Bundesliga

Kommentar Verteilerschlüssel der TV-Gelder: Für die Kleinen etwas mehr - ein richtiger Schritt

Kommentar zum neuen Verteilerschlüssel der Medienerlöse

Für die Kleinen etwas mehr - ein richtiger Schritt

Immer wieder eine Streitfrage in den Stadien und bei den 36 deutschen Profi-Klubs: Die Verteilung der TV-Gelder.

Immer wieder eine Streitfrage in den Stadien und bei den 36 deutschen Profi-Klubs: Die Verteilung der TV-Gelder. picture-alliance

Der neue Verteilerschlüssel ist seriös und per se vernünftig, denn er bringt eine leichte Verbesserung für die kleinen und wirtschaftlich schwächeren Vereine ab der kommenden Saison. Angesichts der insgesamt um 200 Millionen Euro gesunkenen Medienerlöse werden alle Klubs gegenüber der Saison 2019/20 den Gürtel noch deutlich enger schnallen müssen. Und das, nachdem auch die laufende Saison angesichts des Ausbruchs der Pandemie geringere Erlöse für die Vereine brachte.

Die wichtigsten Neuerungen sind prozentuale Veränderungen in den beiden Säulen "Gleichverteilung" und "Leistung", für die auf Basis von Fünf-Jahreswertungen die Anteile der Klubs errechnet werden. Etwas mehr Geld für den Nachwuchs mit erstmaliger Beteiligung der Vereine, bei denen die Spieler ausgebildet worden sind, und eine Gewichtung des Interesses der Bevölkerung an ihren "Lieblingsvereinen" sind eine kluge Entscheidung.

Die Abschaffung der Säule "Nachhaltigkeit", die selbst 20 Jahre zurückliegende Erfolge berücksichtigt, ist folgerichtig; dieses 2016 eingeführte Modell hatte die Beteiligung großer Klubs an den Medienerlösen zementiert.

Die Spreizung bei der Geldverteilung ist künftig etwas geringer - ein Schritt in die richtige Richtung. In einem Nebensatz ging DFL-Boss Christian Seifert bei der Präsentation des neuen Verteilerschlüssels mit einer interessanten Analyse auf die Forderung nach einer Verteilung der Gelder in den beiden Profiligen jeweils in einer Spanne von 2:1 zwischen dem Ersten und dem Letzten in den Ranglisten ein, die Basis der Verteilung sind.

Seifert betont den Solidargedanken

Folge wäre in der Bundesliga natürlich ein Näherrücken der Vereine in der zweiten Tabellenhälfte an die führenden Klubs. In der 2. Liga würden die bei einem 2:1-Modell deutlich geringeren Einnahmen der Vereine in der ersten Hälfte der Fünf-Jahreswertungen zugunsten der neun Klubs in der zweiten Tabellenhälfte auf Sicht zu einer gewaltigen Kluft zwischen Bundesliga und 2. Liga führen.

Dieser in allen zuletzt geführten Diskussionen nicht berücksichtigte Aspekt kann nun wahrlich nicht die Lösung einer Solidargemeinschaft Profifußball mit 36 Vereinen in zwei Ligen sein.

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Rainer Franzke