Bundesliga

Fischer: "Wir suchen keine Alibis"

Union-Trainer erwartet kampfbetontes Spiel gegen Mainz

Fischer: "Wir suchen keine Alibis"

"Dem Druck begegnen": Urs Fischer arbeitet mit seinen Spielern daran, im Abstiegskampf ohne Fan-Unterstützung zu bestehen.

"Dem Druck begegnen": Urs Fischer arbeitet mit seinen Spielern daran, im Abstiegskampf ohne Fan-Unterstützung zu bestehen. imago images

"Wir haben eine Analyse erstellt und die mit der Mannschaft angeschaut", gewährt Fischer einen Einblick in (gewohnte) Abläufe. Und im Zuge der Analyse hätten er und sein Stab auch "die Dinge klar beim Namen genannt", aber das mache er eben nach jedem Spiel so, betont der Schweizer. Darüber hinaus stellt Fischer fest, dass Union trotz der deutlichen Pleite nicht komplett versagt habe. "In der ersten Halbzeit haben wir viele Dinge richtig gemacht", sagt der 54-Jährige, "es war nicht alles falsch". Und entsprechend gehe es für ihn und sein Team darum, trotz des erfolglosen Re-Starts mit null Punkten und 0:6 Toren aus zwei Spielen "positiv zu bleiben".

Denn an diesem Mittwoch (20.30 Uhr, LIVE! auf kicker.de) steht schon die nächste Partie an, und zwar das wegweisende Heimspiel gegen den FSV Mainz 05. Mit einem Sieg könnte Fischers Team die Rheinhessen auf sechs Punkte distanzieren und seinerseits einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt tun. Der Union-Coach nennt das Kräftemessen mit der Mannschaft von Achim Beierlorzer denn auch "ein sehr wichtiges Spiel. Wir werden alles daran setzen zu punkten". Obwohl sich Union angesichts von sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 noch in einer relativ komfortablen Position befindet, sieht Fischer den Neuling nach wie vor mittendrin im Ringen um den Klassenerhalt. "Seit Beginn der Saison befinden wir uns im Abstiegskampf" betont der Schweizer, insofern sei die aktuelle Situation keine neue für sein Team. Bereits in der Hinrunde - vom 4. bis zum 7. Spieltag - gab es schon mal eine Serie von vier Niederlagen nacheinander, entsprechend kenne sein Team die Situation, so Fischer weiter. Und dennoch sieht er den 1. FC Union gegen Mainz unter einem anderen Druck als zuvor. Denn anders als bei der Negativserie in der Hinrunde habe sein Team weniger Spiele bis zum Saisonschluss, betont der Coach. Aber, fügt er hinzu, seine Spieler und er arbeiteten die ganze Woche dafür, diesem Druck zu begegnen, "und wir müssen diesen Druck entsprechend auch aushalten". Deshalb hält Fischer auch nicht viel davon, immer wieder darauf zu verweisen, dass gerade einem Neuling wie Union bei Geister-Heimspielen die höchst stimmungsvolle Kulisse eines voll besetzten Stadions an der Alten Försterei fehle. Natürlich ist dem Coach bewusst, dass Union gegen Mainz eines der wichtigsten Elemente fehlt, "das sind unsere Fans". Aber, ergänzt Fischer, "wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht hinter unseren Zuschauern verstecken." Sein Team müsse die Situation annehmen, so der Trainer, also "suchen wir keine Alibis".

Dass die Aufgabe gegen Mainz nicht nur wegen der fehlenden Unterstützung von den Rängen schwer wird, ist dem Trainer der Köpenicker auch klar. Fischer erwartet ein "sehr kampfbetontes Spiel", zudem habe Mainz "eine Mannschaft mit guter fußballerischer Qualität", die im Mittelfeld sehr aggressiv zur Sache gehe und gute Balleroberungen habe. Und "sehr schnelle Spieler".

Mit welcher Startformation Fischer sein Team gegen Mainz ins Rennen schickt, lässt der Union-Trainer noch offen. Neben Sheraldo Becker (Muskelfaserriss) und Akaki Gogia (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) muss der Aufsteiger aller Wahrscheinlichkeit erneut auf Christopher Lenz verzichten. Der Linksverteidiger, der schon im Derby verletzungsbedingt fehlte, musste am Dienstag nach dem Aufwärmen das Training abbrechen. "Ich glaube, das wird ganz eng", sagt Fischer. Abseits der Verletzungen erwägt der Coach angesichts der englischen Woche, aber auch aufgrund der klaren Derby-Niederlage, die eine oder andere personelle Änderung vorzunehmen. So könnten die beiden Routiniers Neven Subotic (31) und Christian Gentner (34), die im Derby auf der Bank saßen, ins Team zurückkehren.

Andreas Hunzinger