Int. Fußball

FIFA spricht sich für 6+5-Regel aus

Weltverband hat keine Entscheidungsbefugnis

FIFA spricht sich für 6+5-Regel aus

Franz Beckenbauer

"Geld allein garantiert keinen Erfolg": FIFA-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer. dpa

"Wir leben in einer globalisierten Welt. Ich glaube aber nicht, dass offene Märkte die richtige Zukunft für den Fußball sind. Man kann auch mit inländischen Spielern Erfolg haben. Geld allein garantiert keinen Erfolg", sagte Beckenbauer.

Auch Joseph S. Blatter, Präsident des Weltverbandes FIFA und bei der Sitzung ebenfalls anwesend, machte sich erneut für die Regelung stark und kündigte an, sie dem FIFA-Kongress am 29. und 30. Mai in Sydney vorschlagen zu wollen. "Mit den Jahren haben die Klubs durch immer mehr ausländische Spieler aus immer entfernteren Ländern zuerst ihre lokale, dann ihre regionale und schließlich gar ihre nationale Identität verloren", erklärte Blatter.

Die Regel verpflichtet eine Klubmannschaft im Wesentlichen, jedes Spiel mit mindestens sechs Spielern zu beginnen, die für das Nationalteam des Landes, in dem der Klub seinen Sitz hat, spielberechtigt sind.

Einige Mitglieder der Kommission bezweifeln allerdings die Wirksamkeit einer solchen Beschränkung. Sie glauben, dass Spitzenklubs auch mit der neuen Regel weiterhin die besten Spieler für sich beanspruchen und den kleineren und mittleren Klubs damit wie bisher praktisch alle guten und erschwinglichen Spieler wegschnappen würden.

Zudem beschäftigte sich die Kommission, der auch der brasilianische Jahrhundert-Fußballer Pele und Portugals Idol Eusebio angehören, mit der Nutzung von Kunstrasenfeldern, die sie als eine Alternative, aber nicht als Ersatz für erstklassigen Naturrasen ansieht. Überdies sprach sich das Gremium gegen die Einführung der Torlinientechnologie, die in strittigen Situationen anzeigt, ob der Ball tatsächlich die Torlinie überschritten hat, aus.

Entscheidungsbefugnis besitzt die Kommission nicht.