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gamescom 2022: Kühnert muss "Mist wegräumen, den einem die FDP hingelegt hat"

Debatt(l)e Royale

gamescom 2022: Kühnert muss "Mist wegräumen, den einem die FDP hingelegt hat"

Die Teilnehmer des Debatt(l)e Royale.

Die Teilnehmer des Debatt(l)e Royale. kicker eSport

Ein Battle war die diesjährige Debatte zum Start des gamescom congress 2022 nicht. Mit Kevin Kühnert (SPD), Emily Brüning (Grüne) und Bijan Djir-Sarai (FPD) nahmen drei Mitglieder von Parteien der bundesweiten Ampel-Koalition an der politischen Diskussion teil. Thomas Jarzombek (CDU) komplettierte in Vertretung für den verhinderten Generalsekretär der CDU, Mario Czaja, die Runde.

Seine Partei hatte die Games-Förderung auf den Weg gebracht, weshalb oft Einigkeit und Harmonie innerhalb der Themen aus Games und Kultur, Games und Wirtschaft und Innovationstreiber Games (Gamification) herrschte. 

Gemeinnützigkeit des eSport schon in 2023?

Hitzig wurde es nur kurz während die politischen Kräfte den deutschen Indie-Hit "Dorfromantik" im Koop spielten. Kühnert, gar nicht zufrieden mit der Platzwahl des Teilchens von Djir-Sarai, scherzhaft: "Immer muss man den Mist wegräumen, den einem die FDP hingelegt hat."

Humorvoll und Informativ ging es zu. Die Gemeinnützigkeit des eSports in Deutschland will die Ampel endgültig auf den Weg bringen. Diese soll neben steuerrechtlichen Vorteilen weitere mit sich bringen. Während Kühnert sich ein zaghaftes "machen das in dieser Legislaturperiode" abrang, war Djir-Sarai etwas konkreter in seinen abschließenden Worten: "Wenn wir hier nächstes Jahr wieder sitzen, haben wir die Gemeinnützigkeit hoffentlich nach vorne gebracht."

Lücke schließen

Jarzombek sprach noch einmal die Probleme an, auf die die vorherige Koalition aus CDU und SPD mit dem Olympischen Sportbund (DOSB) in der Debatte gestoßen sei. Dieser wolle eine Gemeinnützigkeit nur für Sportspiele. Der ehemalige Beauftragte des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups sagte, die "absurde Unterscheidung zwischen Sport-Simulationen und eGames" müsse aufhören. Auf hohem strategischem Niveau und mit großer Konzentration werde schließlich beides gespielt. 

Der FPD-Generalsekretär ging noch einen Schritt weiter und forderte einen Ausbau der Games-Förderung auf das Level von Kanada oder Korea - Länder, in denen seit Jahren große Summen in den Ausbau des Games-Wirtschaftszweigs, aber auch in die eSport-Szene gesteckt werden: "Wir müssen über die Zunahme der Mittel sprechen." Er wolle Rahmenbedingungen schaffen, die Spitzenkräfte anlockten. Mit Blick auf 2024 solle der Umfang der Förderung den derzeitigen jährlichen Betrag von 50 Millionen Euro übersteigen. 

Hassrede konsequenter verfolgen

Die Geschäftsführerin der Grünen will weiter gegen Hassrede und Diskriminierung vorgehen: "Wir müssen die Polizei viel mehr schulen. Es muss hier viel mehr verfolgt werden." Zusätzlich will sie aber auch die Plattformen in die Pflicht nehmen, um frühzeitig gegen Vergehen vorgehen zu können. Videospiele seien eine "große Chance, um Menschen vorurteilsfrei zu begegnen", sie würden Barrieren abbauen, jedoch müsse die Branche auch an der "Form des Umgangs" arbeiten.

Die politischen Themen des Gamings liegen damit auf dem Tisch, es liegt nun an der Ampel-Regierung diese zeitnah umzusetzen und weiter auszubauen. 

Benja Hiller

Unsere ersten Eindrücke von der gamescom 2022