Bundesliga

Funkel gratuliert Funkel: Glückwunsch, großer Bruder!

Friedhelm Funkel wird 70

Funkel gratuliert Funkel: Glückwunsch, großer Bruder!

Friedhelm (l.) und Wolfgang Funkel nach dem Triumph im DFB-Pokal 1985 mit dem KFC Uerdingen.

Friedhelm (l.) und Wolfgang Funkel nach dem Triumph im DFB-Pokal 1985 mit dem KFC Uerdingen.

Deinen 60. Geburtstag haben wir gemeinsam in Krefeld gefeiert: mit Ex-Spielern, Trainer-Kollegen - im ganz großen Stil. Jetzt wirst du schon 70 Jahre alt, und 65 davon hast du mich an der Backe. Auseinandergelebt haben wir uns bis heute nicht, regelmäßig sehen wir uns mittwochs mit Freunden und unternehmen unsere kleinen Spaß-Wettkämpfe am Kicker, an der Dartscheibe oder beim Minigolf. Und noch immer bist du ein so großes Schlitzohr, wie du es als Junge und als Fußballer warst. Nicht immer mit ganz fairen Mitteln versuchst du immer der Erste zu sein - die kleinen Schummeleien verzeihen wir dir aber gern.

Kein Wunder, dass wir als Spieler mit Uerdingen den DFB-Pokal holen konnten und du es sechsmal als Trainer aus der 2. Liga in die Bundesliga geschafft hast. Dein Ehrgeiz war immer ungebrochen: Ich weiß noch, wie ich als jüngerer Bruder so einiges einstecken musste. Du warst größer und hast mich gern mal geärgert. Die Liebe zum Fußball hat uns unser Vater mitgegeben. Wenn er in der ersten Mannschaft spielte, standen wir oft an der Seitenlinie. Wir gingen nach den Hausaufgaben immer direkt auf den Bolzplatz direkt vor unserer Tür. So sind wir groß geworden.

Es wundert mich deswegen nicht, dass du fast 20 Jahre lang Profi sein konntest und 30 Jahre lang Trainer im bezahlten Fußball. Große Techniker waren wir beide wohl eher nicht, doch damals gab es zum Glück auch noch nicht so viele taktische Anforderungen. Wir wussten aber, was zu tun war - und darin waren wir dann ziemlich gut!

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Als großer Bruder hast du mich auch immer unterstützt. Kalli Feldkamp zum Beispiel kanntest du als Trainer von deiner Zeit in Kaiserslautern von 1980 bis 1983. Als er 1984 nach Uerdingen kam, hast du ein wenig mitgeholfen, dass er mich verpflichten wollte. Ich habe noch gearbeitet, war Halbprofi bei Rot-Weiß Oberhausen und hatte ein sehr gutes Jahr. Du hast bei ihm für mich vorgesprochen, und das klappte. Dafür hat man ja vielleicht auch einen großen Bruder … Ein kleiner Beschützer konntest du auch sein.

Nach der Jahrtausendwende war ich ja sogar knapp ein halbes Jahr lang dein Co-Trainer in Rostock. Wie ich dich dort als Trainer kennenlernen durfte, ist mir im Gedächtnis geblieben. Du hast keine ellenlangen Ansprachen gehalten, sondern nur das Nötigste gesagt, hattest aber einen klaren Plan. Das hat gereicht und kam an.

Zum Glück gab es damals noch keine Smartphones ...

Wolfgang Funkel

Früher sind wir nach Siegen deiner Mannschaften auch mit Freunden feiern gewesen. Abschalten konntest du immer gut: Da ging es dann nicht um das Spiel zuvor, dafür hattest du gern ein Glas Wein in der Hand. Dass wir auch nach der einen oder anderen Niederlage unterwegs waren, ist ja inzwischen Schnee von gestern. Zum Glück gab es damals noch keine Smartphones …

Und bei dem einen oder anderen Klub hast du ja auch im Nachhinein festgestellt: Das hätte ich lieber nicht gemacht. So wie damals in Aachen, das du 2011 nur fünf Tage nach deiner Freistellung zuvor in Bochum übernommen hast - und nach einem halben Jahr auch schon wieder verlassen musstest. Aber danach ist man eben immer schlauer.

Jetzt bist du Fußball-Rentner. Wobei: Bei dir weiß man ja nie so ganz genau, ob du vielleicht doch noch mal Hummeln im Hintern hast und einen Verein vor dem Abstieg rettest. Zum 70. Geburtstag gratuliere ich dir herzlich und sage: Du warst lange genug Spieler und noch viel länger Trainer. Nach fast 50 Jahren im Geschäft muss irgendwann aber auch mal gut sein. Genieß dein Leben - aber das machst du ja schon.

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