Bundesliga

Fritz beendet Schiedsrichter-Karriere

"Nachvollziehbar und verantwortungsbewusst"

Fritz beendet Schiedsrichter-Karriere

Steckt Karten und Pfeife im Sommer weg: Marco Fritz.

Steckt Karten und Pfeife im Sommer weg: Marco Fritz. IMAGO/Beautiful Sports

Mit einem Leverkusener 5:0-Sieg in Freiburg - und einer kicker-Note 4,5 - ging im August 2009 alles los, im kommenden Sommer ist nun Schluss für Marco Fritz. Der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter, der von 2012 bis 2022 zudem auf der FIFA-Liste stand, beendet seine Laufbahn nach der Saison.

"Für mich war immer klar: Wenn ich aufhöre, dann ganz", erklärt Fritz, der auch nicht mehr als VAR fungieren wird, in der DFB-Mitteilung. "Ich fühle mich zwar noch fit, finde aber einfach, dass es reicht und dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist."

Lutz Michael Fröhlich, der ebenfalls scheidende Schiedsrichter-Chef des DFB, bescheinigt Fritz "höchstes Niveau über viele Jahre hinweg" und respektiert dessen Entscheidung: "Das ist eine enorme Belastung und mit vielen Reisen verbunden. Da ist es vollkommen nachvollziehbar und verantwortungsvoll auch sich selbst gegenüber, dass man einen Abschluss festlegt."

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"Immer ein offenes Ohr für die Belange seiner Kollegen"

Fritz werde "überall sehr geschätzt", betont Fröhlich. "Beschreibungen als 'guter Typ' oder 'angenehmer Mensch' prägen das Feedback über sein Auftreten auf und neben dem Spielfeld. Weil er immer ein offenes Ohr für die Belange seiner Kollegen hatte und die Zusammenarbeit stets konstruktiv und lösungsorientiert war, ist er hoch anerkannt."

Bislang leitete Fritz 207 Bundesliga-Spiele, wobei er 745-mal Gelb, achtmal Gelb-Rot und 19-mal Rot zeigte (kicker-Notenschnitt 3,14). In der laufenden Saison war der Bankkaufmann aus Korb zwölfmal im Einsatz und liegt mit seiner Durchschnittsnote von 2,79 in der oberen Hälfte des Rankings.

EM "wäre ein schöner Abschluss"

Fritz, DFB-Schiedsrichter des Jahres 2020, pfiff 2016 das DFB-Pokal-Finale, das die Bayern auch deswegen gegen Dortmund mit 4:3 im Elfmeterschießen gewannen, weil Franck Ribery für seine Tätlichkeit an Gonzalo Castro nicht vom Platz flog. In der Champions League gehörte er in zwei Endspielen zum Referee-Team und war auch zuletzt noch ein gefragter Video-Schiedsrichter.

Nach VAR-Einsätzen bei der EM 2020, der WM 2022 und der Frauen-WM 2023 hofft er, auch bei der Heim-EM 2024 noch einmal dabei sein zu dürfen. "Ich möchte meine Spiele möglichst geräuschlos über die Bühne bringen", wünscht er sich für seine letzten Wochen als Aktiver. "Und falls ich noch als Video-Assistent für die EURO nominiert werden sollte, wäre das natürlich ein schöner Abschluss."

jpe

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