Bundesliga

Eintracht Frankfurt: "Für Kamada und Ndicka wäre es das Beste, zu bleiben"

Exklusiv: Eintracht-Sportvorstand Krösche im kicker-Interview

"Für Kamada und Ndicka wäre es das Beste, bei der Eintracht zu bleiben"

Markus Krösche bezieht im kicker-Interview Stellung.

Markus Krösche bezieht im kicker-Interview Stellung. IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Ablösefreie Wechsel sind Fluch und Segen zugleich. Denn auch die Eintracht profitierte, als sie Europa-League-Held Rafael Borré und WM-Shootingstar Randal Kolo Muani nach Vertragsende ablösefrei verpflichtete. Insgesamt beobachtet Frankfurts Sportvorstand Krösche die Entwicklung jedoch mit Sorge.

"Durch Corona können viele Klubs bei gewissen Beträgen nicht mehr mitgehen. Auch manche Gehälter können nicht mehr gezahlt werden. Gleiches gilt für teure Vertragsverlängerungen. Das führt dazu, dass auch Spieler auf Toplevel wie Lionel Messi, Andreas Christensen oder David Alaba ablösefrei gegangen sind. Das gab es vorher nicht. Die Vorstellungen liegen so weit auseinander, dass es dazu kommt", erklärt der 42-Jährige im großen kicker-Interview (Donnerstagsausgabe).

Für kurzfristigen Erfolg würde ich nie die langfristige Zukunft aufs Spiel setzen.

Markus Krösche

Der Sportvorstand mahnt: "Das ist keine gute Entwicklung, weil wir Klubs auf Transfererlöse angewiesen sind. Wir müssen Lösungen finden und sehen, dass wir vorbereitet sind. Ich bin dafür verantwortlich, den Klub mittel- bis langfristig auszurichten und würde niemals die Gehaltsstruktur sprengen, um einen Spieler zu halten. Für kurzfristigen Erfolg würde ich nie die langfristige Zukunft aufs Spiel setzen. Dann gehört es manchmal auch dazu, dass ein Spieler ablösefrei geht."

Bei Daichi Kamada und Evan Ndicka deutet derzeit viel darauf hin, dass die Eintracht keinen Cent sieht, wenn die Verträge im Sommer auslaufen. Dem Spielmacher und dem Innenverteidiger liegen schon länger neue Vertragsangebote vor. Ob es noch zu einer Unterschrift kommt, erscheint indes höchst fraglich.

"Wir möchten sie unbedingt behalten, haben ihnen entsprechende Angebote unterbreitet und ihre Rolle bei der Eintracht in der Zukunft erläutert. Jetzt müssen wir abwarten. Wir sind überzeugt, dass es für sie am besten wäre, bei der Eintracht zu bleiben", betont Krösche.

Dass er zum Verbleib rät, überrascht zwar nicht, doch auch rein sportlich betrachtet könnte eine Verlängerung für die Spieler die beste Entscheidung sein. Ndicka spielt bei allem Talent so inkonstant, dass er es nicht in die aktuelle kicker-Rangliste schaffte. Mit einer derart durchwachsenen Performance wird er es schwer haben, sich in einem noch besseren Team zu behaupten.

Kamada wiederum blühte in den vergangenen Jahren auch deshalb auf, weil ihm großes Vertrauen entgegengebracht wird. In Frankfurt muss er nicht fürchten, nach ein, zwei schwächeren Spielen seinen Status als Leistungsträger zu verlieren. Beispiele wie André Silva, Luka Jovic oder auch Sebastien Haller zeigen, dass sich der vielzitierte "nächste Schritt" oft genug als (lukrativer) Rückschritt erweist.

Das komplette Interview mit Markus Krösche und wie er das Scouting bei Eintracht Frankfurt Schritt für Schritt erklärt, welche Rolle Berater bei den Personalplanungen spielen und wie er die Durchlässigkeit vom Nachwuchs zu den Profis in den kommenden Jahren erhöhen will, lesen Sie in der kicker-Donnerstagsausgabe oder auch hier im eMagazine.

Julian Franzke

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