Regionalliga

Gegentribüne des GAZI-Stadions gesperrt

Holzkonstruktion weist erhebliche statische Mängel auf

Gegentribüne des GAZI-Stadions gesperrt

Die Gegentribüne des GAZI-Stadions wird vorerst gesperrt bleiben.

Die Gegentribüne des GAZI-Stadions wird vorerst gesperrt bleiben. imago

Nach einer Überprüfung der Statik sind im Stuttgarter GAZI-Stadion am Dach der Gegentribüne Mängel festgestellt worden. Die 1998 errichtete Überdachung der Tribüne sei an vielen Stellen vom Regen aufgeweicht oder von Pilzen befallen, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Einer ersten Einschätzung zufolge ist es zwingend notwendig, die komplette Holzkonstruktion zu entfernen. Somit blieb der Stadt, die der Eigentümer der 1905 errichteten Spielstätte ist, nichts anderes übrig, als die Tribüne zu sperren. Die darunter liegende Stahlkonstruktion sei allerdings nicht beeinträchtigt und wird aller Voraussicht nach als Grundlage für die neue Überdachung dienen. "Das Gutachten des Statikers lässt uns keine Alternative", sagte Günther Kuhnigk, Leiter des Amts für Sport und Bewegung, über den aktuellen Sachstand. "Die Hauptnutzer des Stadions sind über die sofortige Sperrung informiert. Gemeinsam mit den zuständigen Fachämtern, dem Statiker sowie einem erfahrenen Planungsbüro haben wir bereits mögliche Lösungsansätze erörtert. Ziel ist es, die Gegentribüne so schnell wie möglich, spätestens jedoch Ende des Jahres, wieder für die Nutzung freizugeben", so Kuhnigk.

Kickers-Präsident Professor Dr. Lorz

Hat die schlechten Nachrichten gefasst aufgenommen: Kickers-Präsident Professor Dr. Rainer Lorz. picture alliance

Stuttgarter Kickers - Vereinsdaten
Stuttgarter Kickers

Gründungsdatum

21.09.1899

Vereinsfarben

Blau-Weiß

VfB Stuttgart II - Vereinsdaten
VfB Stuttgart II

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

Spielbetrieb wird fortgesetzt - Kapazität deutlich verringert

Der Zeitraum der Sanierung, der auch die U-19-Europameisterschaft, am 17. Juli treffen Italien und Portugal aufeinander, und die ersten Heimspiele der beiden Regionalligisten Stuttgarter Kickers und VfB II überschneidet, hat allerdings nur Auswirkungen auf die Zuschauerkapazitäten, nicht auf den Spielbetrieb. Das Stadion, das 11.468 Plätze fast, wird für diesen Zeitraum mit einer auf rund 6.623 Zuschauer verringerten Gesamtkapazität weiter genutzt werden können. Logischerweise trifft das Gutachten und die damit verbundenen Folgen die Vereine, speziell die Kickers, hart: "Für uns als Hauptmieter des Stadions ist die Nachricht alles andere als positiv. Der Dauerkartenverkauf und die Ticketing Einnahmen sind für unseren Verein sehr wichtig. Wir vertrauen der Stadt Stuttgart und drängen gleichzeitig auf eine schnelle Lösung", sagte Kickers-Präsident Professor Dr. Rainer Lorz.

Improvisation beim Ticketing

Speziell beim Ticketing wird es für alle Beteiligten Einbußen geben. Auch beim anstehenden U-19-Länderspiel muss improvisiert werden: Die 500 bereits verkauften Karten für die Gegentribüne bleiben weiterhin gültig, werden allerdings auf die Westtribüne umgebucht. Die Karteninhaber werden laut Angaben der Stadt vorab darüber schriftlich informiert. Bei den Kickers wird der Dauerkarten-Vorverkauf laut Marc-Nicolai Pfeifer, Kaufmännischer Leiter der Blauen, "wie geplant ablaufen". Auch hier werden die Mitglieder und Kaufinteressierten schriftlich informiert und es wird "in Abstimmung mit den Fanvertretern" in Kürze bekanntgegeben, "welcher der Stimmungsblock in der Übergangsphase sein wird".

Trotz dieses unvorhergesehenen Problems sind die Stuttgarter Kickers laut Professor Dr. Lorz "auf einem guten Weg zu einer jungen, engagierten und mutigen Mannschaft, die in der Lage ist, unsere sportlichen Ziele in der Regionalliga zu erreichen".

kög