Bundesliga

Fröhlich: "Der Video-Assistent ist nach wie vor ein Mensch"

Der Chef der DFB-Schiedsrichter bezieht Stellung zu den Reizthemen

Fröhlich: "Der Video-Assistent ist nach wie vor ein Mensch"

Lutz-Michael Fröhlich, der Chef der Sportlichen Leitung der DFB-Elite-Schiedsrichter.

Lutz-Michael Fröhlich, der Chef der Sportlichen Leitung der DFB-Elite-Schiedsrichter. imago images

Auch vier Jahre nach der Einführung des Video-Assistenten sind die Diskussionen nicht abgeflaut, im Gegenteil. Nach zuletzt krassen Versäumnissen, wie zum Beispiel die Phantom-Elfmeter gegen Würzburg in Fürth und Kiel, verweigerte Strafstöße bei Frankfurt gegen Bayern oder Stuttgart gegen Schalke werden sie sogar heftiger denn je geführt. Fröhlich sieht die Einführung dennoch positiv und sagt: "Statistisch werden 98 Prozent der klaren Fehlentscheidungen verhindert." Sein Fazit ist demnach klar: "Das VAR-System hilft also enorm."

Dass es dennoch immer wieder zu strittigen Entscheidungen oder gar Fehlern kommt, liege in der Natur der Sache: "Der Video-Assistent ist nach wie vor ein Mensch, wie der Schiedsrichter auf dem Feld." Und Menschen wie Schiedsrichter kommen nun mal zu "unterschiedlichen Interpretationen" einer Szene "aufgrund unterschiedlicher Perspektiven", sagte Fröhlich. "Das wird man nie vollständig ausschließen können."

In der Kritik stand zuletzt auch die Kommunikation seitens des DFB, so zum Beispiel bei der Absetzung von Martin Petersen. Fröhlich sieht im konkreten Fall, dass es "nicht so gelaufen ist, wie es hätte sein sollen." Doch der DFB räumte zuletzt auch Schiedsrichter-Fehler klarer ein als zuvor. "Es wird erwartet, dass wir uns positionieren", begründete Fröhlich diese neue Politik. Auf der anderen Seite sieht Fröhlich auch eine wachsende Bereitschaft zum Dialog. "Eine Reaktion wie die von Marco Rose nach Leipzigs Siegtor gegen Gladbach fand ich zuletzt bemerkenswert offen und fachlich konstruktiv", sagte Fröhlich. "Wie übrigens auch die von Pal Dardai nach dem zweiten Tor der Leipziger gegen Hertha BSC."

Zudem spricht Fröhlich über die am Freitag anstehende Modifizierung der Handspiel-Regel durch das IFAB, die Gefahr, dass Fans und Klubakteure angesichts der Anzahl an Regeländerungen das Verständnis verlieren könnten sowie die zu Beginn 2022 geplante Gründung einer Schiedsrichter-GmbH. Das komplette Interview lesen Sie in unserer Donnerstagsausgabe (am Mittwochabend auch digital abrufbar als e-Magazine).

Carsten Schröter-Lorenz/Thiemo Müller/jer