Bundesliga

Fürths Plan ohne Stach

Vier Stammspieler nach Aufstieg weg

Fürths Plan ohne Stach

Spielt nicht mehr für die SpVgg Greuther Fürth: Anton Stach.

Spielt nicht mehr für die SpVgg Greuther Fürth: Anton Stach. imago images/Beautiful Sports

Mitte vergangener Woche erzählte Trainer Stefan Leitl im Gespräch mit dem kicker, Anton Stach müsse nach seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen erst einmal Versäumtes nachholen, für die Erstrundenpartie im DFB-Pokal bei Regionalligist Babelsberg sei der Mittelfeldspieler eher kein Thema. Danach ging alles flott, am Samstag verkündete der Aufsteiger den Wechsel Stachs zu Mainz 05 für kolportierte 3,5 Millionen Euro Ablöse.

Sportlich ein herber Verlust

Die SpVgg hat dadurch einerseits eine höchst willkommene Transfereinnahme verbucht. Und zwar in einer Dimension, in der sie nicht Nein sagen kann. Sportlich dagegen ist der Abschied des U-21-Europameisters ein herber Verlust und nach David Raum (Hoffenheim), Paul Jaeckel (Union Berlin) und Sebstian Ernst (Hannover) der vierte eines Stammspielers aus der Aufstiegssaison.

Für uns kommt das nicht wirklich überraschend, deshalb haben wir ja auch schon im Mittelfeld nachgelegt.

Rachid Azzouzi

Die große Frage vor dem Pflichtspielauftakt lautet: Kann Fürth diesen Substanzverlust auffangen? Sind die bereits verpflichteten Neuzugänge stark genug dafür? "Für uns kommt das nicht wirklich überraschend, deshalb haben wir ja auch schon im Mittelfeld nachgelegt", sagt Sportdirektor Rachid Azzouzi zum Wechsel Stachs. Neu in diesem Mannschaftsteil sind Adrian Fein, Max Christiansen und Nils Seufert. Auch Gideon Jung könnte auf der Sechs spielen, ist vorerst aber als Innenverteidiger eingeplant. Fein hat ein verkorkstes Leihjahr bei der PSV Eindhoven hinter sich. Fürth ist nach Regensburg, dem HSV und den Niederländern seine vierte Leihstation. Bei allem Talent des Bayern-Spielers, seine Bundesligatauglichkeit hat er noch nicht nachgewiesen.

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Christiansen wirkte beim FC Ingolstadt immerhin 30-mal in einer Bundesligapartie mit, nach einem Karriereknickt wuchs er zuletzt bei Waldhof Mannheim in die Rolle eines Führungsspielers in der 3. Liga. Nun sein nächster Anlauf zwei Spielklassen höher. Seufert setzte sich auf seiner letzten Station Bielefeld nicht durch, in Fürth soll alles besser werden. Ob die Rechnung mit diesem Trio aufgeht, wird sich zeigen. Nicht ausgeschlossen ist natürlich, dass Azzouzi auch fürs Mittelfeld noch jemanden holt, auch wenn er dafür den Pfad der Ablösefreiheit kaum verlassen dürfte. Die 3,5 Millionen Euro für Stach dürften zum Stopfen der finanziellen Corona-Löcher verwendet werden. Eine stolze Einnahme für einen Spieler, der vor einem Jahr ablösefrei aus der 2. Mannschaft des VfL Wolfsburg gekommen war.

Frank Linkesch

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