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19.02.2007, 11:48

Köln: Fassungslosigkeit nach der Katastrophe von Essen

Geschocktem Daum fehlen die Worte

Was für eine Blamage, was für ein Waterloo für den 1. FC Köln, der in der Rückrunde zur großen Aufholjagd blasen wollte! Das zarte Pflänzchen namens "Aufstiegshoffnung", das nach zuletzt drei Siegen in Serie hier und da zarte Triebe zeigte, zertrampelte die Elf von Christoph Daum am gestrigen Sonntag endgültig. Da nutzte es auch nichts, dass sie sich nach Hennef in Klausur zurückgezogen hatte.

FC-Coach Christoph Daum
Blankes Entsetzen: FC-Coach Christoph Daum kann nicht mehr hinsehen.
© imagoZoomansicht

Der Grund: Der seit Donnerstag durch Köln tobende Straßenkarneval sollte die Konzentration der hochsensiblen Stars nicht stören. Das Ergebnis: In Essen präsentierte sich an diesem denkwürdigen Karnevalssonntag 2007 eine Mannschaft, die fast durchgängig allen Kölner Ansprüchen Hohn spottete. Wie dieses zusammengewürfelte Team an der Hafenstraße baden ging, muss den treuen Fans wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen.

Machtlos saß Christoph Daum vor den Trümmern (s)einer Personalpolitik, die jeder Beschreibung spottet. Man hat sich einen Kader ohne wirkliche Klasse zusammengekauft, zwölf Spieltage vor Saisonende kann es kein anderes Fazit geben für den vermeintlichen Aufstiegsfavoriten. Katastrophale Fehler von Spielern wie Haas, Fabio, Lagerblom oder Alpay, planloses Gestolpere von teuer erstandenen und mit langfristigen Verträgen ausgestatteten Hoffnungsträgern wie André oder Tiago zeigen nur: Dieser 1.FC Köln muss im Sommer erneut völlig umbauen, erneut Millionen (wenn man sie noch hat) investieren für Abfindungen, Transfers und Gehälter. Und wird so bald gezwungen sein, das Tafelsilber (Helmes, Sinkiewicz) zu verkaufen.

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Trainersteckbrief

Christoph Daum

Christoph Daum konnte großen Worten bislang wenig Taten folgen lassen. Verbessert hat sich unter seiner Regie keiner, von seinen Neuzugängen sah man bislang nichts. Dies darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die gesamte Politik des Klubs auf den Prüfstand gehört, mögen sich die handelnden Personen noch so sehr dagegen wehren - dieser FC ist aktuell kein großer Klub mehr, keiner, der einem jungen Spieler eine verheißungsvolle Perspektive bietet. Der Trainer wird Aufbauarbeit betreiben müssen in großem Maße. Irgendwann am Sonntag rutschte ihm heraus, was er seine Spieler fragen will, nämlich: "Warum habt ihr diesen Beruf gewählt?" Eine berechtigte Frage an hoch bezahlte Berufsfußballer, die den Ruf eines Klubs aufs Spiel setzen. "Mir fehlen die Worte", sagte Daum ebenfalls. Und versuchte, Haltung zu bewahren. "Fußball ist ein Spiel der Realitäten. Und wir sind brutal von der Realität eingeholt worden", führte er an. Ob das nun jeder begreift in Köln?

 

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