West

Fortuna Köln dreht in Aachen einen Rückstand

Regionalliga West - 10. Spieltag

Fortuna Köln dreht in Aachen einen Rückstand - Münster-Spiel abgebrochen

Sieg vor großer Kulisse: Fortuna Köln nahm die drei Punkte aus Aachen mit.

Sieg vor großer Kulisse: Fortuna Köln nahm die drei Punkte aus Aachen mit. IMAGO/foto2press

Am Samstag hätten eigentlich die Nehmerqualitäten von Preußen Münster auf dem Prüfstand stehen sollen. Der Tabellenführer musste in der Vorwoche bei Alemannia Aachen seine erste Saisonniederlage schlucken, zudem setzte es im Pokal eine denkwürdige Niederlage gegen die SpVgg Erkenschwick. Auswärtsgegner FC Schalke 04 II ging an diesem Samstag mit drei Siegen in Folge in das Spiel. Der Wettergott hatte aber offenbar keine Lust auf die 90 geplanten Minuten im Parkstadion: Erst fing die Begegnung wegen eines Gewitters später an, nach gut 25 Minuten folgte eine Unterbrechung inklusive Räumung des Parkstadions aus gleichem Grund. Dazwischen hatte Ivan mit einem Flachschuss Schalkes U 23 in Führung gegebracht. Aus der Unterbrechung wurde dann doch ein Abbruch, da die Wetterprognosen einfach nicht besser wurden und der Schiedsrichter keine Perspektive mehr sah, das Spiel gefahrlos für Spieler und Zuschauer durchzuführen.

Der aktuell schärfste Münster-Verfolger, der SV Rödinghausen, traf auf einen sich im Aufwind befindlichen Gegner: Der Wuppertaler SV spielte erstmals unter dem neuen Chefcoach Hüzeyfe Dogan. Und auch dieses Spiel wurde vom Gewitter heimgesucht, hier "nur" in Form einer gut 20-minütigen Spielunterbrechung ab der 63. Minute. Doch der Reihe nach: In der 5. Minute wähnte sich Wuppertal auf einem guten Weg, Güler erreichte ein Steilpass, den er mit einem platzierten Flachschuss verwertete. In einem Spiel auf Augenhöhe erzeugte im Trikot der Hausherren Marceta auffällig oft Gefahr. Vergab er zunächst noch Gelegenheiten, blieb er in Minute 27 eiskalt und köpfte freistehend zum 1:1 ein. In der 41. Minute blieb WSV-Keeper Patzler im Eins-gegen-Eins jedoch Sieger, kurz vor dem Pausenpfiff rettete die Latte für Wuppertal.

Nach Wiederbeginn hatte Hagemann zweimal die erneute Gästeführung auf dem Fuß, die Dogan-Elf erspielte sich nun ein Übergewicht. Mittenrein platzte aber Wiemann, der in der 58. Minute einen Eckball zur Rödinghauser Führung per Kopf ins Netz wuchtete. Dann kam besagte Gewitter-Pause, in der die mitgereisten Wuppertaler Fans übrigens vom unüberdachten Gästeblock auf einen seitlichen Teil der Haupttribüne wechseln durften. Fast hätten sie frühzeitig die Hoffnung auf Zählbares begraben müssen, aber eine Drei-gegen-Eins-Situation bei einem Konter spielte vor allem der ballführende Riemer zu schlampig aus. Hinten hielt der SVR bravourös dicht, vorne ließ Safi in der 22. Minute der Nachspielzeit einen Hochkaräter auf das mögliche 3:1 liegen. Rächte sich nicht, Rödinghausen ist jetzt bis auf einen Punkt an Münster dran, mit einem absolvierten Spiel mehr versteht sich.

Lokotsch avanciert zum Kölner Helden

Der Aachener Tivoli war nach dem 4:2 gegen Münster auch an diesem Wochenende Schauplatz einer namhaften Paarung. Diesmal gastierte Fortuna Köln bei der Alemannia. Die Hausherren mussten den Ausfall des angeschlagenen Torjägers Mause verkraften, sein Vertreter Imbongo hatte kurz vor der Pause nach einem Querpass die Führung auf dem Fuß, setzte den Ball aber knapp vorbei. Besser machte es Bajric kurz nach Wiederanpfiff, der einen abgefälschten Schwermann-Schuss ins kurze Eck weiterleitete. Vor 10.400 Zuschauern kamen die Gäste in der 61. Minute zum Ausgleich: Die Alemannia-Abwehr ließ bei einem gegnerischen Freistoß Marquet zu frei stehen, der sich nicht zweimal bitten ließ. Kurz vor Schluss schlug es hinten ein zweites Mal ein: Lokotsch drückte eine Flanke von Budimbu am zweiten Pfosten ins Netz (89.). Aufgrund des Chancenverhältnisses wäre für Aachen aber gut und gerne Zählbares möglich gewesen.

Zur Spitzengruppe gehört trotz nur einem Punkt aus den vorherigen drei Spielen der 1. FC Kaan-Marienborn. Der Aufsteiger empfing die U 23 von Fortuna Düsseldorf. Doch auch am Samstag trat der viele Wochen so beeindruckend abliefernde FCKM nicht in allen Belangen wie ein Spitzenteam auf, zumindest die Chancenverwertung ließ arg zu wünschen übrig. In der 16. Minute brachte Corsten die Düsseldorfer auf die Siegerstraße, Seven ließ relativ zeitnah das 2:0 folgen (28.). Auch in der Pause ging kein Ruck durch die Siegerländer, die sich in der 51. Minute das 0:3 durch Niemiec einfingen. Das 1:3 durch Scheld in Minute 67 veränderte die Statik dieses Nachmittags ebenfalls nicht mehr signifikant. Doch trotz dieser Heimpleite rangieren die Käner noch immer auf dem vorzeigbaren dritten Tabellenplatz.

Mit drei weiteren Paarungen wurde der Spieltag am Samstag zugemacht. Bei Schlusslicht SV Straelen ploppte vor dem Spiel gegen den SC Wiedenbrück die Frage auf, ob das 4:0 in Wattenscheid nur ein Strohfeuer war oder ob der SVS jetzt zur Aufholjagd bläst. Zumindest blies der SVS am Samstag sofort zur Attacke, denn noch in der 1. Minute erzielte Vicario das 1:0. Diese Führung hielt bis zum Schluss, obwohl Miyamoto in der 64. Minute die Rote Karte sah.

Die rote Laterne geht somit an die seit Mitte August sieglose SG Wattenscheid 09, die beim 1. FC Köln II zwar Moral bewies, trotzdem 2:3 verlor. In der 8. Minute nahm das Unheil aus Sicht der Nullneuner seinen Anfang, Breuer tauchte frei vor Torwart Neufeld auf und hob die Kugel in die Maschen. Nicht einmal 180 Sekunden später wiederholten die Kölner ihren Spielzug, diesmal verwandelte Schmid. Aber auch wenn das ein gehöriger Nackenschlag für die Wattenscheider war, schon in der 18. Minute hätte man ahnen können, dass die Elf von Trainer Christian Britscho hier nicht aufstecken würde. Yildiz setzte sich energisch durch und traf den Pfosten. Yildiz blieb auffällig, Wattenscheid steigerte sich und freute sich in der 32. Minute über den Anschlusstreffer von Meier, der Effzeh-Keeper Köbbing ausspielte und ins leere Tor schob. Die zweite Halbzeit war keine drei Minuten alt, da traf Tunga einen Flachschuss perfekt und der Ball zischte ins linke Eck. Da schien sie sich also bezahlt zu machen, die eingangs erwähnte Moral. Doch die ausgeglichene Partie kippte schlussendlich doch auf die Seite der Domstädter. Nadjombe bugsierte eine flache Hereingabe an Neufeld vorbei ins Tor (82.).

Borussia Mönchengladbach II spielte gegen den 1. FC Bocholt. Auch der FCB steckt tief im Keller fest. Genauso wie die Leidensgenossen aus Wattenscheid gerieten die Bocholter mit 0:2 in Rückstand. Telalovic nach einem Abpraller (5.) und Meuer nach Querpass (22.) waren die Hauptdarsteller. Doch auch Bocholt fand den Rückweg. Fakhro verwertete in der 35. Minute eine Flanke von Obst, sogar vor der Pause fiel das 2:2, Bugla war das entscheidende letzte Glied einer schönen Pass-Kette. In der 83. Minute schien aber auch Bocholt der mühsam zurückerkämpfte Zähler aus den Fingern zu rinnen, Asallari nahm einen langen Ball gekonnt an und ließ Torwart Wickl keine Chance. Doch anders als Wattenscheid hatte Bocholt nochmal einen Pfeil im Köcher, der den Namen Mvibudulu trug. Als Borussias Keeper Zich ins Dribbling ging, grätschte der FCB-Angreifer dazwischen und spitzelte die Kugel ins Netz (85.).

Unterschiedliche Hälften für Ahlen

Los ging es am Freitagabend mit zwei Partien. Zwei völlig unterschiedliche Hälften erlebte dabei Rot Weiss Ahlen in Lippstadt. Die Zimmermann-Elf legte gut los und ging bereits in der 5. Minute verdient durch Holldack in Führung. Weitere guten Chancen ließ RWA aber ungenutzt. Das sollte sich nach der Pause rächen. Lippstadt kam mit deutlich mehr Wucht aus der Kabine und riss das Spiel völlig an sich. Ufuk verpasste zunächst noch den Ausgleich, als er das Spielgerät vollkommen frei aus kurzer Distanz über das Tor feuerte (47.). In der 58. Minute war es jedoch geschehen. Ahlen schaffte es nicht, eine Flanke zu klären, am zweiten Pfosten lauerte wieder Ufuk, der den Ball mit der Innenseite direkt versenkte. Keine 120 Sekunde später setzte der eingewechselte Mika zum Sprint an, umkurvte Brüseke und schob ins leere Tor ein. Wiederum nur einige Zeigerumdrehungen weiter tauchte Mika erneut vor dem Ahlener Gehäuse auf und umspielte Brüseke zum zweiten Mal - 3:1 (65.). Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken ließ der SVL nichts mehr anbrennen. Es blieb beim 3:1.

Im trüben Teich der Sieglosigkeit zog auch Rot-Weiß Oberhausen zuletzt in der Liga seine Bahnen. Gegen den 1. FC Düren sollte sich das Wasser allerdings erhellen. Am Ende stand ein verdienter 4:0-Erfolg. Beide Mannschaften versuchten sofort nach vorne zu spielen, zu gefährlichen Aktion führte das in der Anfangsphase aber nur selten. Die erste dicke Gelegenheit hatte nach rund 20 Minuten Mickels, der nach Einzelleistung aber am stark reagierenden Theißen scheiterte. Auf der Gegenseite traf Stromberg nach 28 Minuten nur die Latte. Glück für Oberhausen, das allerdings Sekunden später in Führung ging. Kreyer schlenzte den Ball vom Strafraumrand ins rechte Eck (31.). Heinz belohnte den engagierten Auftritt von RWO via Traumfreistoß mit dem 2:0 (41.). Nach der Pause erhöhte Kreyer mit seinem zweiten Treffer zügig (47.), ehe zehn Minute danach März mit dem Kopf zum Endstand traf. Das 4:0 ist für RWO der erste Sieg seit vier Spielen.

stw

Die Trainer in der Regionalliga West