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"Für 45 Millionen Argentinier": Keeper Martinez erklärt den argentinischen Antrieb

Argentinien verspielt ein 2:0 und gewinnt am Ende doch

"Für 45 Millionen Argentinier": Keeper Martinez erklärt den argentinischen Antrieb

Emiliano Martinez hielt zwei Elfmeter und sprach emotionale Worte nach der Partie.

Emiliano Martinez hielt zwei Elfmeter und sprach emotionale Worte nach der Partie. IMAGO/Matthias Koch

Wenn eine Mannschaft bis in die Schlussphase mit 2:0 führt und dann erst den Anschluss und in der elften Minute der Nachspielzeit sogar noch den Ausgleich hinnehmen muss, dann haben solche späten Gegentreffer meist noch Auswirkungen auf die folgende Verlängerung - nicht so bei Argentinien.

Die Albiceleste hatte im Viertelfinale gegen die Niederlande lange alles im Griff, führte durch Tore von Nahuel Molina und Lionel Messi komfortabel - und schwamm dann in der Schlussphase extrem. "Man kann nicht nachlassen, das darf man nicht. Das war vielleicht nicht so gut von uns am Ende der regulären Spielzeit", monierte Lionel Messi, der einen starken Assist und ein Elfmetertor beigesteuert hatte, nach der Partie.

Argentiniens Stärke

Dass es am Ende doch noch zum Halbfinal-Einzug gereicht hatte, lag auch am Glauben an die eigene Stärke. Messi und Co. "wissen genau, in welchen Augenblicken wir da sein müssen" - nämlich in solchen, in denen das Momentum eigentlich beim Gegner liegt. In der Verlängerung hatten es die Argentinier beinahe geschafft, die Partie wieder zu beruhigen und hätten sie sogar fast entschieden, doch Enzo Fernandez' Schuss landete unmittelbar vor dem Ende der zweiten Verlängerungshälfte nur am linken Pfosten.

So musste am Ende - wie schon im Halbfinale 2014 - das Elfmeterschießen zwischen Argentinien und der Niederlande entscheiden. Abermals mit dem besseren Ende für die Albiceleste

Emiliano Martinez spielt für "45 Millionen Argentinier"

"Wir brauchten diesen Sieg für die ganzen Menschen, die uns immer begleiten", erklärte Messi. Torhüter Emiliano Martinez, der die ersten beiden Elfmeter pariert hatte, ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte über die Gründe des Halbfinaleinzugs: "Weil wir Leidenschaft haben, weil wir Herz haben und weil wir es eben für 45 Millionen Argentinier machen."

Seinem Heimatland gehe es "momentan wirtschaftlich so schlecht". Deswegen sei ein klein bisschen Freude für die argentinischen Fans vor Ort, die abermals für tolle Stimmung gesorgt hatten, und in der Heimat "wunderschön", schloss der sichtlich emotionale Keeper von Aston Villa.

Und so lebt er weiter, der Traum vom dritten Weltmeistertitel nach 1978 und 1986. Der nächste Schritt soll nun am Dienstag (20 Uhr) gegen Kroatien, das sich gegen Brasilien ebenfalls im Elfmeterschießen durchgesetzt hatte, gegangen werden.

sts