DFB-Pokal

RB Leipzig: Co-Trainer Forsberg, Mintzlaffs Genugtuung und Tedescos Ärger

Tedesco sieht "Wahnsinnsleistung"

Forsberg als Co-Trainer, Mintzlaffs Genugtuung und Tedescos Ärger

Forsberg, Mintzlaff und Tedesco: drei Pokalsieger

Forsberg, Mintzlaff und Tedesco: drei Pokalsieger imago images (3)

Dass ein Spieler in einem DFB-Pokal-Finale mit Gelb-Rot vom Platz fliegt, ist nicht ungewöhnlich - dass es mit Kevin Kampl ein bereits ausgewechselter Spieler ist, schon eher. Für Mitspieler Emil Forsberg, der Leipzig mit seinem Kopfballtor in der Nachspielzeit gegen Union Berlin (2:1) erst ins Finale gebracht hatte, war dieses Engagement - auch außerhalb des Spielfeldes - ein Grund für den Erfolg. "Das zeigt unsere Leidenschaft, unsere Mentalität."

Auch Forsberg selbst pushte nach seiner Auswechslung selbst das Team von außen weiter. "Ich glaube, Domenico hat sechs oder sieben Co-Trainer gehabt", grinste der Schwede.

Mintzlaffs Genugtuung

"Mentalität" sah auch RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff bei seinen Leipzigern bei "Sky". Für den Funktionär ist der erste große Titel auch ein Stück weit Genugtuung - "für all das, was wir ertragen und lesen mussten". Lesen musste Mintzlaff "Substanzverlust auf allen Ebenen" - und "dann spielen wir unsere beste Saison unserer Vereinsgeschichte. Das ist halt auch Fußball."

Tedesco sieht "Wahnsinnsleistung"

Einen entscheidenden Anteil an der erfolgreichen Saison hatte auch Domenico Tedesco, der während der Saison Jesse Marsch ersetzt hatte. Tedesco wollte aber auch die Grundlage des Vorgängers nicht vergessen und lobte danach seine Elf "für die Wahnsinnsleistung". Gerade in der zweiten Hälfte dieses Finals hatte der Coach eine Steigerung gesehen, die auch vom Platzverweis von Marcel Halstenberg (57.) nicht gebremst wurde, sondern sogar noch zusätzlich Auftrieb erhielt. "Wir haben die Räume besser gefunden als im Elf gegen Elf."

Er muss es abpfeifen.

Domenico Tedesco

Für Keeper Peter Gulacsi war der Platzverweis, gepaart mit dem Rückstand, der entscheidende Schub, noch einmal anzugreifen und die dritte Finalniederlage im vierten Jahr zu verhindern. Das Motto "Jetzt haben wir wirklich nichts mehr zu verlieren" habe in den Köpfen der Leipziger Spieler vorgeherrscht. "Am Ende haben wir vielleicht auch deswegen den Ausgleich gemacht."

RB Leipzig

RB Leipzig bejubelt den ersten DFB-Pokal. IMAGO/Jan Huebner

Tedescos Ärger

Ein bisschen ärgerte Tedesco nach dem Spiel aber doch noch, dass Christopher Nkunkus Treffer (76.) nur das 1:1 bedeutete. "Das war die erste Torchance. Wir waren uns sicher, dass er das Ding zurücknimmt wegen der Hand." Schiedsrichter Sascha Stegemann und sein Team entschied aber auch nach VAR-Einsatz auf Tor, weil Vorbereiter Roland Sallai der Ball beim Annehmen unabsichtlich an die Hand gesprungen war - und so konnte Maximilian Eggestein zur Führung treffen. "Er muss es abpfeifen", blieb Tedesco beharrlich bei seiner Meinung.

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Auch mit dem nicht gegebenen Elfmeter beim Zweikampf von Nicolas Höfler und Dani Olmo in der Verlängerung (118.), in dessen Folge Kampl die Gelb Rote Karte gesehen hatte, war der Trainer nicht einverstanden. "Den nicht zu geben, da muss ich sagen, Respekt. Aber wir haben es gewonnen und deswegen darf ich auch so sprechen."

Gewonnen haben die Leipziger das Finale, weil sie sich nach über einer Stunde Unterzahl und drei Freiburger Aluminiumtreffern ins Elfmeterschießen retteten, wo dann Christian Günter über das Tor schoss und Ermedin Demirovic an der Latte scheiterte. "Das müssen wir groß feiern. Ich weiß nicht wie, aber auf jeden Fall groß", gab Forsberg die Richtung für eine lange Leipziger Partynacht vor.

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sts

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