2. Bundesliga

Fürth patzt gegen Braunschweig - Fortuna ganz oben

Dresdner Torrausch - MSV-Talfahrt

Fürth patzt gegen Braunschweig - Fortuna ganz oben

Damir Vrancic (re., mit Stephan Schröck) stellte den Braunschweiger Sieg schließlich sicher.

Damir Vrancic (re., mit Stephan Schröck) stellte den Braunschweiger Sieg schließlich sicher. Getty Images

Die SpVgg Greuther Fürth hat die Tabellenführung der 2. Liga an Fortuna Düsseldorf verloren. In der eigenen Trolli-Arena unterlagen die Franken am Montag gegen Eintracht Braunschweig mit 1:3, so dass die Rheinländer (5:2 beim FSV Frankfurt) und auch Eintracht Frankfurt (1:1 in Ingolstadt) an den Fürthern vorbeizogen. Es war die erste Niederlage der Büskens-Elf nach 14 Pflichtspielen in Folge. Kumbela brachte die Gäste in der 25. Minute in Führung, Kruppke (52.) legte nach der Pause nach. Die favorisierten Fürther machten zu keiner Zeit den Eindruck, dem Spiel noch einmal eine Wendung geben zu können. Den Anschlusstreffer von Occean (84.) konterte Vrancic (86.), eine Unsicherheit der Fürther Defensive nutzend, postwendend. Braunschweig, das zuvor zwei Niederlagen in Folge verkraften musste, wurde für die offensivere Variante mit Kumbela und Kruppke im Sturm belohnt und belegt weiter den sechsten Tabellenplatz.

Eintracht in letzter Sekunde, doch Fortuna zieht vorbei!

Düsseldorfs Torschütze Sascha Dum (li.) im Duell mit Alexander Huber (re.).

Davongezogen: Düsseldorfs Torschütze Sascha Dum (li.) im Duell mit Alexander Huber (re.). picture alliance

2. Bundesliga - 13. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Fortuna Düsseldorf Fortuna Düsseldorf
31
2
Eintracht Frankfurt Eintracht Frankfurt
29
3
SpVgg Greuther Fürth SpVgg Greuther Fürth
29
2. Bundesliga - Torjäger 2011/12
Fortuna Düsseldorf Rösler Sascha
9
FC St. Pauli Kruse Max
8
Eintracht Frankfurt Meier Alexander
8

Am Sonntag hätte Eintracht Frankfurt sogar Klassenprimus werden können, beim Gastspiel des zuvor treffsichersten Sturms (Frankfurt, 31 Treffer) bei der schlechtesten Abwehr (Ingolstadt 32 Gegentore) mussten sich die Hessen, die an diesem Tag in der Offensive insgesamt einfach zu wenig bieten zu hatten, aber mit einem Remis zufrieden geben. Das sicherte Matmour gegen leidenschaftlich kämpfende Oberbayern erst in letzter Sekunde. Die Möhlmann-Elf gibt dennoch die "Rote Laterne" ab, die Eintracht muss Düsseldorf vorbeiziehen lassen.

Düsseldorf - die Serie hält!

Düsseldorf nutzte die Patzer der Konkurrenz und kletterte auf Platz eins. Zunächst sah sich die Rheinländer beim FSV in Frankfurt zweimal im Hintertreffen, Rösler mit einem Geniestreich und per Elfmeter sorgte aber für den Ausgleich. Dum drehte das Spiel, ehe Beister mit Saisontreffer sechs und sieben alles klar machte. Die Meier-Elf ist neben der Eintracht das einzig ungeschlagene Team im deutschen Profifußball und zudem saisonübergreifend seit 22 (!) Pflichtspielen ungeschlagen.

1860 verstärkt die MSV-Sorgen

Im Spiel eins nach Milan Sasic musste Duisburg mit Oliver Reck als Interimscoach einen weiteren Rückschlag hinnehmen - 0:3 gegen 1860 München! Ein unglücklich abgefälschter Bierofka-Schuss brachte den MSV, der in der unteren Tabellenhälfte festsitzt, früh auf die Verliererstraße. Die "Zebras" zeigten sich verunsichert, traten in Durchgang eins offensiv so gut wie nicht in Erscheinung und hatten Glück, dass Schiedsrichter Unger den Löwen einen klaren Elfmeter verweigerte. Die Maurer-Elf zeigte sich in Hälfte zwei effektiv, erhöhte und festigt nach zuvor vier sieglosen Spielen den Platz im Tabellenmittelfeld.

Samstag: Mohr belohnt den SCP - Dynamo im Rausch

Dresden im Rausch - 5:1 gegen Karlsruhe.

Dresden im Rausch - 5:1 gegen Karlsruhe. imago

Paderborn wurde trotz ansehnlicher Leistung im Pokal mit 0:4 in Fürth abgewatscht, die Auer verloren trotz aufopferungsvollem Kampf gegen Nürnberg mit 1:2. Doch obwohl die Niederlage des SCP bitterer war, gingen sie mit großem Siegeswillen in die Partie gegen die Sachsen. Nach torloser erster Hälfte schaltete die Mannschaft von Roger Schmidt im zweiten Durchgang zwei Gänge hoch und drückte den FC Erzgebrige in die eigene Hälfte. Zum Lohn gab es den 1:0-Siegtreffer durch SC-Kapitän Mohr (60.), in der Folge hätten die Paderborner das Ergebnis noch wesentlich klarer gestalten können. Von Aue gab es speziell in Hälfte zwei kaum noch Offensivaktionen.

Dresden und der KSC scheiterten im Pokal jeweils mit 0:2 in Dortmund sowie gegen Schalke 04. In der Liga lief es für die Sachsen zuletzt deutlich besser - Dynamo hatte sich aus der gefährdeten Zone verabschiedet. Das bringt natürlich Selbstvertrauen - zu bestaunen im Duell mit dem Karlsruher SC. Zwar passierte fast eine halbe Stunde nichts, doch mit dem von Lechner an Trojan verschuldeten Elfmeter brachen bei den Badenern die Dämme. Dedic traf vom Punkt (29.), Subasic legte nur zwei Minuten später nach. Dank zweier Blackouts von Dynamo-Keeper Hesl kam die Scharinger-Elf durch Aquaro zum Anschluss, doch nach dem Seitenwechsel schwammen die Karlsruher regelrecht: Koch, Trojan und Fort machten den Kantersieg für die Dresdner perfekt. Die Karlsruher indes sind seit elf Spielen ohne dreifachen Punktgewinn.

Bochum jubelt über das 1:0

Zum Erfolg gezittert: Bochum bezwang Aachen dank Inui und Luthe. picture alliance

Freitag: Luthe avanciert zum Helden

Mit Friedhelm Funkel hielt ein alter Bekannter Einzug in Bochum, der Aachener Übungsleiter war erst im September entlassen worden. Es wurde kein freudiges Wiedersehen. Der VfL zeigte die besseren Ansätze und hatte mit Inui den agilsten Spieler der ersten Hälfte in seinen Reihen. Aus kurzer Distanz scheiterte der Japaner zwar in der 38. Minute, nur eine Zeigerumdrehung später aber war er per wuchtigem Distanzschuss erfolgreich. Die Aachener wollten sich aber so leicht nicht geschlagen geben, der aufmerksame VfL-Keeper Luthe hatte alle Hände voll zu tun, Sibum (75.) und Junglas (82.) verfehlten das Tor bei ihren Distanzversuchen nur knapp. Aufregung dann in der Nachspielzeit: Luthe verursachte ein Elfmeter - und hielt gegen Demai! Die Funkel-Elf musste nach dem ersten Saisonsieg gegen Ingolstadt (3:1) damit einen bitteren Rückschlag hinnehmen.

St. Pauli nimmt nach der Pause Fahrt auf

Mit Union Berlin und dem FC St. Pauli trafen zwei Kultklubs direkt aufeinander. Die Hamburger wirkten in ihrer Spielanlage zwar reifer, doch die besseren Gelegenheiten erarbeitete sich das heimstarke Union. In der 31. Minute hatte St. Pauli eine knifflige Situation zu überstehen. Mosquera kam im Zweikampf mit Thorandt im Strafraum zu Fall - kein Strafstoß, entschied Referee Stieler zum Ärger von Mosquera, der sich zu allem Überfluss auch noch bei der Aktion verletzte. Kurz vor der Pause waren die Eisernen einem Treffer wieder nahe, doch im zweiten Abschnitt machte die Schubert-Elf in der temporeichen Partie mächtig Dampf. Mit Erfolg: In der 63. Minute setzte Naki der torlosen Zeit an der ausverkauften Alten Försterei ein Ende, die Köpenicker gaben jedoch nicht auf - Stuff scheiterte am Pfosten (70.). Der Topchance folgte die kalte Dusche: Thorandt war nach einem Eckball mutterseelenallein (72.): 2:0, die Entscheidung in Köpenick. St. Pauli schnuppert somit wieder an den Aufstiegsplätzen.

Holst trifft Cottbus bis ins Mark

Im Nord-Ostduell zwischen Rostock und Cottbus nahm Hansa-Keeper Kevin Müller in der ersten Hälfte die Hauptrolle ein. Dreimal spielte er Libero, beim ersten Mal (2.) mit Erfolg, beim zweiten Mal wirkte der Ausflug schon unsicherer - Rangelov konnte die Chance jedoch nicht nutzen (13.). In der 31. Minute dann der Blackout: Müller schob das Leder beim Herauslaufen direkt in die Füße von Kronaveter, der sich bedankte und zur schmeichelhaften Führung für die Lausitzer einnetzte. Semmer hingegen schien nach der Pause bei einem Aussetzer von Roger zu überrascht, Energie-Keeper Kirschbaum hielt den Versuch aus der Nahdistanz (65.). Cottbus hatte in der Folgezeit mehrere Gelegenheiten, die Partie frühzeitig zu entscheiden, allerdings ohne Erfolg. Es sollte sich rächen. Die Nachspielzeit war eigentlich schon abgelaufen, als Rostocks Holst per Kopf nach einer Ecke zum 1:1 traf.