2. Bundesliga

SpVgg Fürth verteilt großzügig Geschenke in Karlsruhe

Blackouts kosten dem Kleeblatt die Auswärtsserie

Fürth verteilt großzügig Geschenke

Das erste Geschenk: Fürths Paul Jaeckel und Sascha Burchert (r.) müssen zusehen, wie Karlsruhes Benjamin Goller (l.) einschiebt.

Das erste Geschenk: Fürths Paul Jaeckel und Sascha Burchert (r.) müssen zusehen, wie Karlsruhes Benjamin Goller (l.) einschiebt. imago images

Benjamin Goller war am 1. Januar 22 Jahre alt geworden. Auf den Tag genau eine Woche später erhielt der KSC-Flügelflitzer gleich zwei nachträgliche Geburtstagsgeschenke: Karlsruhes Doppelpacker beim 3:2-Sieg gegen Fürth musste eigentlich nicht viel tun, um zum 1:0 und 2:2 zu treffen.

In den Hauptrollen waren vielmehr Innenverteidiger Paul Jaeckel und Torwart Sascha Burchert, die dem KSC gleich zwei Tore auf dem Silbertablett präsentierten. Erst setzte Jaeckel als letzter Mann zu spät zum Befreiungsschlag an, sodass Marc Lorenz blockte, Philipp Hofmann weiterleitete und Goller nur noch einschieben musste (2.). Doch damit nicht genug: Jaeckel war es auch, der auf dem tiefen und teils rutschigen Geläuf im Wildpark einen halbhohen Aufsetzer zu seinem Torwart zurückspielte. Sascha Burchert wollte diesen unangenehmen Rückpass annehmen, statt direkt zu klären und ließ den Ball nach vorne springen. Dort stand erneut Goller, der sich bedankte und das Spielgerät über die Linie drückte (45.+1).

Karlsruher SC - Vereinsdaten
Karlsruher SC

Gründungsdatum

06.06.1894

Vereinsfarben

Blau-Weiß

SpVgg Greuther Fürth - Vereinsdaten
SpVgg Greuther Fürth

Gründungsdatum

23.09.1903

Vereinsfarben

Weiß-Grün

Trainersteckbrief Leitl
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1
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2
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29
3
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29

Die Gegentore nehme ich auf meine Schultern.

Paul Jaeckel

"Die zwei Gegentore dürfen so auf jeden Fall nicht passieren und die nehme ich auch auf meine Schultern", stellte sich der 22-jährige Jaeckel tapfer den Medien. "Beim ersten Tor, keine Ahnung, wie er da noch an den Ball kommt. Beim zweiten bin ich mir sicher, wenn wir hier einen besseren Platz vorfinden, kann ich den Ball sauber zu Sascha spielen, er kann den Ball sauber verarbeiten und klären. Im Endeffekt war das hergeschenkt."

Der Platz war nicht schuld

Das sah auch Rechtsverteidiger Marco Meyerhöfer so. "Da müssen wir uns ganz klar an die eigene Nase packen. Wir haben den Gegner zweimal eingeladen. Wir wussten, was hier auf uns zu kommt, dass der Platz hier mit einer der schlechtesten der Liga ist. Aber der Platz ist keine Ausrede. Wenn du in den entscheidenden Situationen in der 2. Liga nicht aufpasst oder unkonzentriert bist, dann kriegst du so die Dinger."

Vor dem Anpfiff hatten Regen und Schneeregen dem Rasen sichtlich zugesetzt. Dass das dem Offensivspiel der Spielvereinigung, die mit dem "Fürther Flachpass" nur allzu gerne mit vielen kurzen Pässen nach vorne kombiniert, nicht zu Gute kommen würde, war abzusehen. So brauchte das Kleeblatt auch eine Viertelstunde, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen. Dann aber nahm Fürth den Kampf an und strahlte die gewohnte Dominanz aus: Die Weiß-Grünen liefen mehr (120:116 Kilometer), schossen mehr (16:14 Torschüsse), hatten mehr Ballbesitz (59 Prozent), gewannen mehr Zweikämpfe (54 Prozent) und kamen dank Havard Nielsen (23.) und Sebastian Ernst (28.) sogar zweimal auf die Anzeigetafel. Doch sie verteilten eben auch Geschenke.

"Das ist sehr bitter": Fürths Auswärtsserie reißt

Benjamin Goller & Sascha Burchert

Das zweite Geschenk: KSC-Doppelpacker Benjamin Goller (l.) bedankt sich bei Sascha Burchert. imago images

Da passte es auch ins Bild, dass Paul Seguin einen Foulelfmeter verschoss (28., Marius Gersbeck entschärfte) und sich die Defensive wohl in Annahme eines Foul-Pfiffs kurz vor Schluss selbst in den Ruhezustand versetzte. So konnte sich KSC-Sturmtank und Ex-Fürther Hofmann an der Strafraumgrenze gegen drei Gegenspieler entfalten, einen Doppelpass mit Malik Batmaz spielen und zum 3:2-Endstand einschieben (84.).

"Das ist sehr bitter für uns", konstatierte Kleeblatt-Coach Stefan Leitl hinterher und erklärte auch, warum: "Ich glaube, dass wir sehr dominant waren, spielbestimmend über die 90 Minuten. Aber wenn Du Dir drei solch individuelle Fehler leistest, dann kannst Du kein Spiel gewinnen. Das war heute leider der Fall. Was mich ein bisschen ärgerlich stimmt, ist, dass unsere tolle Auswärtsserie mit so einer Leistung zu Ende geht, wo man sich so viele Patzer leistet." Die Spielvereinigung war zuvor seit 14 Liga-Auswärtsspielen unbesiegt gewesen (7/7/0). Auch verpasste sie zumindest über Nacht den Sprung an die Tabellenspitze.

"Trotzdem geht es weiter", blickte Leitl schon wieder voraus. "Wir werden die Jungs jetzt aufrichten und dann nächste Woche an die Leistung anknüpfen und die individuellen Fehler abstellen." Am Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) empfangen die Mittelfranken den SC Paderborn 07 am heimischen Ronhof und wollen sich dann lieber wieder selbst mit Punkten beschenken.

cru

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