2. Bundesliga

Bremens Friedl zu Anfang-Aus: "Das ist für uns alle Neuland"

Genesener Werder-Profi rät zur Impfung

Friedl: "Das ist für uns alle Neuland"

imago images/Nordphoto

Durch die Corona-Infektion von Marco Friedl war das Bremer Gesundheitsamt Markus Anfang auf die Schliche gekommen. In dem vom Werder-Chefcoach vorgelegten Impfausweis fielen Unstimmigkeiten auf, seither wird gegen ihn ermittelt, der Tatverdacht ist erdrückend. Friedl selbst bekam von all den Geschehnissen in Bremen nur aus der häuslichen Quarantäne etwas mit. An dem Tag, als sich der Österreicher in Isolation begab, habe er jedenfalls nicht damit gerechnet, erklärte er am Donnerstag, dass, "wenn ich wieder zurückkomme, der Trainer weg ist".

Am Samstagmorgen hatte Friedl erst aus der Mannschaft vom Rücktritt des 47-Jährigen erfahren, seine Mitspieler "haben mich darüber informiert", sagte Friedl, der sich in der Angelegenheit, mit der sich längst die Bremer Staatsanwaltschaft befasst, nicht näher äußern möchte: "Das ist ein laufendes Verfahren und ich weiß auch nur das, was in den Medien geschrieben wird." Wenn sich die Dinge geklärt hätten, plant Friedl zumindest noch mal, Kontakt zu Anfang aufzunehmen. Verabschieden konnten sie sich ja nicht mehr persönlich.

Als der Abwehrspieler die Nachricht vom Aus des Trainers erhielt, "war das schon ein Schock", bekundete Friedl: "Das ist für uns alle Neuland. So etwas hat es auf diese Art und Weise noch nie irgendwo gegeben." Doch dadurch, dass schon am Samstagabend das Spiel gegen den FC Schalke 04 bevorstand, besaß die Mannschaft zumindest einen sportlichen Fokus. Die aktuelle Ausnahmesituation bei Werder erfordere von den Profis einen durchaus sensibleren Umgang "als mit anderen Dingen", sagte Friedl, und findet: "Bis hierhin haben wir es recht ordentlich gemeistert."

Friedl fühlt sich nach seiner Corona-Infektion "wieder fit"

Gesundheitlich fühlt sich der doppelt geimpfte dreimalige österreichische Nationalspieler nach seiner Corona-Infektion "wieder fit". Dabei hatte sich die Erkrankung in Form von Fieber und "extremen" Halsschmerzen deutlich bemerkbar gemacht: "Ich habe nachts stark geschwitzt", so Friedl: "Zum Glück ging das schnell wieder vorbei."

Auf Nachfrage plädierte der Werder-Profi auch dafür, sich impfen zu lassen: "Ungeimpfte müssen mit den Konsequenzen leben, dass sie sich in Quarantäne begeben müssen und dass sie leichter angesteckt werden. Und ich glaube, dass die Symptome bei einer Erkrankung leichter sind." Eine Entscheidung müsse da jedoch jeder für sich selbst treffen. Ob es für Friedl am Samstagabend bei Holstein Kiel (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) schon wieder für einen Einsatz reichen wird, vermag er selbst noch nicht zu prognostizieren: "Am Ende der Woche gucken wir mal, wie weit ich bin."

Tim Lüddecke