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Gebrochener Daumen: Packers-Star Rodgers hat die Play-offs dennoch im Visier

Green Bay braucht eine Siegesserie - angefangen in Philadelphia

Gebrochener Daumen: Packers-Star Rodgers hat die Play-offs dennoch im Visier

Richtet den Fokus nur auf die Saison, nicht auf seinen Daumen: Packers-Quarterback Aaron Rodgers.

Richtet den Fokus nur auf die Saison, nicht auf seinen Daumen: Packers-Quarterback Aaron Rodgers. IMAGO/ZUMA Wire

Bis zum ersten Gastspiel in London waren die Packers ziemlich auf Kurs - trotz 7:23-Abreibung zum Saisonstart bei den Minnesota Vikings. Seither plagt sich Spielmacher Aaron Rodgers aber nicht nur weiter mit Problemen in seinem Receiving Corps herum, vielmehr trägt er seither auch noch eine Bandage um den Daumen seiner rechten Wurfhand. Der genaue Grund: Der Daumen ist gebrochen!

Das hat der in den vergangenen beiden Jahren jeweils zum MVP der Liga gekürte "Gunslinger" nun im Gespräch mit "The Athletic" offiziell gemacht. "Ich glaube, ich hatte schon schlimmere Verletzungen, mit denen ich gespielt habe", so Rodgers, der hier allerdings direkt auch klargemacht hat: "Ich werde meinen Daumen nicht als Entschuldigung heranziehen." Der Fokus liege weiter voll und nur auf der Saison.

Keine OP - und viel Zuversicht

Passiert ist die Verletzung jedenfalls beim erwähnten London-Gastspiel Green Bays, dem ersten Spiel außerhalb der USA für die Packers überhaupt. Bei der späten wie unnötigen 22:27-Niederlage gegen den New York Giants im Tottenham Hotspur Stadium zog sich Rodgers den Bruch im letzten Spielzug zu. Seitdem spielt der 38-Jährige mit der Verletzung an seiner Wurfhand - und seitdem ist es um den eigentlichen NFC-Giganten schlecht bestellt (nur ein Sieg aus sieben Partien, Bilanz insgesamt nur noch bei 4:7).

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Auf gerade einmal 5,8 Yards bringt es Rodgers nur noch im Schnitt pro angebrachtem Pass, darüber hinaus hat der Super-Bowl-Sieger von 2011 neben vielen sichtlich ungenauen Würfen erst 19 Touchdown-Pässe und schon stolze sieben Interceptions vorzuweisen. Zum Vergleich: Letztmals sind "A-Rod" in der Regular Season 2016 sieben Interceptions passiert, damals allerdings zugleich auch stolze 40 Touchdown-Würfe geglückt.

Eine Operation, wie sie etwa Dak Prescott von den Dallas Cowboys in dieser Spielzeit ebenfalls nach einem Daumenbruch vollzogen hat, sei für Rodgers aber nicht in Betracht bekommen: "Ich kenne das Ausmaß seiner Verletzung nicht, aber ich glaube nicht, dass meine Verletzung so schlimm ist." Er rechne auch nicht damit, dass in der Offseason eine Operation folgen muss.

Vielmehr wolle sich der schon seit 2005 für "The Pack" spielende Quarterback vollends auf den Rest der Saison fokussieren - angefangen mit dem wichtigen Sunday Night Game bei den starken Philadelphia Eagles, die mit ihrer Bilanz von 9:1 das beste Team der Liga sind. "Die Pause hat geholfen", meint Rodgers diesbezüglich und in Verbindung zur 17:27-Niederlage gegen die Tennesee Titans (7:3) bereits am Donnerstag vor einer Woche. "Ich fühle mich diese Woche schon definitiv besser."

Watson als neue Rodgers-Waffe

Was außerdem Mut macht: Die Defense der Packers hat gegen Titans-Ass Derrick "King" Henry das Laufspiel sehr gut verteidigt - und Philly kommt mit Spielmacher Jalen Hurts oder Running Back Miles Sanders ebenfalls oft über den Boden angerannt. Zudem hat sich Rookie-Receiver Christian Watson mit seinen fünf Touchdowns in den vergangenen beiden Spielen zu einer echten Waffe für Rodgers entwickelt, während auch der wieder fitte Routinier Randall Cobb (zuletzt sechs Catches bei sechs Pässen in seine Richtung) eine Adresse ist - neben dem ohnehin schon etablierten Allen Lazard, der sich allerdings steigern muss (nur fünf Catches bei elf Targets zuletzt).

Obendrein müssen die Käsestädter und eben auch Rodgers zusehen, Turnover zu vermeiden. Denn die Eagles-Abwehr lässt im Schnitt nur unter 20 Punkte pro Spiel zu und hat schon 20 Balleroberungen in Form von erzwungenen Fumbles oder Interceptions vorzuweisen - Platz 1 in der Liga. Alles in allem verspricht dieser Showdown in Philadelphia viel - und eben auch den Fakt, dass es für Green Bay eine Art "Do or die"-Spiel ist. Denn eine weitere Niederlage kann sich das stolze Team aus "Titletown" im Grunde wirklich nicht mehr erlauben.

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