Bundesliga

Frankfurt erhält Haller-Millionen - aber keinen neuen Transfer-Spielraum

Ausstehende Forderungen sollen verkauft werden

Frankfurt erhält Haller-Millionen - aber keinen neuen Transfer-Spielraum

Von 2017 bis 2019 in den Diensten der Frankfurter: West Hams Sebastien Haller.

Von 2017 bis 2019 in den Diensten der Frankfurter: West Hams Sebastien Haller. imago images

Die Überraschung und die Verärgerung waren groß, als sich West Ham United weigerte, eine am 15. Mai 2020 fällige Rate über etwa sechs Millionen Euro zu überweisen und auch die nächste Zahlung in gleicher Größenordnung am 15. August ausblieb. Schon im Mai beschritten die Hessen den Klageweg über die FIFA - und bekamen Recht: Wie erwartet urteilte der Verband, dass der Klub aus London zahlen muss.

Nach kicker-Informationen ist dies nun geschehen. Allerdings werden künftig noch weitere Ratenzahlungen über insgesamt zwölf Millionen Euro fällig; das Gesamtvolumen des Transfers betrug etwa 50 Millionen Euro. Damit es keine erneuten bösen Überraschungen in Form von ausbleibenden Zahlungen gibt, wird im Hintergrund daran gearbeitet, die ausstehenden Forderungen an einen externen Financier zu verkaufen. Die Eintracht müsste zwar einen Abschlag hinnehmen, könnte die "Akte Haller" dafür aber endlich archivieren. Bleiben wird die Verwunderung darüber, dass ein Klub aus der umsatzstärksten Liga der Welt urplötzlich seinen Transferverpflichtungen nicht mehr nachkommen will.

Mehr finanziellen Spielraum auf dem Transfermarkt gewinnt die Eintracht durch die nun geleisteten Zahlungen jedoch nicht. Die Transferverbindlichkeiten und die Transferforderungen halten sich ungefähr die Waage. Das bedeutet: Die Raten aus dem Haller-Transfer sind fest eingeplant, um andere Ratenzahlungen zu begleichen. Denn auch die Eintracht kaufte vor einem Jahr für über 60 Millionen Euro kräftig ein - und vereinbarte bei mehreren Transfers Ratenzahlungen.

Julian Franzke

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