Bundesliga

Verletzungsflut rechts hinten bei Leverkusen - Frimpong die Lösung?

Verletzungsflut bei Leverkusens Rechtsverteidigern

Frimpong - der Helfer aus dem Niemandsland

Bald dauerhaft Rechtsverteidiger? Leverkusens Neuzugang Jeremie Frimpong.

Bald dauerhaft Rechtsverteidiger? Leverkusens Neuzugang Jeremie Frimpong. imago images

Es ist nichts davon bekannt, dass Rechtsverteidiger bei Bayer 04 eine Gefahrenzulage gezahlt bekommen. Blickt man jedoch auf die schwerwiegenden Verletzungen, die die Profis im Kader des Bundesligisten auf dieser Position erlitten, könnte man vermuten, dass der Berater des nächsten Spielers, den der Champions-League-Anwärter für diese Position verpflichten möchte, eine solche einfordern könnte.

Gleich vier Optionen fallen weg

Im Ernst: Die Ausfallwelle, die Trainer Peter Bosz auf der rechten Abwehrseite in diese Spielzeit erlebt, ist ohne Gleichen: Im Oktober zog sich Santiago Arias eine komplexe Sprunggelenkverletzung inklusive Wadenbeinbruch zu und fällt wohl bis Saisonende aus. Mitchell Weiser rissen im Januar mehr als nur ein paar Muskelfasern im Oberschenkel, weshalb er erst Ende Februar ins Teamtraining zurückkehrte. Dort fehlt seit dem 23. Januar Lars Bender, der nach einer später notwendig gewordenen Meniskus-Operation bis Ende März pausieren muss. Und akut erwischte es am Sonntag beim 1:2 gegen Freiburg Winter-Zugang Timothy Fosu-Mensah mit einem Kreuzbandriss - Saison-Aus.

Spielersteckbrief Frimpong
Frimpong

Frimpong Jeremie

Schlimmer geht's nimmer. Und dennoch bleiben Bosz am Samstag in Gladbach noch zwei Alternativen: den gelernten Innenverteidiger Aleksandar Dragovic, der schon wiederholt als Außenverteidiger aushalf, aber gegen Freiburg patzte. Und Jeremie Frimpong, den Bayer im Winter als Alternative für die rechte Außenbahn von Celtic Glasgow verpflichtete, sowohl als defensive wie auch als offensive Variante.

"Ich kam aus dem Niemandsland"

"Als ich das erste Mal vom Leverkusener Interesse gehört habe, war das ein Schock für mich, weil ich aus dem Niemandsland kam", beschreibt der Niederländer seinen Glücksmoment aus dem Winter. Bislang läuft es für den 20-Jährigen bei Bayer gut. Vornehmlich, wenn er offensiv gefragt war, erwies er sich als sofortige Hilfe. Defensiv versuchte es Bosz mit ihm nur beim 3:4 in Bern, als Frimpong vor der Pause ein Teil einer auseinandergerissenen Defensive war.

Die Champions League ist weiter unser Ziel.

Jeremie Frimpong

Für welche Variante entscheidet sich Bosz?

Wer verteidigt also am Samstag in Gladbach rechts? Für Frimpong spricht dessen extreme Geschwindigkeit gegen Gladbachs Speed. Für Dragovic (29) dessen Zweikampfstärke und körperliche Robustheit gegen Borussias Büffel im Sturm. Angesichts der zurzeit so wackeligen Defensive könnte der routinierte österreichische Nationalspieler den Vorzug erhalten.

Egal, für welche Variante sich Bosz entscheidet: Im Borussia-Park sollte nicht die nächste Enttäuschung folgen, nach zuletzt nur neun Punkten aus elf Ligaspielen sowie dem Aus im DFB-Pokal beim Viertligisten Essen und in der Europa League gegen Bern.

Denn sonst rückt auch das letzte Saisonziel, die Königsklasse zu erreichen, in weite Ferne. "Die Champions League ist weiter unser Ziel", betont Frimpong, "wir tun alles, um das zu erreichen". Worte, die bei weitere Rückschlägen schnell als Durchhalteparolen gedeutet werden könnten.

Stephan von Nocks