Tennis

Finale furioso: Fernandez sensationell im Halbfinale

US Open, Viertelfinale

Finale furioso: Fernandez sensationell im Halbfinale

Lieferte mal wieder eine starke Vorstellung ab: Leylah Fernandez.

Lieferte mal wieder eine starke Vorstellung ab: Leylah Fernandez. AFP via Getty Images

Naomi Osaka und Angelique Kerber mussten sich der wieselflinken Kanadierin bereits geschlagen geben - und auch im Viertelfinale gegen die Weltranglistenfünfte Elina Svitolina überzeugte das aufstrebende Supertalent anfangs auf ganzer Linie. Fernandez brillierte einmal mehr mit präzisen Schlägen und einem variablen Spiel. Die favorisierte Svitolina bekam Probleme und sah sich auf einmal mit einem Satzrückstand konfrontiert.

Die 26-Jährige antwortete jedoch gut, steigerte sich in Durchgang zwei - und bekam ihren ersten Breakbälle, den zweiten nutzte sie zum 3:1. Hatte Fernandez im Satz und in den Runden zuvor noch unbeschwert gespielt, so war davon nun nicht mehr viel zu sehen. Das war aber nur eine Phase, denn die Kanadierin meldete sich eindrucksvoll mit einem Break zurück, als Svitolina bei 5:1 zum Satzgewinn aufschlug. Die Ukrainerin hatte aber noch eine weitere Gelegenheit, den Satz mit eigenem Aufschlag nach Hause zu bringen, musste dann aber mehrfach über Einstand gehen, ehe sie den dritten Durchgang mit 6:3 erzwang.

Finale furioso in Satz drei

Das kraftraubende Spiel war beiden Spielerinnen im entscheidenden Satz anzumerken, die Spritzigkeit fehlte zunächst hüben wie drüben, doch Fernandez schlug sich zunächst besser, auch weil Svitolina immer wieder leichte Fehler machte. Für die Ukrainerin war es ein Spiel der verpassten Chancen, während eine sichtlich platte Fernandez in dieser Phase über die Emotionen kam und schließlich zum Matchgewinn aufschlug: Eine enorme Drucksituation für den Teenager, zumal Svitolina mit ganzer Kraft (und Erfahrung) gegen das drohende Aus ankämpfte - letztlich erfolgreich.

In der Schlussphase war von Müdigkeit keine Rede mehr, beide zeigten Top-Tennis und jagten sich mit teils fantastischen Ballwechseln über den Platz hin und her. Das Match kulminierte schließlich im Tie-Break. In diesem glückte Fernandez früh das Mini-Break, Svitolina stand wieder mit dem Rücken zur Wand - doch sie machte dann aus einem 1:4 ein 4:4. Die Spannung war mit den Händen greifbar, das Publikum nach jedem Ballwechsel auf den Beinen. Den ersten Matchball erspielte sich Fernandez - das aber mit einer Netzberührung, die Kanadierin entschuldigte sich dafür bei Svitolina, die den folgenden Aufschlag ihrer Gegnerin dann vor den Augen ihres Ehemannes Gael Monfils ins Aus schlug.

Nachdem Fernandez dieses bemerkenswerte Match nach 2,24 Stunden mit 6:3, 3:6, 7:6 (7:5) gewonnen hatte, kullerten auch ein paar Tränen der Freude über ihr Gesicht. Im Halbfinale wartet nun die Weltranglistenzweite und Turnierfavoritin Aryna Sabalenka (Belarus).

drm