Europa League

Flora fordert Frankfurt - Flora wer?

Estlands Rekordmeister im Porträt

Flora fordert Frankfurt - Flora wer?

Würde nur allzu gerne auch die Eintracht jubeln: Konstantin Vassiljev.

Würde nur allzu gerne auch die Eintracht jubeln: Konstantin Vassiljev. imago images

Estland und Fußball - das passt nicht so recht zusammen. In dem nordosteuropäischen Land genießen Eishockey und Basketball mehr Priorität, Fußball kommt dann an dritter Stelle - beim FC Flora ist das nicht unbedingt genauso. Der FC wurde erst 1990 nach der Unabhängigkeit Estlands von der Sowjetunion gegründet, ist also vergleichsweise jung. Dennoch gilt der Klub mittlerweile als größer Sportverein des Landes.

Im Fußball ist Flora mit elf Meisterschaften Rekordhalter des mit gerade mal 1,3 Millionen Menschen vergleichsweise kleinen Landes - an die 425.000 leben übrigens in der Hauptstadt Tallinn. Der Klub spielte seit 1994/95 mit Ausnahme der Saison 2014/15 jedes Jahr europäisch. Über viel Erfahrung im Europapokal verfügt man dennoch nicht, denn kaum einmal kam über die 1. Qualirunde hinaus. Erst 2006/07, also im 13. Versuch, überstand Flora ein K.-o.-Duell - damals gegen Lyn Oslo (1:1, 0:0). Nun wiederholte man den Erfolg von damals - und gab Radnicki Nis aus Serbien das Nachsehen (2:0, 2:2).

Jetzt geht es also gegen die Frankfurter Eintracht, die turmhoher Favorit ist, das dürfte jedem in Estland und darüber hinaus klar sein. Und dennoch dürfte Flora einen Traum verfolgen - und zwar: Als zweite estnische Mannschaft nach Levadia Tallin (2006/07, Aus in der 1. UEFA-Cup-Runde gegen Newcastle) überhaupt die Qualifikation zu überstehen.

Warnende Beispiele für Frankfurt gibt es zur Genüge

Die Eintracht wird sich also vorbereiten müssen und dürfte auch gewarnt sein, denn so manch ein Bundesligist scheiterte schon in der Vergangenheit in der EL-Quali (Mainz 2011/12 und 2014/15, Stuttgart 2013/14, Hertha 2016/17 und zuletzt Freiburg 2017/18). Für die SGE dürfte auch klar sein, dass ihr im Optimalfall ein dicht gefüllter Terminplan bis Jahresende bevorsteht - 31 Pflichtspiele (17-mal Bundesliga, zweimal Pokal und zwölfmal Europa League inklusive Quali) könnten anstehen.

Lediglich ein Bundesliga-Klub hatte in der Vergangenheit ein satteres Programm: Der Hamburger SV kam 2005/06 auf 34 Spiele (17-mal Bundesliga, dreimal Pokal, sechsmal UEFA-Cup und achtmal UI-Cup).

Von den Spielernamen her ist Flora weitgehend unbekannt. Das Team setzt sich überwiegend aus Esten zusammen, von denen ein paar hervorzuheben sind. Da wäre primär Konstantin Vassiljev zu nennen, der im Mittelfeld als Organisator fungiert. Vorne sind Frank Liivak sowie die jungen Mark Lepik und Erik Sorga immer wieder für ein Tor gut. Mit Vassiljev, Gert Kams und Vladislav Kreida befinden sich zudem drei estnische Nationalspieler im Kader wieder, die mit Estland am 11. Juni 2019 beim 0:8 gegen Deutschland dabei waren.

drm