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FIFA 22: Das steckt hinter EAs neuer HyperMotion-Technologie

Eine kleine Revolution

FIFA 22: Das steckt hinter EAs neuer HyperMotion-Technologie

Die HyperMotion-Technologie in FIFA 22 basiert auch einer neuen Aufnahmetechnik. © EA SPORTS

Die HyperMotion-Technologie in FIFA 22 basiert auch einer neuen Aufnahmetechnik. © EA SPORTS EA SPORTS

Mit jeder neuen Konsolengeneration machen Spiele wie FIFA einen Sprung nach vorne. Die zusätzliche Rechenleistung eröffnet den Entwicklern Möglichkeiten, das Erlebnis im Spiel drastisch zu verbessern. Das verspricht auch Lead Gameplay Producer Sam Rivera vor dem Release von FIFA 22.

Auf einem Preview-Event in der vergangenen Woche teilte er diverse Einzelheiten: "Mit der vergangenen Konsolengeneration sind wir an unsere Grenzen gekommen. Es wurde sehr schwer, große neue Features einzubauen." Solch eines soll in FIFA 22 mit der HyperMotion-Technologie erscheinen, die zumindest auf dem Papier einen Wandel der Reihe einläuten könnte.

"Wenn man das Spiel sieht, soll alles mehr nach Fußball aussehen – menschlicher."

Sam Rivera - Lead Gameplay Producer

Die Technologie basiert auf zwei Pfeilern: Machine Learning und 11v11-Capturing. Dafür hat EA SPORTS vollständige Begegnungen mit 22 der weltbesten Fußballer wie Kylian Mbappé, Trent Alexander-Arnold oder Eden Hazard aufgenommen, um auf Grundlage dieser Daten die Animationen und Bewegungen der virtuellen Abbilder in FIFA 22 zu codieren.

In den Jahren zuvor beschränkte sich das Capturing des Entwicklers auf einzelne Spieler und deren Aktionen. Außerdem wurden die Bewegungen in einem Studio und auf Anweisung durchgeführt. Das senkte den Realitätsgrad, denn während eines echten Fußballspiels unter Wettbewerbsbedingungen verhalten sich die Akteure anders – schlichtweg natürlicher.

FIFA 22 Details Hyper Motion Anzuege

Für die 11v11-Capturing mussten alle Spieler spezielle Anzüge tragen. EA SPORTS

Weil bei 11v11-Capturing-Sessions enorme Datenmengen entstehen, hilft das Machine Learning: Ein Algorithmus analysiert die Aktionen auf dem Spielfeld, lernt aus ihnen und erstellt neue Animationen. Dadurch konnten für FIFA 22 auch kleine, bisher unbeachtete Regungen des Körpers erfasst und ins Spiel übertragen werden, ohne die Arbeitskraft aller Entwickler in Anspruch zu nehmen.

Dreimal mehr Animationen

Das Ergebnis der HyperMotion-Technologie lässt sich in Zahlen ausdrücken: "Es ist die größte Animationsaktualisierung, die wir in FIFA je hatten, mit über 4000 neu hinzugefügten Animationen", so Rivera. Zur Einordnung: Laut des Lead Gameplay Producers sind das dreimal mehr, als in jedem anderen Jahr. Die Bewegungen auf dem Platz sollen entsprechend noch flüssiger wirken und sich besser in die jeweilige Spielsituation einfügen.

Das zeigt sich unter anderem bei Grätschen und Läufen: Die Spieler in FIFA 22 passen ihre Schrittfrequenz und Körperausrichtung an die Geschwindigkeit sowie Position des Balls und der Gegner an. Diesen Aspekt der neuen Technologie bezeichnet EA SPORTS mit dem Begriff "ML Flow".

EA stellt "Hypermotion" in den Mittelpunkt

FIFA 22 – Erster offizieller Trailer

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Die HyperMotion-Technologie soll das Gameplay aber noch stärker beeinflussen: Anhand der gesammelten Daten haben die Entwickler die KI der computergesteuerten Profis erneuert, was in intelligenteren Laufwegen und Verschiebungen resultiert, so zumindest das Versprechen von EA SPORTS.

Insbesondere in der Defensive sollen die Abwehrlinien wie eine geschlossene Einheit auftreten und Lücken schneller schließen. Zweikämpfe und Ballannahmen in der Luft wurden ebenfalls generalüberholt. Was wir schon über das neue Gameplay wissen, haben wir hier zusammengefasst.

FIFA menschlicher machen

Mit all den Neuerungen der HyperMotion-Technologie verfolgen Rivera und sein Team ein bestimmtes Ziel: "Die realistischste, reaktionsschnellste und flüssigste Gameplay-Erfahrung zu schaffen." Ob das gelungen ist, wird sich bei Release zeigen. Aber auch Optik und Feeling sind wichtig. Deswegen hat EA SPORTS auf Basis der neuen Aufnahmen weniger spielentscheidende Animationen eingebaut:

So sollen in FIFA 22  die Spieler auf dem Feld häufiger miteinander interagieren. Sei es in Form von bissigen Wortgefechten nach einem Zweikampf, dem Fordern von Bällen oder dem Anzeigen von Lücken.

Zusätzlich zur Gestik wurde auch die Mimik der Akteure erneuert. Damit möchte der Entwickler seiner Ambition, FIFA immer noch realistischer zu gestalten, Rechnung tragen. Oder wie Rivera selbst es formuliert: "Wenn man das Spiel sieht, soll alles mehr nach Fußball aussehen – menschlicher."

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Christian Mittweg