WM

Flicks Co. bei der WM 2022: "Nicht blind nach vorn stürzen"

Entscheidungsspiel gegen Costa Rica

Flicks Assistenten: "Nicht blind nach vorn stürzen"

Die DFB-Co-Trainer Marcus Sorg (li.) und Danny Röhl fordern eine gute Balance gegen Costa Rica.

Die DFB-Co-Trainer Marcus Sorg (li.) und Danny Röhl fordern eine gute Balance gegen Costa Rica. IMAGO/Pressefoto Baumann

Aus Katar berichtet Oliver Hartmann

Dass im Teamquartier der deutschen Nationalmannschaft nach den Aufgeregtheiten der ersten Turniertage wieder ein bisschen Normalität eingekehrt ist, konnte man allein schon daran erkennen, dass zur digitalen Medienrunde am Montag die Co-Trainer Marcus Sorg und Danny Röhl zugeschaltet waren und damit die Besetzung, die die Medienabteilung DFB von Vornherein für die Tage nach einem Spiel vorgesehen hatte. Vergangenen Donnerstag war man davon nur deshalb abgerückt, weil die Aufarbeitung des in vielerlei Hinsicht ernüchternden 1:2-Fehlstarts gegen Japan natürlich Chefsache und damit in Hansi Flicks Aufgabengebiet gefallen war.

WM 2022

Nun saßen am Montag zur Mittagsstunde seine Assistenten auf dem Podium vor der Werbebande der DFB-Sponsoren, um nach dem beim 1:1 gegen Spanien hart umkämpften ersten Punktgewinn im bisherigen Turnierverlauf die intern ausgebrochene Aufbruchstimmung nach außen zu transportieren. "Die Freude ist riesengroß, dass wir das Potenzial auf den Platz bringen konnten", sagte Sorg, der "ein richtig tolles Fußballspiel gegen einen überragenden Gegner" gesehen hatte. Nicht ganz so euphorisch klang Röhls Statement, allerdings stellt auch er einen "großen Fortschritt". Sowohl auf dem Platz als auch auf der Bank habe die Mannschaft "gezeigt, dass wir eine Einheit sind".

Wie schon nach dem Japan-Spiel wurden nach der Partie die Familien der Spieler ins abgelegene Fünf-Sterne-Resort am Nordzipfel des Landes eingeladen, dürfen auch den den ganzen Montag vor Ort bleiben und werden erst am Dienstag wieder aus dem Teamquartier abziehen. "Ab morgen herrscht volle Konzentration aufs Costa-Rica-Spiel", kündigte Röhl an. Mit einem Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied würde die deutsche Formation ihre Hausaufgabe zum Weiterkommen erledigen, wäre dann aber immer noch darauf angewiesen, dass Spanien zeitgleich nicht gegen Japan verliert. "Costa Rica wird ein anderer Gegner, da brauchen wir viel mehr Lösungen mit dem Ball" prophezeit Röhl und verriet zumindest grobe Teile der geplanten Herangehensweise: "Wir müssen mit einem guten Matchplan herangehen, wir müssen uns viel bewegen und sehr aktiv sein bei Ballbesitz." Allerdings, so Röhls Warnung: "Wir dürfen uns nicht blind nach vorn stürzen, sondern müssen eine gute Balance finden."

Personell drohen nach aktuellem Stand am Donnerstag erneut im Al-Bayt-Stadion keine Ausfälle im deutschen Team. Linksverteidiger David Raum wurde gegen Spanien in der Schlussphase wegen einer Rippenprellung ausgewechselt, sollte aber laut Röhl bis Donnerstag wieder einsatzfähig sein. Bei Leroy Sané, der wegen Knieproblemen gegen Japan aussetzen musste, wurden nach der Einwechslung gegen Spanien keine erneuten Beschwerden festgestellt.

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