Int. Fußball

FIFA erleichtert Verbandswechsel

Neue Kriterien beim Nationalitätenwechsel

FIFA erleichtert Verbandswechsel

Munir

Sein Fall brachte die Reform ins Rollen: Munir. imago images

Vor der WM 2018 hatte der Fall Munir große Wellen geschlagen. Der Offensivspieler wollte damals unbedingt für Marokko auflaufen - doch 13 Minuten für Spanien in einem Qualifikationsspiel, das vier Jahre zuvor stattgefunden hatte, verhinderten dies. Jetzt wird der Angreifer des FC Sevilla wohl doch noch wechseln dürfen.

Bislang galt im Grunde, dass ein Spieler, der einen Länderspieleinsatz innerhalb der A-Nationalmannschaft für eine Nation bestritten hat, auf immer und ewig an diese gebunden war. Von dieser Prämisse verabschiedet sich die FIFA nun. Wie der Weltverband am Freitag mitteilte, ist geplant, das System fortan durchlässiger zu gestalten.

Damit ein Verbandswechsel vollzogen werden kann, sollen fortan folgende Kriterien gelten:

1. Der Spieler hat für seinen bisherigen Verband nicht mehr als drei Spiele (Pflicht- und Testspiele) bestritten
2. Der Spieler hatte während seiner Länderspieleinsätze seinen 21. Geburtstag noch nicht vollendet
3. Der Spieler hat für seinen bisherigen Verband nicht an einer kontinentalen Endrunde oder Weltmeisterschaft teilgenommen.
4. Der letzte Länderspieleinsatz des Spielers liegt drei oder mehr Jahre zurück
5. Der Spieler muss die Staatsbürgerschaft des neuen Verbands bereits besessen haben, als er für seinen bisherigen Verband aktiv war

Außerdem soll sogar die Möglichkeit einer Rückkehr zum "alten" Verband bestehen - und zwar für den Fall, dass ein Spieler nach seinem Verbandswechsel kein einziges Länderspiel für den neuen Verband bestritten hat.

Änderungen auch beim allgemeinen Nationalitätenwechsel

Änderungen gibt es zudem bei den Kriterien beim allgemeinen Nationalitätenwechsel. Das betrifft Spieler, die für ihr angestammtes Land gar kein Länderspiel bestritten haben und nun ihre Staatsbürgerschaft ändern, um für einen anderen Verband antreten zu können. Hier macht die FIFA einen dauerhaften Aufenthalt im "neuen" Land unabdingbar und staffelt diesen nach dem Alter des Zuzugs.

Ist ein Spieler vor dem Alter von 10 Jahren in das neue Land gezogen, dann muss er mindestens drei Jahre dort gelebt haben, um die Nationalmannschaft wechseln zu können. Für diejenigen, die erst nach der Vollendung ihres zehnten Lebensjahres in ihr neues Land gezogen sind, liegt die Messlatte höher: Dann braucht es einen dauerhaften Aufenthalt von mindestens fünf Jahren.

drm