2. Bundesliga

Fürth produziert Chancen wie am Fließband

Viele Parallelen zur Aufstiegssaison 2011/12

Fürth produziert Chancen wie am Fließband

Fürths David Raum ist derzeit der laufstärkste Zweitliga-Spieler.

Fürths David Raum ist derzeit der laufstärkste Zweitliga-Spieler. imago images

Fürth zählt zu den offensiv- und spielstärksten Mannschaften in der 2. Bundesliga. Das stellt das Kleeblatt Woche für Woche unter Beweis. Satte 116 Torchancen spielte sich die Spielvereinigung in den ersten 16 Saisonspielen heraus (im Schnitt 7,25 Chancen pro Partie) und damit weitaus mehr als die dahinter folgenden Teams aus Bochum, Darmstadt (beide je 93), Kiel, Heidenheim (beide je 91) und Hannover (90).

Auch beim jüngsten 1:1 gegen Paderborn erarbeiteten sich die Weiß-Grünen satte elf Chancen, doch das Manko war nicht zum ersten Mal die Chancenverwertung: Mit 25,9 Prozent liegen die Mittelfranken hier nur im Mittelfeld. "Natürlich ärgern wir uns, dass wir die Tore nicht erzielen", haderte Kleeblatt-Coach Stefan Leitl. "Aber ich habe lieber ein Team, das sich überhaupt so viele Torchancen erspielt."

Offensive Flügel und ein spielstarkes Zentrum

Bei der Chancenproduktion setzt Fürth gleich auf mehrere Motoren. Eine wichtige Rolle etwa spielen die beiden Außenverteidiger David Raum (links) und Marco Meyerhöfer (rechts), die im 4-1-2-1-2-System die komplette Außenbahn beackern und unermüdlich nach vorne mit anschieben, Flanken schlagen oder gar selbst Vorstöße in den Strafraum wagen. Es kommt nicht von ungefähr, dass Raum der laufstärkste Spieler der 2. Liga ist (182,6 Kilometer, 11,41 km/Spiel) und Meyerhöfer in dieser Kategorie auf Rang vier folgt (175,6 Kilometer, 11,46 km/Spiel).

Neben gefährlichen Flügelangriffen glänzt die Spielvereinigung auch durch ein spielstarkes Zentrum. In der Mittelfeldraute sind mit Paul Seguin, Sebastian Ernst und Julian Green durchweg lauf- und spielstarke Akteure aufgestellt. Seitdem Anton Stach die Position des Sechsers begleitet, ist Fürth noch schwerer ausrechenbar, denn auch er kann Regie führen und streut immer wieder Pässe und Distanzschüsse ein.

Wiedersehen im Top-Spiel mit Prib und Klaus

Mit dem mutigen und offensiven Auftreten erinnert das Kleeblatt stark an die Mannschaft der Saison 2011/12. Auch damals verfügte Fürth mit Heinrich Schmidtgal (links) und Bernd Nehrig (rechts) über laufstarke und offensiv eingestellte Außenverteidiger, im 4-4-2-System mit Stephan Schröck und Felix Klaus flinke Flügelspieler davor sowie mit Stephan Fürstner und Edgar Prib ein spielstarkes Zentrum. Am Ende stieg die bis dahin als "unaufsteigbar" geltende Spielvereinigung als Zweitliga-Meister in die Bundesliga auf.

Dieses Ziel hat sich Fürth aktuell zwar nicht auf die Fahnen geschrieben, doch mischen die Weiß-Grünen voll im Aufstiegsrennen mit (5.). Zu einem richtungsweisenden Top-Spiel kommt es im Verfolgerduell am Freitagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) bei Fortuna Düsseldorf (3.). Ironischerweise werden Klaus und Prib dann erneut mit von der Partie sein - allerdings auf der "falschen" Seite: Die Aufstiegshelden von damals tragen mittlerweile das F95-Trikot.

cru

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