Frauen

Doris Fitschen vom DFB zur Entwicklung im Frauenfußball

Prognose sieht 7500er-Schnitt 2031/32 als realistisch an

Fitschen zur Entwicklung im Frauenfußball: "Ich hätte nicht damit gerechnet"

Ex-Nationalspielerin Doris Fitschen vom DFB nahm Stellung zur Studie.

Ex-Nationalspielerin Doris Fitschen vom DFB nahm Stellung zur Studie. picture alliance/dpa

Die internationale Agentur "Two Circles" hat gemeinsam mit dem DFB am Montag in Frankfurt am Main die Studie zum Thema "Neue Perspektiven - Wirtschaftliche Zukunft der Frauen-Bundesliga" publik gemacht. Es ging dabei darum, den Klubs und "weiteren Entscheidungsträgern im Sportbusiness" fundierte Grundlagen an die Hand zu geben, die für eine zielgerichtete und nachhaltige Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland wichtig sind. Basierend auf dem durch die EM im England gewachsenen Interesse sollen künftig Potenziale ausgeschöpft werden, die die Studie aufgezeigt hat.

Strategie "Frauen im Fußball FF27>>"

Die Studie gilt als eine der konkreten Maßnahmen, welche in die Umsetzung der Ziele in der vom DFB erarbeiteten Strategie "Frauen im Fußball FF27>>" einzahlt, heißt es in der Verlautbarung vom Montag. Für die Strategie verantwortlich ist beim DFB wiederum Ex-Nationalspielerin Doris Fitschen, derzeit "Gesamtkoordinatorin Frauen im Fußball".

Einige Kernaspekte der Studie:

Demnach seien fast die Hälfte aller Fußballinteressierten in Deutschland sowohl am Männer- als auch am Frauenfußball interessiert. 19 Millionen Fans hätten "ein besonders hohes Interesse und Bewusstsein für den Frauenfußball".

Der kommerzielle Wert der Frauen-BL (Sponsoring, Medienrechte, Spieltage, sonstige Erlöse) liege in der Saison 2031/32 in einem "High-Case-Szenario" bei 130 Millionen Euro (derzeit weniger als 20 Mio. Euro pro Saison), das Fanpotenzial bei 7500 Zuschauerinnen und Zuschauern pro Bundesliga-Spiel. Hierzu ergänzend: Am Montag wurde bekannt, dass die Frauen-Bundesliga in dieser Saison den Zuschauerwert aus dem Spieljahr 2021/22 bereits am 7. Spieltag geknackt hat.

Bei der TV-Reichweite kann ausgehend von den Zahlen der Saison 2021/22 bis 2031/32 von einer Verfünffachung der Zahlen im Free-TV ausgegangen werden.

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"Nicht nur, um gesellschaftlich ein Zeichen zu setzen"

Fitschens Fazit am Montag: "Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der Studie sind für uns eine wertvolle Grundlage, um (...) mit den Klubs weitere Maßnahmen zu initiieren. Dabei spielt das Invest in den Fußball der Frauen von Lizenzvereinen eine wichtige Rolle. Die Studie zeigt: Diese Investitionen lohnen sich nicht nur, um gesellschaftspolitisch ein Statement zu setzen, sondern weil mittelfristig die wirtschaftlichen Potenziale absolut vorhanden sind."

Die Vereine müssen jetzt liefern

Fitschen gestand ein, dass sie mit der aktuellen Entwicklung "ehrlich gesagt nicht gerechnet" habe. "Dass wir bei der EURO erfolgreich waren in Sachen Sichtbarkeit, kam nicht aus dem Nichts. Es wurde eine Menge getan dafür. Dazu kam die herausragende Leistung unserer Frauen auf und auch neben dem Platz. Wir können nach dieser Vorarbeit jetzt davon profitieren, müssen aber weitermachen und jetzt zum Beispiel auch eine Winterpause überbrücken. Die Chancen stehen aber besser denn je", so die frühere Nationalspielerin. Wichtig sei nun vor allem, "die Professionalisierung voranzutreiben. Bei größerer Präsenz und Erwartungshaltung der Sender muss dann auch von den Vereinen geliefert werden."

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