Nationalelf

Füllkrug vor System-Umstellung: "Versuche, viel aufzusaugen"

Stürmer steht gegen den Oman vor DFB-Debüt

Füllkrug zwischen Vorfreude und System-Umstellung: "Versuche, viel aufzusaugen"

Wird gegen den Oman voraussichtlich sein erstes Länderspiel für Deutschland bestreiten: Werder-Angreifer Niclas Füllkrug.

Wird gegen den Oman voraussichtlich sein erstes Länderspiel für Deutschland bestreiten: Werder-Angreifer Niclas Füllkrug. picture alliance/dpa

Aus Maskat/Oman berichten Matthias Dersch und Karlheinz Wild

Die Zeit für ein Einführungsständchen blieb bislang nicht, so jung ist die Karriere von Niclas Füllkrug in der Nationalmannschaft bislang noch. Der 29-Jährige wurde am vergangenen Donnerstag erstmals von Bundestrainer Hansi Flick berufen. Nicht etwa für ein bedeutungsloses Testspiel, sondern gleich für die Weltmeisterschaft in Katar. Gemeinsam mit Dortmunds Youngster Youssoufa Moukoko soll er im Idealfall bei dem Turnier in Katar den durch die Ausfälle von Timo Werner (Leipzig) und Lukas Nmecha (Wolfsburg) ausgedünnten deutschen Sturm beleben. Zuvor jedoch muss Füllkrug pauken.

WM 2022

"Ich habe die vergangenen anderthalb Jahre eigentlich ausschließlich in einem 3-5-2-System mit zwei Stürmern gespielt. Hier ist es anders in einem System mit nur einem Stürmer, aber drei Offensiven dahinter. Ich versuche deshalb, mich viel damit zu beschäftigen und in den Trainings viel mitzunehmen und aufzusaugen", sagt er am Dienstag bei seiner ersten DFB-Pressekonferenz. Vor dem abschließenden Testspiel in Muskat gegen den Oman am Mittwoch (18 Uhr, LIVE! bei kicker) darf er im völlig überfüllten Medienraum des örtlichen Sultan-Qaboos-Sports-Complex Rede und Antwort stehen. Es ist ein erster Hinweis darauf, dass er gegen den Weltranglisten-75. sein Debüt im DFB-Trikot feiern dürfte.

Zahlreiche Nachrichten und Glückwünsche 

Viele Gelegenheiten, die verrückten vergangenen Tage Revue passieren zu lassen, blieb da noch nicht. Seit sein Name am Donnerstag auf der offiziellen WM-Kaderliste des DFB auftauchte, war viel los auf seinem Smartphone. Unzählige Nachrichten mit Glückwunschbotschaften erreichten ihn, abgeschickt von Menschen, "die mich auf meinem Weg begleitet und sich mitgefreut haben", berichtet Füllkrug. "Es hat mich tierisch gefreut, dass so viele an mich gedacht haben."

Viele von ihnen dürften ihm in den vergangenen Wochen, als sich verdichtete, dass Füllkrug es tatsächlich zur WM schaffen könnte, fest die Daumen gedrückt haben. Er selbst habe sich nicht zu sehr mit dem Thema beschäftigt, sagt er im Oman: "Ich war ziemlich entspannt. Es war kein großes Thema in meinem Kopf." Möglicherweise sei das sogar der Schlüssel gewesen, es tatsächlich in den Kader geschafft zu haben, "denn ich habe mich vorher auf Werder konzentriert - und das hat man an den Leistungen auch erkannt, glaube ich".

Wo mein Job liegen wird, wird man sehen, das wird sich im Turnier herauskristallisieren.

Niclas Füllkrug über seine Rolle in der DFB-Elf

Mit zehn Toren in 14 Bundesliga-Partien spielt er aktuell die vermutlich beste Saison seiner bisherigen Karriere, auch weil er weitgehend verletzungsfrei blieb. Die WM soll nun die Krönung eines ereignisreichen Jahres werden - egal, in welcher Rolle Flick ihn einplane. In einem Turnier wie der WM benötige man "jeden Spieler zu 100 Prozent, egal, wie viel er am Ende spielt", sagt Füllkrug, der sich nicht zu sehr unter Druck setzen möchte, was seine eigene Rolle betrifft: "Wichtig ist, dass wir eine sehr positive Stimmung in der Mannschaft haben", sagt er, "wo mein Job dann liegen wird, wird man sehen, das wird sich im Turnier herauskristallisieren".

Eins allerdings scheint sicher: Um sein Einführungsständchen wird er nicht herumkommen. Ein Problem ist das für ihn nicht: "Ich bin für alles, was gute Stimmung bringt, zu haben - und kann auch über mich selbst lachen."