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FVI-Coach Bachthaler: "Nach und nach meine Idee übertragen"

Familiärer Frieden in Illertissen? "Eher nicht!"

FVI-Coach Bachthaler: "Nach und nach meine Idee vom Fußball übertragen"

Seit Kurzem wieder Trainer in Illertissen: Holger Bachthaler.

Seit Kurzem wieder Trainer in Illertissen: Holger Bachthaler. imago/Buthmann

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Herr Bachthaler, herzlichen Glückwunsch zur neuen Aufgabe. Der Name Bachthaler ist ja quasi untrennbar mit dem Aufstieg und den Erfolgen des FV Illertissen verbunden. Ihr Vater als Trainer und Funktionär, Sie als Trainer. Mittlerweile spielt sogar der eigene Sohn in der Landesligamannschaft des FVI. Ist der Job im Illertal deshalb auch eine Herzensangelegenheit für Sie?

Ehrlich gesagt habe ich bis vor Kurzem nicht mit dem Gedanken gespielt, wieder das Traineramt beim FV Illertissen zu übernehmen. Aber aufgrund der dortigen Entwicklung bin ich gerne bereit, Verantwortung zu übernehmen, und hoffe, dass wir die nicht einfache sportliche Situation gemeinsam erfolgreich meistern werden.

Sie kennen den Verein und sein Umfeld genau. Durch die Erfolge in Ihrer ersten Trainerperiode in Illertissen wecken Sie sicher Hoffnungen?

Meine Vergangenheit beim FVI hat mir sicherlich in den ersten Tagen den Einstieg erleichtert, aber es geht nicht um mich, sondern um den Mannschaftserfolg und das Ziel, den Klassenerhalt zu erreichen. Dafür müssen und werden wir hart arbeiten.

Plant der Verein langfristig mit Ihnen oder sind Sie, wie beispielsweise ein Felix Magath an anderen Stellen, als Feuerwehrmann geholt worden?

Ich sehe mich nicht als Feuerwehrmann, aber wenn ich eines im Fußball gelernt habe, dann, dass man nicht langfristig planen kann. Ich freue mich jetzt einfach, wieder als Trainer arbeiten zu können, alles Weitere werden die Zukunft und die sportliche Situation zeigen.

Der Sprung aus der Abstiegsregion der Regionalliga ist sicher das erste und vorrangige Ziel. Wohin soll die Reise mittelfristig gehen?

Aufgrund des kurzfristigen und überraschenden Einstiegs geht es für mich primär darum, so schnell wie möglich die Mannschaft und die Spieler kennenzulernen. Klar ist auch, dass ich nach und nach meine Idee vom Fußball auf die Mannschaft übertragen möchte.

Ich sehe mich nicht als Feuerwehrmann.

Holger Bachthaler

Das Ende beim SSV Ulm vor rund 18 Monaten kam genauso überraschend wie der Wiedereinstieg nun in Illertissen. Ihre persönlichen Überlegungen oder Hoffnungen waren nach der Ausbildung zum Fußballlehrer doch sicher andere?

Es ist richtig, dass das Aus beim SSV Ulm sehr überraschend kam, zumal der Verein mir noch im Sommer zuvor den Wechsel in die 3. Liga verwehrt und mich mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet hatte. Ich hätte meine Arbeit damals sehr gerne fortgeführt, schließlich ist es uns gelungen die vom Verein gewünschte Professionalisierung voranzutreiben und eine Spitzenmannschaft in der Regionalliga zu entwickeln. Auch die Tatsache, dreimal in Folge den WFV-Pokal zu gewinnen und das zweimalige Erreichen der 2. DFB-Pokal-Runde waren aber letztendlich zu wenig aus Sicht der Verantwortlichen. Da sich zuletzt leider zwei Engagements in der 3. Liga wie auch eine Co-Trainer Stelle in der Bundesliga zerschlagen haben, habe ich mich nun für einen anderen Weg entschieden, um wieder als Trainer arbeiten zu können.

Gibt es den "kleinen Dienstweg" zwischen Sportdirektor und Trainer? Anders gefragt, erleichtert die familiäre Bindung Ihre Arbeit?

Ich glaube nicht, dass mein erneutes Trainerengagement in Illertissen zum familiären Frieden beitragen wird. Es wird mit Sicherheit, wie bei jedem anderen Verein auch, das eine oder andere fachliche Gespräch geben, bei dem der Sportdirektor und der Trainer nicht derselben Meinung sein werden (lacht ).

Ihr Heimdebüt am Freitagabend ist mit dem 3:1-Erfolg gegen den VfB Eichstätt geglückt. Was haben Sie Ihrer neuen Mannschaft denn mit auf den Weg gegeben? Wie haben Sie auf die Truppe in den ersten Trainingseinheiten eingewirkt?

Der Heimsieg gegen den VfB Eichstätt am Freitag war aufgrund der Tabellensituation sehr wichtig für uns und wird der Mannschaft hoffentlich weiteres Selbstvertrauen geben. Die Ausgangssituation, das Heimspiel gewinnen zu müssen, war für die Spieler nicht einfach, und unter dieser besonderen Drucksituation haben es die Jungs sehr gut gemacht.

Jürgen Schuster

Die Trainer in der Regionalliga Bayern