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FIFA führt Torlinientechnologie bei WM 2014 ein

System kommt auch beim Confed Cup zum Einsatz

FIFA führt Torlinientechnologie bei WM 2014 ein

Kampf der Systeme: Hier testen die Entwickler von GoalRef im Nürnberger Stadion.

Kampf der Systeme: Hier testen die Entwickler von GoalRef im Nürnberger Stadion. imago

Auch beim in diesem Jahr anstehenden Confed Cup (15. bis 30. Juni), der ebenfalls in Brasilien stattfindet, werde das System zum Einsatz kommen. Vorausgegangen war die "erfolgreichen Anwendung bei der Klub-Weltmeisterschaft" im Dezember. Angesichts der verschiedenen Technologien hat die FIFA eine Ausschreibung mit den technischen Anforderungen lanciert.

Bei der Klub-WM testete die FIFA die Systeme "GoalRef" (System zur Überprüfung strittiger Szenen mit einem Chip im Ball) und "Hawk-Eye" (aus dem Tennis bekanntes Kamera-System). "Interessierte GLT-Unternehmen können voraussichtlich Mitte März an Inspektionsbesuchen in den Stadien des Konföderationen-Pokals teilnehmen, ehe Anfang April der definitive Entscheid bestätigt wird", schrieb die FIFA. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff bewertet die Neuerung positiv. "Gegen ein funktionierendes System ist nichts zu sagen. Wenn die Funktionalität gegeben ist, sehe ich das sehr positiv", sagte Bierhoff am Rande des Sportwirtschafts-Kongresses SpoBIS in Düsseldorf.

Keine Einführung auf europäischer Ebene

In den europäischen Wettbewerben scheint die baldige Einführung des Hilfsmittels ausgeschlossen. "Ich war immer gegen den Einsatz von Technik im Fußball. Deshalb wird es in den europäischen Wettbewerben keine Torlinien-Technologie geben", hatte UEFA-Präsident Michel Platini gesagt: "Auch aus finanziellen Gründen: Wenn ich die Technik in der Champions League und Europa League einführe, kostet mich das jetzt 32 Millionen Euro für 78 Stadien. In fünf Jahren kostet es dann 54 Millionen."

Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte bereits die Pläne von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter abgelehnt und eine Einführung der Torlinientechnik zur Saison 2013/14 ausgeschlossen.

Niersbach: Es darf keine Einschränkung geben

Den Beschluss der FIFA findet DFB-Präsident Wolfgang Niersbach folgerichtig: "Wenn die FIFA - und das ist für mich eine Grundvoraussetzung - tausendprozentig garantieren kann, dass die Torlinientechnologie funktioniert, dann setzt man sie auch ein", sagte Niersbach bei "Sky Sport News HD", ergänze aber: "Ich würde fast Wetten abschließen, dass wir jetzt, wo es die Torlinientechnologie gibt, keine strittigen Szenen mehr bekommen werden. Sollte es aber nur die kleinste Einschränkung geben, hat das System keinen Sinn. Dann würde man sich der Lächerlichkeit preisgeben."