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FIFA erwägt offenbar WM im Drei-Jahres-Rhythmus

Geht Infantinos Expansionskurs weiter?

FIFA erwägt offenbar WM im Drei-Jahres-Rhythmus

Wird seit jeher alle vier Jahre vergeben: Gianni Infantino überreicht Lionel Messi die WM-Pokal.

Wird seit jeher alle vier Jahre vergeben: Gianni Infantino überreicht Lionel Messi die WM-Pokal. IMAGO/NurPhoto

Die 2021 aufgekommene Idee, die WM alle zwei Jahre auszutragen, stieß insbesondere bei den Verbänden aus Europa und Südamerika auf derart großen Widerstand, dass die FIFA sie bald wieder begraben musste. Nun scheint es neue Überlegungen zu geben, den aktuellen Vier-Jahres-Rhythmus zu verändern.

Der seriöse "Guardian" berichtet, dass FIFA-Offizielle die Möglichkeit erörtert hätten, die WM künftig alle drei Jahre zu veranstalten. Noch seien die Pläne zwar "hypothetisch", würden sich aber bestens in die Strategie von FIFA-Präsident Gianni Infantino fügen, der bereits den Zwei-Jahres-Rhythmus vehement beworben hatte und weiter auf radikale Weise nach Möglichkeiten sucht, die Einnahmen für den Weltverband zu steigern.

Ab 2026 findet erstmals eine WM mit 48 Mannschaften statt, wobei weiterhin unklar ist, ob diese auf Vierer- oder Dreiergruppen verteilt werden. Erstere Option würde eine satte Erhöhung der WM-Spiele bedeuten, zweitere, dass am finalen Gruppenspieltag Absprachen zwischen zwei Teams Tür und Tor geöffnet wären.

Bei UEFA und CONMEBOL dürften die Pläne erneut auf Widerstand stoßen

Zuletzt hatte Infantino zudem eine auf 32 Vereine aufgeblähte Klub-WM ab dem Jahr 2025 angekündigt und eine neue World Series, die in geraden Jahren in den Länderspielfenstern im März stattfinden soll und in deren Rahmen Teams aus verschiedenen Konföderationen in Freundschaftsturnieren gegeneinander antreten sollen.

Beide Ideen waren unter anderem beim World Leagues Forum, einem weltweiten Verband von Profiligen, zu denen auch die DFL gehört, und der internationalen Vereinigung der Profispieler FIFPRO umgehend auf Ablehnung gestoßen. Auch die spanische Liga hatte sich kritisch zu den noch nicht finalisierten Plänen geäußert.

Ähnlichen Widerstand dürfte die FIFA ernten, sollte sich die Idee eines beschleunigten WM-Rhythmus erneut konkretisieren. Vor allem die UEFA und ihr südamerikanisches Pendant CONMEBOL werden angesichts von Überschneidungen zu ihren eigenen lukrativen Turnieren EM und Copa America mutmaßlich wenig begeistert sein. Dagegen gelten Verbände in Asien und Afrika als Befürworter einer häufigeren WM-Austragung.

jpe