:6 gegen die stark spielende Tschechin Marketa Vondrousova. Es sei für ihre ersten Olympischen Spiele vielleicht ein bisschen viel Druck gewesen.

+++ Tennis-Doppel Krawietz/Pütz scheidet im Achtelfinale aus +++

Der zweimalige French-Open-Sieger Kevin Krawietz und Tim Pütz sind im Achtelfinale des Doppel-Wettbewerbs beim olympischen Tennis-Turnier ausgeschieden. Das Duo aus Coburg und Frankfurt verlor am Dienstag gegen die britische Paarung Andy Murray und Joe Salisbury mit 2:6, 6:7 (2:7). "Es ist sauärgerlich, weil wir dann doch nah dran waren im zweiten. Aber die Briten haben sehr, sehr gut gespielt und am Ende auch verdient gewonnen", so Pütz.

+++ Boxerin Apetz: Aus in der ersten Runde +++

Weltergewichtsboxerin Nadine Apetz ist bei den Olympischen Spielen in Tokio in der ersten Runde ausgeschieden. Die 35-Jährige aus Köln verlor am Dienstag ihren Kampf in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogram gegen Lovlina Borgohain aus Indien knapp 2:3 nach Punkten. "Es war ein enger Kampf, es sind die Olympischen Spiele und nicht nur irgendein Turnier. Da musst du alles geben und das habe ich, denke ich. Leider war es nicht genug", sagte die Doktorandin, die als erste Frau aus Deutschland als Boxerin an Olympia teilgenommen hat.

+++ Wasserspringerinnen Punzel und Wassen nur knapp an Bronze vorbei +++

Den deutschen Wasserspringern fehlte nicht viel zur zweiten Medaille. Tina Punzel und Christina Wassen belegten im Synchronspringen vom Turm den fünften Platz. Auf Bronze und Mexiko fehlten am Dienstag 6,84 Punkte. Olympiasiegerinnen wurden erwartungsgemäß die Chinesinnen Chen Yuxi (15) und Zhang Jiaqi (17) mit 363,78 Punkten vor Jessica Parratto und Delaney Schnell aus den USA.

+++ Schweizer Dreifach-Triumph im Mountainbike-Rennen +++

Jolanda Neff ist die erste Schweizer Olympiasiegerin im Mountainbike. Die 28-Jährige gewann das Rennen der Sommerspiele von Tokio am Dienstag beim Schweizer Dreifach-Erfolg vor Sina Frei und Linda Indergand. Die deutschen Starterinnen Ronja Eibl (Grosselfingen) und Elisabeth Brandau (Schönaich) belegten die Plätze 19 bzw. 32.

+++ Schwimmen: Gose und Bruhn verpassen Finale +++

Trotz guter Leistung im Halbfinale raus: Isabel Gose.  picture alliance

Olympia-Debütantin Isabel Gose hat bei den olympischen Schwimm-Wettbewerben in Tokio ihren zweiten Finaleinzug verpasst. Die 19-Jährige kam am Dienstag im Halbfinale über 200 Meter Schmetterling auf 1:57,07 Minuten. Platz elf reichte nicht für das Finale am Mittwoch. Gose hatte zuvor im Endlauf über 400 Meter Freistil am Vortag als Sechste überzeugt und war damit beste Europäerin. Für Annika Bruhn war im Halbfinale ebenfalls Endstation. Sie belegte in 1:57,62 Minuten Rang 14. Schnellste war die Australierin Ariarne Titmus, die Olympiasiegerin über die 400 Meter Freistil.

+++ Erster Dopingverdacht: Yelistratova ausgeschlossen +++

Die ukrainische Triathletin Yuliya Yelistratova ist wegen Dopingverdachts vom olympischen Rennen ausgeschlossen worden. Das teilten die Organisatoren am Montag mit. Bei der 33-Jährigen war bei einer Kontrolle vom 5. Juni eine verbotene Substanz entdeckt worden, der Triathlon-Weltverband war darüber am 24. Juli informiert worden. Yelistratova ist nun vorläufig gesperrt und hat das Recht, die B-Probe analysieren zu lassen.

+++ Leichtathletik: Makhloufi sagt ab +++

Sagte für Olympia ab: Taoufik Makhloufi.    imago images/Xinhua

Taoufik Makhloufi, 1500-Meter-Olympiasieger von 2012, hat seinen Start bei den Olympischen Spielen in Tokio abgesagt. Wegen einer Knieverletzung sei er nicht in Topform und verzichte schweren Herzens auf den Flug nach Japan, teilte der 33 Jahre alte Algerier am Montag auf Facebook mit. Er habe schon seit längerem Probleme mit dem Knie, bis zuletzt habe er auf einen Start gehofft. Nun will er sich auf 2022 und die WM in den USA konzentrieren. Makhloufi hatte 2016 in Rio de Janeiro Olympia-Silber über 800 und 1500 Meter gewonnen.

+++ Schießen: Wimmer/Reitz verpassen Finale +++

Europameisterin Carina Wimmer (Kelheim Gmünd) und Sportschütze Christian Reitz (Regensburg) haben bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaille deutlich verfehlt. Im Mixed-Wettbewerb mit der Luftpistole belegte das Duo des Deutschen Schützenbundes (DSB) mit 571 Ringen am Dienstag den zwölften Platz und verpasste den Einzug in die nächste Runde. Sportsoldatin Wimmer steuerte 281 Ringe bei, Reitz kam auf 290 Ringe.

Für Wimmer und Reitz war es der zweite Einsatz in Japan. Wimmer war im Luftpistolen-Einzel als 20. in der Qualifikation gescheitert. Reitz - Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole 2016 - hatte mit seiner Nebenwaffe den fünften Platz erreicht. Er peilt zum Abschluss der Schützenwettbewerbe am kommenden Montag eine Medaille in seiner Paradedisziplin an.

Die deutschen Medaillengewinner im Überblick

+++ Wunsch nach "Freundin, Hund, Bier" - Geschke setzt Quarantäne zu +++

Radprofi Simon Geschke setzt die Corona-Quarantäne bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht nur mental, sondern auch physisch zu. "Mir geht es mittlerweile vor allem körperlich nicht so gut, und ich glaube, das liegt eher nicht an Covid-19. Mir tut vor allem der Rücken weh vom vielen im Bett Liegen. Mir fehlt auch Sonnenlicht, mir fehlt Bewegung, mir fehlt frische Luft, wir dürfen hier ja nicht mal die Fenster öffnen", erzählte Geschke in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag). Der 35 Jahre alte Routinier war vor dem olympischen Straßenrennen positiv getestet worden und ist seither in Tokio isoliert.

In dem Hotel sei das Essen "leider eine Katastrophe", schilderte der Radprofi, der sich nach eigener Aussage vegan ernährt. "Es gibt kein Obst, ein bisschen Gemüse, von der Qualität her wie im Flugzeug. Im Grunde esse ich seit vier Tagen Reis mit Sojasauce." Nach seiner Rückkehr in die Heimat, die vorbehaltlich negativer Corona-Tests frühestens am Sonntag ansteht, freue er sich auf ein Bier, seinen Hund und seine Freundin. "Wobei die Reihenfolge eher lauten müsste: Freundin, Hund, Bier. Und dann gehe ich erst mal richtig schlafen."

+++ Fischer wünscht Werth die historische Ablösung +++

Die frühere Kanutin Birgit Fischer hätte kein Problem mit einer Ablösung als erfolgreichste deutsche Olympia-Teilnehmerin. "Es wird Zeit für jemand anderes, ich war das jetzt sehr lange", sagte Fischer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Denn Dressurreiterin Isabell Werth (52) kann bei den Olympischen Spielen in Tokio mit zwei weiteren Goldmedaillen zu Fischer aufschließen, die acht Olympiasiege auf ihrem Konto hat. Die erste Gold-Chance für Werth bietet sich am Dienstag (10.30 Uhr MESZ) mit der Mannschaft. Die Reiterin und die sieben Jahre ältere frühere Ausnahmekanutin hätten dann jeweils achtmal olympisches Gold und viermal Silber gewonnen.

Die Olympiasiege sieben und acht "wünsche ich ihr", sagte Fischer: "Isabell Werth ist eine Frau, die so viel geleistet hat. Sie ist Trainerin und Sportlerin zugleich - so wie ich auch. Nur dass ich nicht ein Pferd, sondern mich trainiert habe." Fischer holte ihre Olympiasiege in einem Zeitraum von Moskau 1980 bis Athen 2004. Werth triumphierte erstmals 1992 in Barcelona mit ihrem fast schon legendären Pferd Gigolo. "Das ist eine großartige Leistung. Sie ist so lange dabei, das muss man erst mal schaffen", sagte Fischer. "Jeder, der zu Olympia fährt, muss ein hohes Maß an körperlicher und geistiger Fitness haben. Egal in welcher Sportart."

+++ BMX-Mitfavorit kollidiert mit Offiziellem +++

Der Niederländer Niek Kimmann ist im Training für das olympische BMX-Rennen heftig mit einem Streckenposten kollidiert. Der Medaillenkandidat fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf der zweiten Geraden des Ariake Urban Sports Park in Tokio, als ein Offizieller die Fahrbahn überquerte. Ein Video von dem Crash wurde auf Twitter tausendfach geteilt. "Mein Knie ist ein wenig schmerzhaft, aber ich werde mein Bestes geben. Ich hoffe, dem Offiziellen geht es gut", twitterte der Ex-Weltmeister. Kimmann hat seinen ersten Einsatz am Donnerstag im BMX Race. Deutsche Teilnehmer stehen nicht am Start.

Die Splitter vom Montag:

Bronze im Kanu - Sensation im Tischtennis - Live-Heiratsantrag

kon/dpa/sid

Ein Taifun und ganz viel Geschicklichkeit - Impressionen aus Tokio