Bundesliga

Eintracht Frankfurt: Systemumstellung bringt das Glück zurück

5:0 über Augsburg - Flügelzange brilliert

Frankfurt: Systemumstellung bringt das Glück zurück

Kann mit dem Rückrundenauftakt seiner Mannschaft zufrieden sein: Adi Hütter.

Kann mit dem Rückrundenauftakt seiner Mannschaft zufrieden sein: Adi Hütter. Getty Images

"Das war so sicherlich nicht zu erwarten", gestand Hütter, angesprochen auf den nahezu perfekten Rückrundenstart. Zehn von zwölf Punkten sicherte sich Frankfurt in der Rückserie, dazu DFB-Pokal-Achtelfinalerfolg gegen RB Leipzig. "Wir haben das nötige Glück momentan wieder auf unserer Seite. Aber wir haben es uns auch erarbeitet. Deswegen stehen wir wieder da, wo wir aktuell sind", erklärte Hütter.

Doch allein die Rückkehr des Glücks hat die Adlerträgern nicht allein wieder in die Spur geführt. Auch Hütter trug seinen Teil dazu bei. Die Umstellung weg von der Dreierkette und hin zu einem 4-4-2-System zahlt sich aus - offensiv wie defensiv. Filip Kostic, der sich auf der offensiven Außenbahn weniger mit der Abwehrarbeit beschäftigen muss, da der Flügel jetzt mit zwei Spielern besetzt ist, konnte seinen gesamten Tatendrang in Richtung des gegnerischen Tores ausleben. Mit zwei Vorlagen und zwei späten Treffern brillierte der unermüdliche Serbe erneut. Augsburg fand kein Mittel gegen den 27-Jährigen. Bis in die 74. Minute war Tin Jedvaj mit der Schnelligkeit und der Ballbehandlung Kostics überfordert, der eingewechselte Stephan Lichtseiner sah im Anschluss noch weniger Land.

Spielersteckbrief Chandler
Chandler

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Spielersteckbrief Kostic
Kostic

Kostic Filip

Trainersteckbrief Hütter
Hütter

Hütter Adolf

Das muss ich erst einmal verarbeiten. Das ist irre, das ist unglaublich.

Timothy Chandler, Eintracht Frankfurt.

Bei Kostic weiß man jedoch, zu welchen Leistungen er fähig ist. Sein Pendant auf dem rechten Flügel vermochte jedoch den ein oder anderen zu überraschen. Timothy Chandler, in zuvor 204 Bundesligaspielen neunmal als Torschütze in Erscheinung geraten, verkörpert die neue Effizienz wie kein zweiter. Der 29-Jährige schnürte den ersten Doppelpack seiner Karriere. Es waren bereits seine Rückrundentreffer drei und vier. "Das muss ich erst einmal verarbeiten. Das ist irre, das ist unglaublich. Normalerweise mache ich in der Saison zwei Tore und dann war es das. Jetzt habe ich schon vier Tore", zeigte sich auch Chandler etwas ungläubig. In einen "Zaubertrank" müsse er gefallen sein, scherzte Sebastian Rode auf der Suche nach Erklärungen.

Die neue Grundordnung stärkt die Defensive

Doch nicht nur Chandler und Kostic profitieren. Der Effekt der neuen Grundordnung kommt insbesondere der Defensive zugute. Auch wenn Kevin Trapp im ersten Durchgang mehrfach eingreifen musste, steht die Abwehrreihe deutlich stabiler als noch vor dem Jahreswechsel. "Ich bin nach der Analyse im Herbst zu dem Schluss gekommen, dass wir einfach zu viele Gegentore bekommen. Wenn du in den letzten sieben Spielen der Hinrunde einen Gegentorschnitt von 2,0 hast, dann ist das bedeutend zu viel", berichtete Hütter. "Dazu haben wir nur 0,86 Tore pro Spiel geschossen. Das musste wieder in die Balance gebracht werden. Deswegen habe ich mit David Abraham und Martin Hinteregger zwei Innenverteidiger ausgewählt, die beide unheimlich zweikampfstark, kopfballstark und schnell sind. Und das haben sie bis jetzt hervorragend gelöst."

Und der Freitagabend hielt noch zwei weitere positive Aspekte für die Adlerträger bereit: Makoto Hasebe, der nach einer halben Stunde für den angeschlagenen Abraham (Adduktorenverletzung) ins Spiel kam, zeigte, dass auch er seinen Platz im neuen System finden kann: im defensiven Mittelfeld vor der Abwehrkette. "Er hat uns sehr gut getan und für viel Stabilität gesorgt", befand Hütter. Neuzugang Stefan Ilsanker stellte zudem seine Variabilität unter Beweis und rückte für den ausgewechselten Kapitän in die Innenverteidigung. An der Seite seines Landsmanns Martin Hintereggers war auch der Österreicher daran beteiligt, dass die Null stand - zum erst vierten Mal in dieser Saison.

Moritz Kreilinger