Bundesliga

Fischer schaut nicht auf die Geisterspiel-Tabelle

Union im Duell der kriselnden Klubs gegen Schalke 04

Fischer schaut nicht auf die Geisterspiel-Tabelle

Union Berlins Trainer Urs Fischer wartet seit sieben Pflichtspielen auf einen Sieg.

Union Berlins Trainer Urs Fischer wartet seit sieben Pflichtspielen auf einen Sieg. imago images

Wenn man alle Geisterspiele in Betracht zieht, gibt es am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im leeren Stadion An der Alten Försterei ein grusliges Kellerduell. Der Vorletzte empfängt das Schlusslicht, weil die Ausbeute beider Teams seit dem Re-Start äußert bescheiden ist. Union holte in den vier Spielen einen Zähler, die Königsblauen null.

Union-Trainer Urs Fischer sieht aber nicht auf die Geisterspiel-Tabelle, er hat die Realität im Blick. "Für mich ist es die Partie des 14. gegen den Zehnten und nicht die des 17. gegen den 18. Ich schaue die ganze Spielzeit an, nicht nur auf den Moment", sagte der Schweizer. "Es wird kein einfaches Spiel. Es geht um Kleinigkeiten, die man für sich entscheiden muss. Die einem dann Mut für die nächste Aktion geben."

Fischer mahnt mehr Konsequenz an

Die Krise beider Teams begann aber schon vor dem Corona-Break. Schalke ist inzwischen seit elf Begegnungen ohne dreifachen Punktgewinn. Union schleppt den Rucksack von sechs sieglosen Auftritten mit sich herum. Zählt man noch das unglückliche Pokal-Viertelfinal-Aus bei Bayer Leverkusen (1:3) dazu, sind es für die Berliner sogar sieben Pflichtspiele ohne die volle Ausbeute. "Ein Sieg würde uns gut tun. Aber wir werden ihn nicht geschenkt bekommen. Es gilt, eine gute Leistung über 90 Minuten zu zeigen. Wir müssen in den Aktionen noch konsequenter sein", mahnte Fischer an.

Im Vergleich zur jüngsten 1:4-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach bahnen sich einige Veränderungen an. Der defensive Mittelfeldmann Robert Andrich steht nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder zur Verfügung. Er könnte Grischa Prömel oder Christian Gentner aus der Startelf verdrängen.

Linksverteidiger Christopher Lenz, der in Gladbach gerade erst sein Comeback erlebte, droht ein erneuter verletzungsbedingter Ausfall. Lenz sei angeschlagen und habe am Freitag nicht mittrainieren können, teilte Fischer mit. Die genaue Art der Verletzung behielt der Chef-Coach für sich.

Es soll noch Hoffnung geben, dass Lenz bis Sonntag rechtzeitig fit wird. Wenn nicht, könnte es wie im Derby bei Hertha BSC (0:4) eine Chance für Routinier Ken Reichel geben. Julian Ryerson, der Lenz bereits im Heimspiel gegen Mainz 05 (1:1) und kurzzeitig in Mönchengladbach vertreten hatte, kommt dafür nicht mehr in Frage. Die Knieverletzung nach einer üblen Attacke des Gladbachers Florian Neuhaus bescherte Ryerson das vorzeitige Saisonaus.

Matthias Koch

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