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Freiberg ist dank Göppingen-Patzer oben - Trier schlägt Kaiserslautern II

Oberligen Südwest

Freiberg ist dank Göppingens Patzer oben - Trier schlägt auch Kaiserslautern II

Astoria Walldorf II gegen den SGV Freiberg

Obenauf: Der SGV Freiberg (weiße Trikots) holte sich bei Astoria Walldorf II den Sieg. imago images / Eibner

Oberliga Baden-Württemberg

Der neue Tabellenführer heißt SGV Freiberg. Die Mannschaft von Trainer Evangelos Sbonias legte am Sonntag in Walldorf gleich zu Beginn den Vorwärtsgang ein. Scheiterte Lukas Hoffmann noch an der Latte und Flamur Berisha am stark reagierenden Torhüter Paul Lawall, verwertete Johnathan Michael Zinram in der 31. Minute einen Abpraller zur verdienten Führung. Die Astoria-Reserve wurde im weiteren Spielverlauf zusehends mutiger, verpasste es aber auszugleichen. So drückte Dominik Salz in der 68. Minute einen Querpass zum 2:0 über die Linie. Kurz vor Schluss scheiterte Walldorfs Benjamin Hofmann noch mit einem Foulelfmeter an SGV-Torwart Sven Burkhardt.

Freiberg profitierte vom Patzer des 1. Göppinger SV. Zwar hatte Routinier Tomislav Ivezic im Vorfeld des Heimspiels gegen den SV Sandhausen II davor gewarnt, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, doch während der 90 Minuten ließ das Team um Toptorjäger Kevin Dicklhuber vieles vermissen. In einer chancenarmen Partie entschied ein verwandelter Foulelfmeter von Roen Fordyce Hlywka das Spiel zugunsten der Sandhäuser, die trotz vorher vier sieglosen Spielen mutig und selbstbewusst beim großen Favoriten antraten.

Schwer tat sich auch der FSV 08 Bissingen gegen das punktlose Schusslicht FV Lörrach-Brombach. Beide Teams agierten lange auf Augenhöhe, da zum einen Bissingen es mit einer ökonomischen Spielweise probierte und zum anderen Lörrach richtig gut dagegenhielt. Den Unterschied machte der zur Pause eingewechselte Denis Latifovic, der in der 48. Minute drei Gegner aussteigen ließ und dann flach einschoss. Auch wenn die Partie sicher nicht als Saisonhighlight in die Annalen eingehen wird, so konnte sich Bissingen am Samstag zumindest für einen Tag als Tabellenführer feiern lassen.

Etwas abreißen lassen mussten der FC 08 Villingen und die Stuttgarter Kickers, die sich im Verfolgerduell 1:1 trennten. Die Hausherren legten am Samstag insbesondere Kickers-Torjäger Mijo Tunjic gut an die Kette. Doch da gibt es ja auch noch einen Markus Obernosterer, der in der 54. Minute einen gut getimten Noah-Lulic-Querpass zur Gästeführung verwertete. Jetzt mussten die bis dato sehr defensiv eingestellten Villinger etwas mehr riskieren, und schon mit der ersten richtigen Chance klingelte es: Der frischverpflichtete Thomas Kunz schlug einen weiten Ball auf Kamran Yahyaijan, der zwar im ersten Versuch an Stuttgarts Torhüter Kevin Bromma scheiterte, den zweiten Versuch aber verwandelte. In der Schlussphase bewahrte Bromma die "Blauen" mit einer Glanzparade vor einer Niederlage. Kickers-Trainer Ramon Gehrmann war nach dem Spiel angefressen, wie der vereinseigenen Internetseite zu entnehmen war: "Ich habe selten ein Oberligaspiel gesehen, wo wir gefühlt 90 Prozent Ballbesitz hatten - aber trotz der Überlegenheit nur so wenig Chancen kreiert haben. Ich bin weder mit dem Spiel noch mit dem Ergebnis zufrieden. Es lag an unserer Dummheit, und wir hatten sogar Glück, dass wir am Ende nicht noch verlieren."

Enger an die Spitze haben sich hingegen der FC Nöttingen und die Neckarsulmer Sport-Union geschoben. Der FCN gewann am Freitag trotz zweimaligen Rückstands 3:2 beim 1. FC Bruchsal, Niklas Hecht-Zirpel traf doppelt, Eray Gür markierte in der 87. Minute den Siegtreffer. Neckarsulm erledigte im Heimspiel gegen den TSV Ilshofen seine Angelegenheiten schon im ersten Durchgang. Nach der Führung durch Maximilian Gebert (6.) und dem Ausgleich von Lukas Lindner (12.), schossen Claudio Bellanave in Minute 16 und Matthias Hahn in der 37. Minute die NSU zum Heimerfolg.

Mit einem Dreier gegen den Freiburger FC hätte auch der 1. CfR Pforzheim Tuchfühlung nach oben gehabt. Und zur Halbzeit sah es auch ganz danach aus, schließlich führte der CfR durch Treffer von Stanley Ratifo und zweimal Salvatore Catanzano mit 3:0. Doch im zweiten Durchgang kam Freiburg nochmal auf, während sich bei Pforzheim die Ballverluste und weitere Nachlässigkeiten häuften. Ein Eigentor von Bogdan Alexandru Cristescu gab den Startschuss für die Aufholjagd, die Anthony Mbem-Som Nyamsi und Adriano Spoth zu einem erfolgreichen Ende brachten.

Mit vier Punkten aus fünf Spielen hat der SSV Reutlingen wahrlich keinen Traumstart hingelegt. Doch am Samstag in Linx zeigten die Reutlinger jede Menge Moral. Der frühe Rückstand durch Adrian Vollmer (3.) machte den Matchplan sofort zunichte, dazu flogen Kapitän Pierre Eiberger (Gelb-Rot wegen wiederholtem Foulspiel) und Arbnor Nuraj (Rot wegen Nachtretens) vom Feld. Linx ging durch ein Eigentor von Torhüter Enrico Alejandro Piu sogar mit einem 2:0-Vorsprung in die letzten zehn Minuten, ehe SVL-Akteur Kemal Sert Gelb-Rot bekam und der SSV die zweite Luft: Frederick Mohr traf in der 83. Minute per Abstauber zum Anschluss, in der Nachspielzeit köpfte Mohr nach einer Ablage von Willie Till Sauerborn zum 2:2 ein.

Viel Zeit zum Ausruhen lässt der Spielplan den Teams nun nicht, schon am Mittwoch steht der 6. Spieltag an. Dann unter anderem mit den interessanten Duellen zwischen Freiberg und Neckarsulm sowie zwischen den Stuttgarter Kickers und Bissingen.

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Hessenliga

Sowohl der SV Steinbach 1920 als auch der SC Hessen Dreieich sind mit Siegen in die neue Saison gestartet. Am 2. Spieltag trennte sich im direkten Duell die Spreu vom Weizen: Nach der frühren Führung durch Toni Reljic (7.) war Dreieich die tonangebende Mannschaft und ließ Steinbach nicht zur Entfaltung kommen. Björn Schnitzers Pass in den Lauf von Leon Burggraf hatte in der 34. Minute das 2:0 zur Folge. Auch wenn der SVS im zweiten Durchgang etwas sattelfester auftrat, die Dreieicher legten nach: Schnitzers platzierter Freistoß in der 57. Minute beseitigte jegliche Zweifel am Auswärtssieg, den Reljic per Foulelfmeter noch in die Höhe schraubte (69.).

Ebenfalls deutlich verlief das Duell zwischen der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz und dem SC Waldgirmes, zwei weitere Gewinner des 1. Spieltags. In der 9. Minute kombinierte sich die SG gut durch, einen Steckpass von Jan Vogel setzte Dominik Rummel in die Maschen, ehe er zehn Minuten später mit muskulären Problemen ausgewechselt werden musste. Rummels Mannschaftskollegen ließen sich davon nicht zurückwerfen, sondern drückten der Partie auch weiterhin den Stempel auf. Allein die fahrlässige Chancenverwertung verhinderte das eine oder andere Tor, doch immerhin verwandelte Tolga Duran in der 34. Minute einen Foulelfmeter. Waldgirmes fiel zu wenig ein, um ernsthaft an eine Wende glauben zu dürfen, während die SG weitere Gelegenheiten liegen ließ, bis auf die in der 79. Minute, als Marcel Trägler einen Pass von Tobias Göbel verwertete.

Vier Teams hatten am Wochenende ihren verspäten Saisoneinstieg: Der FSV Fernwald trennte sich im direkten Duell vom FC Hanau 93 mit 0:0, Türk Gücü Friedberg schlug hingegen den Hünfelder SV auch dank zweier Noah-Michel-Tore mit 3:2, während der 1. FC 06 Erlensee bei Rot-Weiß Hadamar leer ausging (0:1). Hadamar ist neben Fulda und Dreieich das einzige Team, das schon sechs Punkte auf dem Konto hat.

Auch in Hessen wird unter der Woche gespielt, dann hat Steinbach mit Fulda-Lehnerz den nächsten dicken Brocken vor der Brust, während sich Dreieich mit Viktoria Griesheim duelliert. Hadamar reist am Mittwoch nach Waldgirmes.

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Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord

Start nach Maß für den SV Eintracht Trier 05. Die Moselstädter gewannen auch ihr drittes Saisonspiel, dieses Mal mit 2:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern II. Dabei fing es in der 10. Minute denkbar ungünstig an, als Philipp Herrmann eine Freistoßflanke am langen Pfosten ins Tor köpfte. Ebenfalls per Kopf traf Neuzugang Amodou Abdullei in der 42. Minute zum Ausgleich, Kevin Heinz schlug die entscheidende Flanke. Noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte legte Trier nach. Edis Sinanovic fand mit seinem Zuspiel Maurice Roth, der freistehend vollstreckte. Im zweiten Abschnitt verpasste Trier bei einem Konter das 3:1 draufzusetzen, während hinten Torhüter Denis Wieszolek einen tückischen Abschluss von FCK-Kapitän Luca Jensen stark entschärfte. SVE-Trainer Josef Cinar sagte anschließend: "Es war ein verdienter Sieg, wir konnten den Gegner in Schach halten und haben eine disziplinierte Leistung gezeigt. Mich freut es, dass wir innerhalb einer Woche dreimal eine Topleistung abgerufen haben. Wir können uns auf jeden verlassen und rotieren, ohne dass Qualität verloren geht."

Immerhin ihren ersten Punkt im dritten Anlauf feierte die TuS Koblenz. Eine über weite Phasen zähe Partie hatte in der 37. Minute ihren ersten Aufreger, als Iljaz Gubetini den FC Karbach mit einem Schuss aus dem Rückraum in Führung brachte. Die Koblenzer wollten in der Entstehung ein Offensivfoul gesehen haben, Schiedsrichter David Scheuermann gab aber den Treffer. Auch im zweiten Durchgang erledigten vor allem beide Defensivreihen ihren Job, Chancen gab es deswegen kaum zu sehen. Koblenz schienen die Felle davon zu schwimmen, als sich Kapitän Michael Stahl in der 77. Minute wegen wiederholtem Foulspiels die Gelb-Rote Karte abholte. Doch bei der TuS blieben die Köpfe oben, drei Minuten nach dem Platzverweis sah der eingewechselte Tarek Abbade am kurzen Pfosten Adrian Knop, der den Flachschuss ins Karbacher Tor weiterleitete. In der Schlussminute kratzte Daniel von der Bracke einen Karbacher Schuss von der Linie, nachdem TuS-Keeper Dieter Paucken Sekunden vorher mit einer Glanztat den Einschlag verhindert hatte.

Einschläge von Pierre Merkel hätte der SV Alemannia Waldalgesheim gerne verhindert, doch es blieb beim Wollen. Der zweitligaerfahrene Stürmer in Diensten von Hassia Bingen drehte den 0:1-Pausenrückstand in der 47. und 51. Spielminute. Da Waldalgesheim nach einer Gelb-Roten Karte auch noch in Unterzahl spielen musste, war Bingen nicht mehr von der Siegerstraße zu verdrängen, Baris Yakut machte in der 81. Minute den Deckel drauf. Damit schiebt sich der BFV Hassia auf Rang zwei. Aufsteiger SG Mülheim-Kärlich ist der Tordifferenz wegen dahinter, Daniel Aretz schoss gegen den FSV Salmrohr das Tor des Tages.

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Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Süd

Der SV Röchling Völklingen hatte unter der Woche mit einem 3:2 gegen den FC Hertha Wiesbach zwar drei Punkte geholt, aber dabei nicht wirklich überzeugt. Gegen die Reserve der SV Elversberg konnte Völklingen am Sonntag nun nicht die Leistungssteigerung abrufen, die es für den nächsten Sieg gebraucht hätte. Auf beiden Seiten blieb offensiv vieles Stückwerk, die Elversberger setzten sich zumindest in der 37. Minute mal durch, als Jannis Gabler eine Flanke zu Julius Maximilian Becker brachte und dieser traf. Die wenigen Chancen auf den Ausgleich blieben ungenutzt, vielleicht überkam Fabian Scheffer deswegen in der 84. Minute der Frust. Zuerst foulte Scheffer, dann meckerte er, was ihm Gelb-Rot einbrachte.

Elversberg II springt mit diesem Sieg auf Platz eins, da sich der bisherige Primus Arminia Ludwigshafen einen 1:3-Ausrutscher beim vorher punktlosen FV Eppelborn leistete. Die Eppelborner ließen sich vom missratenen Start nichts anmerken und gingen in der 6. Minute durch Maurice Schwenk in Führung. Der Weckruf kam an in den Ohren der Ludwigshafener, denn sie steigerten sich während der ersten Halbzeit. In Zählbares münzte das Nico Pantano in der 40. Minute mit einem verwandelten Elfmeter um. Mit viel Kampfgeist und einem starken Dennis Lißmann im Tor verhinderte Eppelborn einen Rückstand, ehe es in der 77. Minute erneut Elfmeter gab, diesmal für den FV. Murat Adiguezel nahm sich die Kugel und brachte sie im Tor unter. Die Arminia machte nun notgedrungen auf, was Eppelborn in der 86. Minute zum 3:1 ausnutzte, Schwenk markierte nach Flachpass von Johannes Roßfeld sein zweites Tor des Tages.

Gut erholt vom 1:2 beim FC 09 Speyer präsentierte sich Wormatia Worms, zumindest wenn man das Ergebnis nach 90 Minuten heranzieht. Zunächst blieb beim 3:0 gegen den TuS Mechtersheim vieles Stückwerk, da Worms im Spielaufbau zu ungenau operierte. Als sich die Hausherren so langsam sammelte, gingen sie auch gleich in Führung. Jan Dahlke behielt in der 27. Minute bei einem Handelfmeter die Nerven. Jannik Marx hatte nach gut einer halben Stunde das 2:0 auf dem Fuß, traf aber nur den Pfosten. Vor der Halbzeit holte Marx das aber mit einem Schuss aus rund 20 Metern Torentfernung nach. Hinten verteidigte die Wormatia einige Mechtersheimer Standards resolut weg, vorne zielte Sandro Loechelt ebenfalls aus 20 Metern präzise. Mit dem 3:0 waren die Verhältnisse geklärt, Worms haderte noch etwas mit der Chancenverwertung.

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stw / PM