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FIFA-Konkurrenz? "Verschwende keinen Gedanken daran"

Profi-Meinungen zu UFL, GOALS und Co.

FIFA-Konkurrenz? "Verschwende keinen Gedanken daran"

Michael 'MegaBit' Bittner beschäftigt sich vorerst nicht mit der FIFA-Konkurrenz.

Michael 'MegaBit' Bittner beschäftigt sich vorerst nicht mit der FIFA-Konkurrenz. SV Werder Bremen

Alle Zeichen stehen auf Wandel im eFootball: Nicht nur mühte sich EA SPORTS im Jahr 2021 ab, die eigene eSport-Szene am Laufen zu halten und hat einen Verlust der Namensrechte zu befürchten, Dauerkonkurrent Konami stolperte indes über die Revolution der PES-Reihe.

Hinzu kommen neue Akteure, die auf den Markt der Fußballsimulationen drängen. Mit UFL, GOALS und Football Player präsentierten sich in der zweiten Jahreshälfte gleich drei aufkommende Spiele.

Alle drei Wettbewerber stecken zwar noch in der Entwicklungsphase, UFL hat aber schon gezeigt, dass sie den Lizenzkampf nicht scheuen und EA SPORTS damit zumindest ein paar Kopfschmerzen bereiten könnten.

Noch zu früh

Bei den deutschen FIFA-Profis herrscht mit Blick auf die neuen Spiele noch Zurückhaltung. "Ich habe gehört, dass neue Spiele kommen, aber da mach ich mir noch keine Gedanken drüber", erklärt Mohammed 'MoAuba' Harkous und schlägt damit einen ähnlichen Ton an wie Eldin 'Eldos' Todorovac von Borussia Dortmund und Ex-Teamkollege Michael 'MegaBit' Bittner vom SV Werder Bremen: "Momentan verschwende ich keinen Gedanken daran, das Spiel zu wechseln."

"Ich werde mir die Spiele anschauen und ein wenig Zeit investieren, aber nicht auf Krampf versuchen, eSportler zu werden", heißt es derweil vom deutschen Meister im eFootball Umut Gültekin. Ähnlich sieht es bei Nationalmannschafts-Kollege Mustafa 'xMusti19' Cankal aus, der einen Wechsel zumindest nicht kategorisch ausschließt.

Wohl eher keine Option sind die neuen Konkurrenten für Dylan 'DullenMIKE' Neuhausen. Sein Kommentar nach ein paar ersten Einblicken: "Komplett verbuggte Spiele, falsches Advertising, ich sehe da nichts wirklich Gutes."

Mit dem falschen Advertising spielt Neuhausen auf Football Player 2023 an. Das Spiel ist laut eines angeblichen Mitarbeiters des Projekts nur Betrug.

"Es ist gar nicht so leicht, wie man sich das vorstellt, ein besseres Spiel (als FIFA) zu entwickeln."

Mohammed 'MoAuba' Harkous

Generell wird das Aufkommen der Spiele aber als positiv wahrgenommen, oder wie 'MegaBit' es ausdrückt: "Konkurrenz kann nicht schaden." 'MoAuba' würde dem zwar teilweise widersprechen - er befürchtet eine breitere Verteilung der Lizenzen -, sieht aber auch das Potenzial.

Harkous wäre wechselwillig, "wenn es ein besseres Spiel gibt. Dann natürlich." Er gibt bei all der Kritik an EA SPORTS aber auch zu bedenken: "Es ist gar nicht so leicht, wie man sich das vorstellt, ein besseres Spiel zu entwickeln."

Hürde der Neuen

Für Tim 'TheStrxngeR' Katnawatos sind die Titel interessant, "wenn es konkurrenzfähige Spiele sind". Der Profi vom 1. FC Köln gibt aber noch einen weiteren Gedanken mit, warum ein Wechsel für aktuelle FIFA-Profis nicht allzu wahrscheinlich ist.

Man müsse sich anschauen, wie die Bundesligavereine und DFL auf die Konkurrenztitel reagieren. Noch befindet sich die Liga inklusive der Klubs in einer Partnerschaft mit EA SPORTS. Eine Auflösung ebenjener Kooperation scheint unwahrscheinlich, dafür ist die Beziehung zu tief verwurzelt.

Einzelne Profis könnten trotzdem einen Wechsel wagen und versuchen sich als Vorreiter zu etablieren. Selbst, wenn die Konkurrenz beim Gameplay und Spielinhalten punkten kann, bleibt für die eSportler aber ein hohes Risiko.

Christian Mittweg

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