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Fritz Walter: Eine Spurensuche

Besondere Orte des FCK-Kapitäns und WM-Helden von 1954

Fritz Walter: Eine Spurensuche

Die kicker-Reporter Patrick Kleinmann, Moritz Kreilinger und Carsten Schröter-Lorenz vor dem Fritz-Walter-Stammhaus.

Die kicker-Reporter Patrick Kleinmann, Moritz Kreilinger und Carsten Schröter-Lorenz vor dem Fritz-Walter-Stammhaus. kicker

Das Walter-Stammhaus

In der Bismarckstraße 24, unweit der Kaiserslauterer Fußgängerzone, kam Fritz am 31. Oktober 1920 als Friedrich zur Welt. Vier jüngere Geschwister folgten ihm, darunter Ottmar und Ludwig, mit denen er später zusammen beim FCK spielen sollte, mit Ottmar sogar in der Nationalmannschaft. 40 Jahre lang war Vater Ludwig Wirt des FCK-Vereinsheims, zuletzt firmierte, immer noch unter dem Namen "Walter 11-Stammhaus", ein spanisches Restaurant in dem Gebäude. In der Bismarckstraße wuchsen die Walter- Geschwister auf und spielten Fußball, Fritz ab 1927 parallel dazu auch in der Schülermannschaft eines Vorläufervereins des FCK.

Der Betzenberg

Das Fritz-Walter-Stadion

Das Fritz-Walter-Stadion kicker

Aus der Innenstadt geht es 50 Höhenmeter hinauf auf Deutschlands berühmtesten Fußballberg, das letzte Stück auf der Fritz-Walter-Straße. Sein Name prangt "uffem Betze" an jeder Ecke. Die Geschichte des Stadions ist eng mit der von Fritz Walter verbunden, die Eröffnung des Sportplatzes Betzenberg als erste Spielstätte fand kurioserweise sogar 1920 statt, in Walters Geburtsjahr. 1985, anlässlich des 65. Geburtstags der FCK-Legende, wurde das Betzenbergstadion nach ihm benannt und trägt trotz aller finanziellen Probleme bis heute keinen Sponsorennamen. Ganz glatt lief die Umbenennung aber nicht: Nachdem die Roten Teufel die ersten sieben Heimspiele danach nicht hatten gewinnen können, schlug Walter im Scherz vor, lieber wieder den alten Namen zu verwenden.

Das Südweststadion in Ludwigshafen

Ein Ausflug ins Umland, an die Grenzen des FCK-Einzugsgebiets und der Pfalz. In Ludwigshafen trug der Verein um Starspieler Walter in den 50er-Jahren zu Hochzeiten seiner dominanten Phase mit fünf Finalteilnahmen viele Endrundenspiele aus - weil mehr Zuschauer ins Rund passten als auf dem Betzenberg und so Geld eingenommen werden konnte. Offiziell liegt der Rekord im Südweststadion aus dem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1952 bei 83.000 Zuschauern, bei den Spielen von Kaiserslautern waren teilweise aber bis zu 100.000 Menschen vor Ort.

Statuen am Fritz-Walter-Stadion

Statuen am Fritz-Walter-Stadion kicker

An "seinem" Stadion ist nicht nur der Fritz verewigt, sondern auch jeder seiner vier weltmeisterlichen Mitspieler vom FCK. Der Haupteingang trägt den Namen "Ottmar-Walter-Tor", der Zugang zur Westkurve heißt "Horst-Eckel-Tor", der Eingang Süd-/Ost "Werner-Kohlmeyer-Tor" und der Eingang Ost "Werner-Liebrich-Tor". Alle fünf Helden vom "Wunder von Bern" sind zudem auf einem Denkmal vor der Geschäftsstelle im Stadion verewigt, Fritz wacht als Zweiter von links über einem Spruch von Trainer Sepp Herberger: "Die Außenseiterrolle ist ein Schlüssel für die Schatzkammer unermesslicher Kräfte, die - geweckt und geschürt - Energien freisetzen und helfen, Berge zu versetzen."

Das Wohnhaus der Walters

Das Wohnhaus der Walters kicker

Rund 20 Autominuten von Kaiserslautern entfernt liegt Enkenbach-Alsenborn, 7000 Einwohner, zwei Ortsteile, eine Klosterkirche im spätromanischen und gotischen Stilmix. Ganz am Ende der Leininger Straße, den Berg hoch in Richtung Wald, liegt der 1965 erbaute Bungalow, in dem Fritz Walter und seine Frau Italia bis zum Tod gewohnt haben. Das gusseiserne Tor zur Auffahrt dekorieren stilisierte Fußbälle, die Initialen "FW" sind in den Zaun eingearbeitet, neben dem Tor steht ein Glasschrein mit einer Statue. Bis 2018 war hier das Fritz-Walter-Museum untergebracht, zur Begrüßung der Gäste schenkte Betreiber Bernd Lutzi, enger Freund und Erbe der Walters, immer ein Glas des Fritz-Walter-Sekts aus. "Lass mir nur nedd die Leid verdorschde", habe der Fußballer ihm geraten.

Der "Elf-Freunde-Kreisel"

Der "Elf-Freunde-Kreisel" kicker

Es geht wieder zum Fuße des Betzenbergs. Fritz Walter half dem FCK und der Stadt nicht nur als aktiver Fußballer, sondern war zudem als offizieller Botschafter maßgeblich daran beteiligt, dass die WM 2006 auch in seinem Stadion ausgetragen wurde. Im Rahmen der Kampagne "Fünf Weltmeister für Kaiserslautern" war er zusammen mit Horst Eckel, Bruder Ottmar, dem damaligen Coach Andreas Brehme und dem damaligen Spieler Youri Djorkaeff ein Aushängeschild der Stadt. Noch heute finden sich rund um dem Kreisel zwischen Hauptbahnhof und Stadion seine Spuren, ob als Wandbild in der Unterführung oder als Rückenansicht am Fanshop-Outlet. In der Mitte stehen die zur WM angefertigten "Elf Freunde", rot gekleidete Spieler, die den Teamgeist beim FCK repräsentieren.

Fritz Walters Grab auf dem Hauptfriedhof in Kaiserslautern

Fritz Walters Grab kicker

Die letzte Ruhestätte von Fritz Walter und seiner kurz vor ihm verstorbenen Frau Italia ist nicht zu übersehen. Ein großes Bild des Ehepaars und eine Statue mit Schal zieren das Grab.

Patrick Kleinmann, Moritz Kreilinger, Carsten Schröter-Lorenz

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