eFootball

FIFA 22 Test: Weniger Geld, mehr Rewards - FUT auf Kuschelkurs

Ultimate Team im Test: Es wird entspannter

FIFA 22 Test: Weniger Geld, mehr Rewards - FUT auf Kuschelkurs

Viel Altbewährtes und einige sinnvolle Neuerungen lassen die Community zuversichtlich in die FUT 22-Saison starten.

Viel Altbewährtes und einige sinnvolle Neuerungen lassen die Community zuversichtlich in die FUT 22-Saison starten. kicker eSport

Auf den ersten Blick hat sich das Hauptmenü von Ultimate Team (FUT) in FIFA 22 im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert. EA SPORTS setzt auf das Design von FIFA 21, auch bei der Auswahl der Spielmodi wird mit Division Rivals, Squad Battles, Drafts und FUT Champions auf alte Bekannte vertraut. Dafür wurde die Weekend League, die fortan Champions Finals heißt, umstrukturiert - die signifikanteste Änderung in FUT.

Außer den 1.500 Qualifikationspunkten, die über Rivals-Partien abhängig von der Division gesammelt werden können, müssen Spieler fortan die Champions Play-offs überstehen, bei denen sechs Siege notwendig sind. Diese Begegnungen werden unter der Woche ausgetragen - dafür werden die Finals auf 20 Partien gekürzt, die von Freitag bis Sonntag gespielt werden können.

Die zeitliche Belastung am Wochenende wird somit reduziert, 20 statt 30 Matches sorgen für Entspannung im Terminkalender vieler ambitionierter FUT Champions-Spieler. Und obgleich die erste Weekend League noch vor uns liegt, kann bereits gesagt werden, dass diese Änderung positiven Anklang innerhalb der teils überforderten Community finden wird - insbesondere unter den Casual Gamern.

FIFA 22 FUT Test Playoffs

Über die Playoffs kann ein Ticket für die Champions Finals erspielt werden. kicker eSport

Mehr WL-Rewards für weniger Partien

Auffällig ist auch, dass bei den Champions Finals lediglich zwei Siege für einen TOTW-Player Pick benötigt werden - ein klares Upgrade im Vergleich zu FIFA 21. Selbstredend ist die Qualifikation für den Schlagabtausch am Wochenende in diesem Jahr schwerer, dennoch bieten bereits die Play-offs auf dem Weg dorthin eigenständige Rewards, wodurch die Spieler insgesamt merklich besser entlohnt werden für ihre Leistungen.

Hinzukommen die Rivals-Rewards, für die schon drei Siege genügen. Bei sieben Siegen gibt es ein Reward-Upgrade, zudem werden die Belohnungen besser, je höher sich der Spieler in den Divisionen platziert. Werden zusätzlich die Squad Battles-Ränge hochgespielt, ergeben sich jede Woche addiert vier Reward-Drops - eine Menge Packs für fleißiger Wettkämpfer.

Friedensangebot: Bessere Pack-Wahrscheinlichkeiten

Neben den vermehrten Rewards hat EA SPORTS die Pack-Wahrscheinlichkeiten zugunsten der Käufer verbessert. Während in FIFA 21 etwa ein Premium-Gold-Pack mit einer Wahrscheinlichkeit von nur 17 Prozent einen Spieler mit einem Overall-Rating von mindestens 82 Punkten beinhaltet hatte, wurde dieser Prozentsatz für FIFA 22 auf 30 erhöht. Im Falle von 84+-Karten wurde die Wahrscheinlichkeit von 4,3 auf 7,4 Prozent ebenfalls deutlich verbessert.

FIFA erscheint und kicker eSport testet ausführlich

Ob EA diesen Schritt freiwillig gegangen ist? Der kalifornische Entwickler sieht sich seit Jahren mit Glücksspielvorwürfen konfrontiert, die unter anderem in den Niederlanden zu konkreten Strafen geführt haben. Eine verbesserte Pack-Wahrscheinlichkeit sowie die Rückkehr der Vorschau-Packs könnte der Versuch des FIFA-Entwicklers sein, die Wogen zu glätten. Uns und den Fans soll es recht sein.

Transfermarkt (noch) zurückhaltend

Dass die FUT-Spieler in diesem Jahr leichter an starke Karten gelangen, könnte langfristig auch einen Einfluss auf den Transfermarkt haben. Gold-Objekte mit einer hohen Gesamtbewertung dürften merklich günstiger zu erwerben sein, zumindest in den ersten Tagen nach dem Ultimate Edition-Release zeigen sich die Trader mit ihren Preisen äußerst zurückhaltend.

Nach oben schnellen werden die Meta-Karten preislich kurz vor dem Beginn der ersten Weekend League am 15. Oktober. Grundsätzlich dürfte ein Großteil der Community niedrigere Preise und ansprechendere Rewards ohnehin begrüßen - vielleicht wird somit sogar der Pay-to-Win-Faktor von Ultimate Team nachhaltig reduziert.

FIFA 22 FUT Test Menu

Im Aufbau ähnelt das neue FUT-Menü in FIFA 22 stark dem des Vorgängers. kicker eSport

Kooperatives Spiel weiter im Fokus

Wer sich dem Druck der Rankings entziehen möchte, für den bieten die Freundschaftsspiele diverse Modi in der Rotation, die ohne Wertungen gespielt werden können. Dabei stehen auch Koop-Partien sowie Duelle gegen Freunde im Fokus.

Bei Drafts, Squad Battles und Rivals-Partien kann ebenfalls zu zweit angetreten werden. EA SPORTS hat die Duo-Funktion bereits in FIFA 21 deutlich ausgebaut und hält diesen Fokus weiterhin aufrecht.

In FIFA 22 können zusätzlich öffentliche Koop-Lobbys erstellt werden, um zufällige Mitspieler zu finden. Die zahlreichen Optionen für Casual Gamer gepaart mit der Entfernung der Gesamtstatistik, die früher im Hauptmenü neben dem Namen zu sehen war, lassen darauf schließen, dass der Entwickler auch Anfängern ein gutes Gefühl vermitteln möchte.

FIFA 22: Das sind die 22 besten Spieler

Missionen, Missionen, Missionen

Zu tun gibt es in jedem Fall eine Menge in der ersten FUT-Season. Grundlagen- und Meilenstein-Aufgaben sind durchgehend verfügbar, zudem drehen sich die Icon-Battles als erstes Teams-Event um die Legenden Zinedine Zidane, Ruud Gullit und Pelé. EA hat bereits zahlreiche Ziele veröffentlicht, die die Spieler in verschiedenste Modi führen. Und auch SBC-Klassiker wie die "Marquee Matchups" werden die Community durch die FUT-Saison begleiten - entsprechend ist stets für Beschäftigung gesorgt.

Profis vor hartem Aufstieg

Doch was ist mit den Profis? Für die Elite-Spieler scheint der Weg nach oben im aktuellen Ableger anfangs relativ steinig, alle Spieler beginnen bei den Rivals in der zehnten Division. Entsprechend schnell dürften einige Gamer zunächst auch an ihre Grenzen stoßen, wenngleich sie eigentlich höhere Division-Regionen gewöhnt sind.

Ob die umstrukturierte Elite-Division, von der sich EA mehr Durchlässigkeit und spannenderen Wettkampf verspricht, auf Zuspruch treffen wird, bleibt abzuwarten. Auch die Frage, ob Road to Glory (RTG)-Accounts in diesem Jahr endlich eine realistische Chance im kompetitiven Bereich haben, werden erst die kommenden Wochen beantworten. Spätestens seit dem erneuten Ausfall des FIFAe World Cup hat EA ohnehin einen schlechten Stand in der eSport-Community.

FIFA 22 FUT Test Spielszene

FUT-Teams können in diversen Modi wie Division Rivals oder Squad Battles antreten. kicker eSport

Das bringt das FUT-Jahr

Allzu viele Ausblicke in die kommenden Promos hat der kalifornische Entwickler bislang noch nicht gewährt. Die Event-Reihe startet am 1. Oktober parallel zum offiziellen Release von FIFA mit der Ones to Watch-Promo, die Spezialobjekte für vielversprechende Transfers aus dem abgelaufenen Fenster liefern wird. Die FUT Heroes halten ebenfalls zeitnah Einzug und umfassen Akteure wie Joe Cole oder Jürgen Kohler, die den Icon-Status knapp verpasst haben.

Mit den ersten Icon Swaps und dem Team of the Year (TOTY)-Release - zwei der wichtigsten Aktionen in jedem FIFA-Kalender - kann im Dezember respektive Januar gerechnet werden. So lange dürften die Gold-Karten ihre Wertigkeit halten, anschließend geht FUT in seine heiße Phase - bis dahin gilt es für die Spieler, möglichst viele Münzen zu sammeln.

Wie das am Besten geht, könnt Ihr Euch übrigens am Donnerstag den 30. September in unsrem kicker eSport Talk anhören! 'Tim Latka', 'Dr. Erhano', Jan Bergmann und 'DaniFutTrader' sprechen ab 19 Uhr live auf Twitch darüber.

Fazit

Es scheint, als ob EA SPORTS in diesem Jahr der FUT-Community tatsächlich entgegenkommen möchte. Auch wenn die Beweggründe - wie bereits erwähnt - wohl nicht ganz altruistisch sind, ist es eine erfreuliche Nachricht für die Spieler. Mehr Möglichkeiten, ein starkes Team ohne den Einsatz von Echtgeld aufzubauen, bringt FUT wieder näher an seine Kernidee: Fußballfans sollen durch Fleiß und Spielspaß ihr Wunschteam inklusive der internationalen Idole und Stars aufbauen können.

Auf dem Weg zu ihrem Team wird den Spielern etwas weniger Zeit abverlangt, diese Entwicklung hin zu mehr Casual Gaming dürfte ebenso von einem Großteil der Spieler begrüßt werden. Und wer sich dennoch in die kompetitive Welt von FIFA stürzen will, kann weiterhin unzählige Stunden im FUT-Modus verbringen - die begrenzten Weekend League-Qualifikationen könnten dabei sogar für eSportler zu Stolpersteinen werden.

Das Interesse der Community an FUT sinkt meist schon im Frühling nach dem Release. Dass es nun leichter ist, Mannschaften aufzubauen, dürfte diesen Prozess eher beschleunigen. Ob es EA SPORTS gelingt, die Spannung durch ansprechende Events hochzuhalten, bleibt abzuwarten, scheint jedoch eher unwahrscheinlich.

Vielleicht wird es im kommenden Ableger daher Zeit für eine völlig neue Spielmechanik. Ein Ligasystem mit Auf- und Abstieg? Karten, die sich durch In-Game-Erfolge verbessern lassen? Möglichkeiten gäbe es viele, die Bereitschaft von EA zu mehr kostenlosem Content ist gefragt.

Weitere Gaming News und alles aus der Welt des eSport gibt es auf EarlyGame.



Alexander Maier

Thema

Alles rund um FIFA 22

zum Thema
  • FIFA 22. Gerüchte, Infos, Leaks, Veröffentlichungen von EA: Das alles findet Ihr hier.