Europa League

Fenerbahce gewinnt - Tarasov provoziert mit T-Shirt

UEFA nimmt Ermittlungen auf

Fenerbahce gewinnt - Tarasov provoziert mit T-Shirt

Dimitry Tarasov

Bekommt Ärger mit der UEFA: Dimitry Tarasov provozierte beim Gastspiel in der Türkei. imago

Fenerbahce Istanbul hat sich eine gute Ausgangsposition für das Erreichen des Achtelfinals in der Europa-League verschafft. Der türkische Tabellenführer gewann gegen Lokomotive Moskau hochverdient mit 2:0 (1:0). Beide Tore für die Mannschaft von Trainer Vitor Pereira erzielte der Brasilianer Souza (18./72. Minute).

Nach dem auch politisch brisanten Duell sorgte dann Tarasov mit einem provokanten T-Shirt für den Aufreger. Im Anschluss an das Spiel trug der 28-Jährige ein ärmelloses Hemd durch das Stadion Sükrü Saracoglu, das das Konterfei des russischen Staatspräsidenten Vladimir Putin mit der Unterschrift "der höflichste Präsident" zeigte. Die Aufschrift bezieht sich auf eine Aussage von Putin 2014, der russische Soldaten bei der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim als "höfliche Leute" gelobt hatte.

Tarasov sollte Patriotismus auf dem Spielfeld zeigen, nicht auf dem Unterhemd.

Igor Lebedev, Exekutivkomitee-Mitglied des russischen Verbandes

"Das ist mein Präsident. Ich schätze ihn und möchte zeigen, dass ich ihn unterstütze. Auf dem Shirt steht alles, was ich sagen wollte", wurde Tarasov zitiert. Nach den UEFA-Statuten sind politische und religiöse Botschaften bei internationalen Spielen allerdings verboten. Deshalb droht Lokomotive neben dem Aus im Wettbewerb auch Ärger durch die Europäische Fußball-Union. Nach Sicht der UEFA verstößt dieses "ungebührliche Verhalten" gegen Wettbewerbsregeln, wie der Verband am Mittwoch mitteilte. Der Kontroll- und Disziplinarausschuss werde sich mit dem Fall am 17. März beschäftigen.

Vom russischen Fußballverband (RFS) kam derweil bereits Kritik an der Aktion. "Tarasov sollte Patriotismus auf dem Spielfeld zeigen, nicht auf dem Unterhemd. Ein 3:0 im Rückspiel wäre die höchste Erscheinungsform von Patriotismus", meinte das RFS-Exekutivkomitee-Mitglied Igor Lebedev.

Die Beziehung zwischen der Türkei und Russland ist extrem angespannt, seit ein türkischer Kampfjet Ende November an der syrischen Grenze einen russischen Bomber abgeschossen hat. Zur Sicherung des Risikospiels waren russische Polizisten nach Istanbul gereist. Unklar ist, ob auch türkische Polizisten zum Rückspiel am 25. Februar nach Moskau reisen.

sid/dpa/tru