2. Bundesliga

Fürths "Flankenkönig" Raum hadert mit der Punkteteilung

Offensivspektakel gegen Paderborn endet 1:1

Fürths "Flankenkönig" Raum hadert mit der Punkteteilung

Flanke, Flugkopfball, Tor: Fürths David Raum servierte punktgenau für Sebastian Ernst (l.).

Flanke, Flugkopfball, Tor: Fürths David Raum servierte punktgenau für Sebastian Ernst (l.). imago images

"Das Aufeinandertreffen kann für ein Spektakel sorgen", hatte Fürths Trainer Stefan Leitl vor dem Duell mit Paderborn prophezeit - und er sollte recht behalten: Beide Mannschaften traten offensiv ausgerichtet auf, setzten auf hohes und aggressives Pressing. "Ich glaube, es war eine hochinteressante Partie mit zwei Mannschaften, die mit offenem Visier agierten", sagte Leitl hinterher. Vor allem die Spielvereinigung investierte viel, drängte fast die vollen 90 Minuten nach vorne und spielte bis zum Schluss auf Sieg.

Das Kleeblatt war an diesem Freitagabend spielerisch überlegen, hatte 58 Prozent Ballbesitz, spielte 500 Pässe (83 Prozent davon kamen an), lief 122,4 Kilometer und gab 23 Torschüsse ab. Am Ende aber stand ein 1:1.

SpVgg Greuther Fürth - Vereinsdaten
SpVgg Greuther Fürth

Gründungsdatum

23.09.1903

Vereinsfarben

Weiß-Grün

Trainersteckbrief Leitl
Leitl

Leitl Stefan

Spielersteckbrief Raum
Raum

Raum David

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"Leider aus unserer Sicht nur ein 1:1, denn wir hätten den Sieg verdient gehabt", haderte Leitl mit dem Ergebnis, war mit der Leistung seiner Mannschaft aber sehr zufrieden: "Wir waren einen Tick besser, denn wir hatten die klareren Chancen auf unserer Seite: Wir hatten einen Latten- und einen Pfostenschuss, Branimir Hrgota und Sebastian Ernst standen frei vor dem Tor."

Auch Raum hält Wort

Spielbericht

Doch trotz des großen Aufwands und teils hochkarätiger Chancen gelang Fürth nur ein einziges Tor. David Raum hatte von links punktgenau geflankt und Sebastian Ernst am rechten Fünfmetereck gefunden, der per Flugkopfball ansprechend vollendete (8.). Damit hielt auch Raum Wort: Der Linksverteidiger hatte versprochen, bis zu seinem Wechsel zur TSG Hoffenheim in die Bundesliga alles für das Kleeblatt zu geben.

"Jeder junger Spieler hat das Ziel, in der Bundesliga zu landen. Das ist ein riesiger Schritt, den ich mir erfüllen konnte. Klar beflügelt sowas, aber mein voller Fokus liegt bis zum Sommer auf der Spielvereinigung. Ich habe diesem Verein viel zu verdanken. Es ist eine Herzensangelegenheit", sagte der U-21-Nationalspieler nach dem Spiel am "Sky"-Mikrofon.

Der "Flankenkönig" der 2. Liga

Raum selbst hatte auf seiner linken Außenbahn erneut unermüdlich angetrieben, war omnipräsent vorne und hinten zu sehen. 12,1 Kilometer Laufleistung bestätigen das genauso wie acht Flanken. Ohnehin ist der Linksfuß mit 94 Hereingaben der fleißigste Flankengeber in der 2. Liga. 21 davon kamen an - so viel wie Stand heute bei keinem anderen. Zudem ist der 22-Jährige, der sein Alter auch auf dem Rücken trägt, mit sechs Assists der beste Vorbereiter bei den Weiß-Grünen und der drittbeste in der gesamten Liga. Dabei kommt dem gebürtigen Nürnberger zu Gute, dass dieser früher als Linksaußen häufig in den Offensivaktionen eingebunden war. "Jetzt als offensiver Außenverteidiger, so wie ich diese Position interpretiere, darf ich das weiter so machen. Umso schöner, wenn die Flanken so wie heute auch ankommen und man Tore vorlegen kann. Noch schöner wäre es aber gewesen, wenn wir uns belohnt hätten."

Jeder hat schonmal so einen daneben gemacht, gar kein Vorwurf an Branne.

David Raum

Nach der butterweichen Flanke auf Ernst servierte Raum in der zweiten Hälfte erneut vielversprechend: Abnehmer Branimir Hrgota, der vor dem 1:1-Ausgleich schon einen folgenschweren Fehlpass gespielt hatte und damit einen gebrauchten Tag erlebte, aber köpfte aus drei Metern am Tor vorbei. "Jeder hat schonmal so einen daneben gemacht, gar kein Vorwurf an Branne", nahm Raum seinen Kapitän in Schutz und lachte: "Er hat uns schon so viele Spiele gerettet, so viele Kisten für uns gemacht. Nächste Woche geht's weiter, dann macht er da sein Tor." Am Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) sind die Franken zu Gast bei Fortuna Düsseldorf, wo sich das nächste Spektakel zutragen könnte.

cru