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FIFA und UEFA schreiten ein: Superliga in Europa wird untersagt

Rückschlag für europäische Top-Vereine?

FIFA und UEFA schreiten ein: Superliga in Europa wird untersagt

Stellungnahme: Die FIFA spricht sich klar gegen eine Super League aus.

Stellungnahme: Die FIFA spricht sich klar gegen eine Super League aus. imago images

Der Fußball-Weltverband hat gemeinsam mit seinen sechs kontinentalen Konföderationen (AFC, CAF, CONCACAF, CONMEBOL, OFC, UEFA) schwere Geschütze gegen die mögliche und seit längerer Zeit immer wieder thematisierte Gründung einer Superliga aufgefahren und ein solches Konstrukt untersagt. Das Ganze kommt einem Verbot gleich.

"Angesichts der jüngsten Medienspekulationen über die Einführung einer geschlossenen europäischen Super League durch einige europäische Vereine möchten die FIFA und die sechs Konföderationen noch einmal mit Nachdruck betonen, dass ein solcher Wettbewerb weder von der FIFA noch von der jeweiligen Konföderation anerkannt würde", hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme, die von FIFA-Boss Gianni Infantino und den Konföderations-Präsidenten unterschrieben wurde. "Vereine oder Spieler, die an einem solchen Wettbewerb teilnehmen würden, dürften folglich an keinem von der FIFA oder der jeweiligen Konföderation organisierten Wettbewerb teilnehmen."

Mit der Androhung eines Bannstrahls für Spieler und Klubs dürfte die Gründung einer Super League, die einige Topklubs zuletzt vorangetrieben haben, vom Tisch sein - zumal die Mitteilung neben dem Namen von FIFA-Präsident Infantino eben auch mit dem von UEFA-Chef Aleksander Ceferin versehen war.

Auch ein weiteres Statement ist gefolgt - und zwar vom Zusammenschluss der europäischen Verbände.

Dies ist die Grundlage des Modells und der Hauptgrund für den Erfolg des Fußballs.

Lars-Christer Olsson über den aktuellen Fußballaufbau in Europa

Lars-Christer Olsson, 70-jähriger europäischer Fußballfunktionär und Präsident der European Leagues (seit 1997 existierender Verband europäischer professioneller Fußballligen), wird in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben wie folgt zitiert: "Wir sind entschlossen, das bestehende Modell und die Organisation des Fußballs in Europa zu schützen. Alle Fußballverbände und professionellen Ligen in Europa erkennen die FIFA- und Konföderationsgesetze an und befolgen diese." Und weiter: "In der europäischen Fußballpyramide hat jeder Spieler die Möglichkeit, in einem Verein zu spielen, der sich von der Basis der Pyramide bis zur Spitze des Profifußballs vorarbeiten kann. Dies ist die Grundlage des Modells und der Hauptgrund für den Erfolg des Fußballs." Daran wolle man eben festhalten und somit Abstand von einer Superliga nehmen.

Hintergrund: Als im Jahr 2015 die Forderung nach einer Reform der Champions League publik geworden war, brachte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge am 12. Januar 2016 die Super League ins Gespräch. Sein Zitat damals: "Ich schließe es nicht aus, dass man in Zukunft eine europäische Liga gründet, in der die großen Teams aus Italien, Deutschland, England, Spanien und Frankreich spielen." Neben dem FC Bayern München hatten sich zu jener Zeit vor allem die Klubs Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United, FC Arsenal, Juventus Turin sowie AC Mailand für eine mögliche Super League interessiert - darüber hinaus auch Paris, ManCity und Liverpool.

CL-Reform: Das neue europäische Ziel?

Mittlerweile wirbt der FCB-Vorstandschef Rummenigge allerdings weniger für eine europäische Superliga, sondern vielmehr für eine Abänderung des Champions-League-Modus, vor allem nach der Pandemie-bedingten K.-o.-Phase 2020 mit dem Blitzturnier in Portugal, an dessen Ende die Münchner im Finale mit 1:0 gegen PSG triumphiert und das Triple eingetütet haben. Die National Football League (NFL) mit ihren hochspannenden Play-offs, wo stets nur ein Spiel über Ausscheiden oder Weiterkommen entscheidet, gelte dabei als Vorbild, so der 65-jährige Rummenigge erst kürzlich im vereinseigenen TV. Eine "Week of Football" werde angestrebt, man wolle dabei "ein bisschen nach dem Vorbild Super Bowl" im US-Football gehen. Zudem solle die Gruppenphase, die aus Sicht des scheidenden FCB-Bosses anfange, "ein bisschen langweilig zu werden", modifiziert werden.

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