Bundesliga

Fischer "gelangweilt" von Kruse-Thema - Eiertanz in der Torwartfrage geht weiter

Union-Trainer zeigt sich bei zwei Nachfragen genervt

Fischer "gelangweilt" von Kruse-Thema - Eiertanz in der Torwartfrage geht weiter

Noch immer ist sein Zocker-Ausflug ein Thema: Max Kruse.

Noch immer ist sein Zocker-Ausflug ein Thema: Max Kruse. imago images

Zum einen störten den Schweizer Coach - zum Teil zu Recht - die wiederholten Nachfragen zu dem seit Tagen thematisierten Zocker-Ausflug von Max Kruse mit Unbekannten in eine Bar. Die Episode hatte der Angreifer der Eisernen allerdings selber bei Instagram dokumentiert und so zu einer Steilvorlage gemacht, insbesondere für den Boulevard.

"Wir haben uns dazu geäußert. Ich habe deutlich gesagt, dass Oli (Manager Oliver Ruhnert, d. Red.) klare und deutliche Worte an die gesamte Mannschaft gerichtet hat, sich wieder konsequent an die Regeln zu halten. Dann kann man es auch mal gut sein lassen, aber jetzt werde ich zum zehnten Mal dazu befragt", sagte Fischer am Montag und ergänzte: "Wir haben uns klar geäußert, dass wir es nicht gut finden. Aber irgendwann ist doch auch mal gut, oder werde ich noch fünf Mal darauf angesprochen? Irgendwann, tut mir leid, finde ich es langweilig, und es nervt, muss ich auch sagen."

Einerseits ist das nachvollziehbar, weil Teile der Berichterstattung über den Vorfall ebenso überzogen gerieten, wie Kruses Aktion in Corona-Zeiten überflüssig und leichtsinnig war. Andererseits hat der 1. FC Union seit der Verpflichtung von Kruse stets betont, dass man sich im Klaren sei, wen man angestellt habe und welches mediale Echo der extrovertierte frühere Nationalspieler auslösen kann. Wenn sich aber alle in Köpenick dessen bewusst sind, dann verwundert es etwas, dass sich Fischer bereits am 4. Spieltag der Saison genervt zeigt.

Verbaler Eiertanz in der Torwartfrage

Ähnliches gilt für die derzeit ebenfalls oft thematisierte Torwartfrage. Auch die ist ein hausgemachtes (Luxus-)Problem - das durch den verbalen Eiertanz, den Union in der gesamten Angelegenheit seit Wochen aufführt, befeuert wird. Auf Schalke stand Luthe im Tor, wie auch schon in den vier Pflichtspielen zuvor. Loris Karius hingegen, die erst vor kurzem verpflichtete Leihgabe des FC Liverpool, saß auf der Bank. "Andi hat es echt gut gemacht. Ich empfand unsere Auftritte als stabil. Wir hatten eine Grundordnung, wir hatten eine gute Balance. Da gehört der Torwart dazu. Darum sah ich keinen Grund, an der Situation was zu ändern", erklärte Fischer.

Bei der - nachvollziehbaren - Entscheidung pro Luthe sei es laut Fischer um "klar sportliche Dinge" gegangen, also um das Leistungsprinzip, da Luthe seine Sache bislang ordentlich gemacht hat. Gilt dieses Kriterium weiterhin, kann es realistisch betrachtet für das Heimspiel gegen den SC Freiburg am kommenden Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) aber nur dann eine Änderung auf der Torhüterposition geben, sollte Luthe unerwartet ausfallen. Doch eine Festlegung in der Sache vermied Fischer am Montag trotz wiederholter Nachfrage.

"In Stein gemeißelt ist gar nichts. Am Schluss geht es auch unter der Woche um Leistung", sagte Fischer, verwies dann aber auch darauf, dass ja in der Regel bei Torhütern Konstanz gefragt ist und daher wenig rotiert wird (was ebenfalls für ein Festhalten an Luthe spricht). Und: Fischer erklärte - analog zum Thema Kruse - auch in dieser Angelegenheit: "Ich muss auch sagen, dass ich nicht jede Woche die gleiche Frage beantworten muss."

Fischer legt sich nur für den Augenblick fest

Das könnte Unions Trainer natürlich verhindern, indem er sich in der Torwartfrage festlegt - aufgrund der bisherigen sportlichen Bewertung dann auf Luthe als Nummer 1. Das tat er aber nicht - beziehungsweise Fischer tat es nur für den Augenblick. "Im Moment", sagte er nämlich, "haben wir uns festgelegt. Andi Luthe hat fünfmal gespielt." Dass der 33-Jährige auch Stammtorwart bleibe, solange er seine Leistung wie zuletzt bringe, wollte Fischer dann aber wiederum nicht bestätigen. "Das kann ich so nicht sagen, denn sonst sage ich was, was ich vielleicht nicht einhalten kann, weil irgendwas geschieht, was ich nicht auf dem Radar habe", begründete der 54-Jährige, der zudem Karius empfahl, "sich mit guter Arbeit zu zeigen und bereit zu sein", und in der Torhüterfrage versprach: "Wir schauen uns das ganz genau an."

Fischers nächster öffentlicher Auftritt ist für Donnerstag vorgesehen, bei der Spieltags-Pressekonferenz zum Heimspiel gegen Freiburg. Dann dürfte erneut die Frage kommen, wer im Tor steht...

Jan Reinold

Einer zum dritten Mal dabei: Die kicker-Elf des Spieltags